Sportler, die sich auf einen Wettkampf vorbereiten, trainieren dafür sehr intensiv. Genauso hat sich die Feldmusik Lupfig mit ihrem Trainer – respektive ihrem Dirigenten – René Niederhauser auf das sportliche Jahreskonzert in der Mehrzweckhalle Breite vorbereitet. Ob die Trompeten dafür auch Turnerbänke und die Saxofone Springseile gebraucht haben, wissen wir nicht. Jedenfalls findet das Publikum sowohl auf der Bühne, als auch in der gesamten Halle jede Menge Sportgeräte vor: Hula-Hoop-Reifen, Gymnastikbälle, Unihockeyschläger, Boxhandschuhe, Kletterseile, Ski und Schlittschuhe.

Egal, ob man sich nun für Sport oder Musik entscheidet, in jeder Disziplin ist Aufwärmen wichtig, bevor es richtig losgeht. Die Moderatorin des Abends, Claudia Santos, erklärt, dass sich die Feldmusik Lupfig mit dem Marsch «Menzberg» aufgewärmt habe, um für den Abend in Schwung zu kommen. Dieser Schwung zeigt sich bald darauf bei «Musik liegt in der Luft», der Titelmelodie der gleichnamigen Fernsehsendung aus den 90er-Jahren. Dirigent Niederhauser swingt locker im Rhythmus mit, mancher im Orchester und auch im Publikum wippt mit dem Fuss im Takt und sieht wahrscheinlich in Gedanken das Fernsehballett von damals, wie es leichtfüssig und lächelnd über die Bühne tanzte.

«Sport und Musik machen glücklich», sagt Santos. Musik hole aber auch ab und nimmt mit. Die Titel des Konzertabends nehmen die Besucher mit auf Abenteuer, zum Armbrustschiessen mit Wilhelm Tell, zu artistischen Einlagen mit Salto mortale und zu schwungvollen Richtungswechseln eines temporeichen Slaloms. Bei mehreren Stücken fällt Solist Domenic Plüss auf, der mit seiner Trompete spielsicher den Werken etwas Glänzendes verleiht. Bereits 25 Jahre spielt er in der Feldmusik Lupfig, wie auch Sonja Baumann und Nadja Fankhauser, die dafür geehrt und beschenkt und mit kräftigem Applaus belohnt werden. Zu kleinen Stars werden Schülerinnen und Schüler der Musikschule Eigenamt, die bei zwei Stücken sich mitten ins 35-köpfige Orchester einfügen und mitspielen dürfen. «Gonna Fly Now» aus Rocky und «Jump» von Van Halen haben sie dafür fleissig einstudiert.

Wenn eine Veloglocke zu hören ist, wird man normalerweise aufmerksam oder erschrickt sogar. Im Fall vom «The Happy Cyclist» von Ted Huggens fügen sich unterschiedliche Velo-Glocken aber so elegant in das Musikstück ein, dass man richtig Freude bekommt. Die Schülerinnen und Schüler der Musikschule haben dafür extra ihre Velos mitgebracht. Das Publikum ist begeistert und möchte trotz so viel Sport noch nicht nach Hause, sondern geniesst entspannt drei Zugaben.