Valeria (dargestellt von Lara Eichenberger) wird von der ganzen Schule gemobbt. Und dann macht auch noch ihr Freund Leon (Cyril Keller) Schluss, damit er mit Valerias Erzfeindin Elena (Angelina Rupp) zusammen sein kann. Valeria macht eine weitere Entdeckung: Ihr Ex-Freund bändelt sogar mit einem dritten Mädchen, Selina (Ana Stojanovic), an. Damit nicht genug: Bei einem Aufeinandertreffen klauen Mitschüler Valerias Handy und schauen ihre Fotos an. Das Mobbing erreicht seinen Höhepunkt.

Es sind Szenen aus dem Spielfilm «Burnout», den die Abschlussklassen der Bez Windisch selber drehen. Initiiert hat das Projekt Michèle Bachmann. Sie unterrichtet Deutsch sowie das Freifach Theater und Film. Seit dem 18. Juni laufen die Dreharbeiten. In den Monaten zuvor haben sich die Schülerinnen und Schüler in Workshops Wissen rund ums Filmen angeeignet – sei es Kameraführung, Requisite, Maske, Schauspiel oder Technik.

Crowdfunding ist geglückt

Die Geschichte des abendfüllenden Kinofilms handelt vom Englischlehrer Ian und der Schülerin Valeria. Beide kämpfen mit ganz alltäglichen Problemen. Im Laufe eines Schuljahrs geraten sie immer näher an eine Burnout-Erkrankung. Die Besetzung besteht aus Profis aus der Schweizer Filmszene sowie Schülerinnen und Schülern der Bez Windisch, die vor und hinter der Kamera zusammenarbeiten.

Eine Herausforderung sind die Finanzen. Der normale Projektunterricht läuft über das Schulbudget, darunter gehen die Workshops mit den Profis aus der Filmindustrie. Alles, was mit dem Dreh, mit Requisiten und auch mit der Anstellung der Profis zu tun hat, muss unabhängig vom Schulbudget finanziert werden. Dazu startete Michèle Bachmann ein Crowdfunding – und war erfolgreich. 20 418 Franken sind zusammengekommen.

An diesem Freitagnachmittag im Amphitheater herrscht geschäftiges Treiben. Jeder weiss, was er zu tun hat. Die Schauspieler werden vor dem Dreh noch kurz abgepudert, damit auch ja nichts glänzt. Einige sind dafür verantwortlich, dass keine Amphi-Besucher das Set stören und in die Szenen platzen. Wiederum andere versorgen die Crew mit Wasser und Zvieri.

Rasenmäher und Gebimmel

Adrian Ehrbar (Kamera) und Urs Hellenbrandt (Audio) sind bereit für die Aufnahmen. Dann beginnt in der Nähe ein Rasenmäher zu brummen. Filmen undenkbar. Jemand eilt hin, erklärt dem Mann mit dem Rasenmäher die Situation. Schon verstummt der Motor. Die ersten Szenen können gedreht werden. Hin und wieder kräht ein Güggel oder ein Flugzeug fliegt zu tief. Und gerade, als Ana Stojanovic und Cyril Keller ihre Knutschszene (selbstverständlich wird nicht richtig geküsst) drehen wollen, beginnen die Kirchglocken zu bimmeln. Zeit für eine Pause. Nach den letzten Schlägen heisst es für die Filmcrew: «Ton?» – «Bereit!» – «Kamera?» – «Läuft!» – «Und Action!»

Statisten gesucht: Erwachsene sollen sich am 4. Juli von 18 bis 20 Uhr im Bezirksschulhaus Windisch einfinden.