Bözberg
Ein ehemaliger Gemeinderat will es nochmals wissen

Meinrad Henzmann aus Linn kandidiert als Sprengkandidat für einen Sitz im Gemeinderat. Er stellt sich neben allen fünf bisherigen Gemeinderatsmitgliedern, welche sich der Wiederwahl stellen, zur Vefügung.

Claudia Meier
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Meinrad Henzmann kandidiert als Sprengkandidat für den Gemeinderat.

Meinrad Henzmann kandidiert als Sprengkandidat für den Gemeinderat.

ZVG

Nicht alle Stimmberechtigten haben wirklich eine Auswahl bei den Gesamterneuerungswahlen am 22. September: Nur gerade in vier Gemeinden im Bezirk Brugg gibt es mehr Kandidaten als Gemeinderatssitze (die az berichtete). In Brugg sind es neun, in Villigen und Birr je sieben und in Bözberg, der jüngsten Gemeinde des Kantons, sechs. Der 58-jährige Meinrad Henzmann aus dem Ortsteil Linn kandidiert in Bözberg als Sprengkandidat. Er tritt neben allen bisherigen Exekutivmitgliedern, die sich der Wiederwahl stellen, an.

Henzmann ist in Olten aufgewachsen und absolvierte eine Lehre in der Maschinenindustrie in Zürich. Später arbeitete er in der Informatik bei einer Grossbank. Seit 2001 lebt er mit seiner Familie in Linn. «Mir war von Anfang an klar: In meiner freien Zeit will ich für die Gemeinschaft mitarbeiten. Wir haben ein kleines Dorf als Wohnort gewählt und da muss man einfach mitmachen. Sonst geht es nicht», sagt Henzmann.

Innert kürzester Zeit war er Mitglied der Schulpflege, später des Gemeinderats Linn. Henzmann arbeitete in Kommissionen und in der Feuerwehr mit. Per 1. Juli 2008 musste er aus betrieblichen Gründen aus dem Gemeinderat zurücktreten. «Ich finde die Arbeit in der Exekutive so richtig spannend und möchte gerne wieder damit beginnen», sagt er zu seiner Motivation, für den Gemeinderat der Fusionsgemeinde Bözberg zu kandidieren.

Henzmann will denjenigen Wählern, die mit der aktuellen Zusammensetzung des Gemeinderats unzufrieden sind, eine Alternative bieten. Eine grössere Auswahl bei Gemeindewahlen sei auch immer als Vorteil einer Gemeindefusion ins Feld geführt worden, sagt der Linner. «Also muss man den Wählern nun auch eine Auswahl bieten.»

Die Sprengkandidatur von Henzmann richtet sich also nicht gezielt gegen ein bestimmtes Mitglied des Gemeinderats. Vielmehr ist zum Beispiel der Adress-Knatsch ein Thema, bei dem sich der Gemeinderat gemäss Henzmann nicht vorbildlich verhalten hat. «Wenn in einem ehemaligen Dorf eine Initiative mit über 90 Prozent Zustimmung eingereicht wird, so hat sich der gewählte Gemeinderat damit zu identifizieren und das Anliegen mit aller Kraft zu vertreten.

Alles andere ist nicht annehmbar», so Henzmann zur Initiative «Unsere Adressen behalten», die im Ortsteil Linn besonders grosse Unterstützung fand, aber an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Ende März 2013 abgelehnt wurde. Was würde er als Gemeinderat anders machen? «Ich würde aktiv auf die Bevölkerung zugehen, zuhören und das vertreten, was die Bevölkerung bewegt», sagt der 58-Jährige.

«Der neue Vorschlag von Regierungsrat Urs Hofmann scheint mir nun der richtige Weg zu sein. Arbeiten wir daran», so Henzmann zum Plan, eine neue Initiative auszuarbeiten, wo nach die Linner ihre alte Postadresse behalten könnten. Für die kommende Legislaturperiode brauche es mehr Überzeugungsarbeit statt nur das Festlegen von Mehrheiten. Die Bevölkerung dürfe sich nicht übergangen fühlen, stellt er klar. Hätte Linn mit zwei Vertretern nicht zu viel Gewicht im Gemeinderat, falls er und die bisherige Carmen Stahel gewählt würden? Henzmann winkt ab: «Nicht wenn die Stimmberechtigten es so wollen.»

Für die Wiederwahl in den Gemeinderat Bözberg stellen sich zur Verfügung: Heinz Dätwiler, Peter Plüss, Carmen Stahel, Urs Vollenweider und Reto Zäuner. Plüss kandiert erneut als Gemeindeammann und Stahel als Vizeammann.

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