Stadtfest Brugg

Ein Blick zurück: Hofnarrenkotelett, Saft-Gulasch, Gnagi – die kulinarische Vielfalt am Stadtfest Brugg wandelt sich

Die Beizen sind ein wichtiger Bestandteil des Stadtfests. Ein Blick in den Beizenführer von 1984 zeigt, wie sehr sich die kulinarischen Vorlieben und Angebote in den vergangenen Jahren geändert haben. Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Zeitreise.

Am Stadtfest duftet es an jeder Ecke nach kulinarischen Verlockungen. Die Menschen strömen durch die Strassen Bruggs, halten hier an und dort, die Hände voll mit allerlei gluschtigen Köstlichkeiten. Das war früher sicher nicht anders.

Ein Blick in den Beizenführer des Stadtfests Brugg von 1984 zeigt allerdings, dass sich das gastronomische Angebot in den letzten 35 Jahren verändert hat.

Am historischen Altstadtfest 1984 mit dem Motto «700 Jahre Stadtrecht Brugg» findet sich einiges an Fleisch auf der Karte, vom Hofnarrenkotelett über Bureschinken bis zu Saft-Gulasch. Der Kanu-Club Zur Mühle bot Fleischgerichte auf dem Grill, der Männerchor Frohsinn offerierte in der Beiz Zum frohen Sinn Spezial-Zigeuner-Fleischvögel oder Kaltes Gnagi.

Schweinshaxen gab es auch beim Schwingklub Baden und Brugg: Schwingerwädli oder Jodlerchnödli assen die Besucher mit Erbsen, Rüebli und Kartoffeln. Daneben konnte man Rauchwürste, Habsburgerli oder ein Rauchfleischblättli bestellen.

Blättli schien das Publikum zu schätzen, denn auch die Säumerschenke des SAC bot kalte Platte, die Gemeinde Riniken führte Blättli mit Käse und Speck, das Vindonissa-Museum bereitete kalte Fleisch- und Käseplatten zu, ebenso der Lions Club.

Am Stadtfest 2019 werden die Gäste in der Beiz Zur Räbluus mit einem gluschtigen Plättli oder mit Pasta verwöhnt.

1984 gab es einige Schweizer Spezialitäten, heute Exotisches

In der Beiz Zur lachenden Wildsau lachte die Wildsau 1984 nicht nur, sie wurde auch serviert. Die IG Värsli-schmitte bot dort Grilladen am offenen Feuer an. Wer 2019 Fleisch sucht, findet hingegen Rindsfilet, Pouletspiessli oder Grillschnecken. Wädli und Gnagi sucht man vergebens.

Schweizer Spezialitäten waren am Stadtfest von 1984 durchaus vertreten. In der Säumerschenke stand Schwyzer Hafenchabis auf der Speisekarte, während die Pintenwirtschaft zum Geissberg der Gemeinden Hottwil, Mönthal, Remigen, Rüfenach, Mandach, Villigen und Stilli Gerichte mit regionalen Namen anbot: Geissberg-Hung-Chnoche, Burghalde-Stotze oder Rotberg-Bratkäse.

Die Risotto-Beiz der IG Königsfelden bot auch kalte Tessiner-Teller. Daneben konnte man in der Badener Laube Walliser Raclette essen. Das Raclette schaffte es auch 2019 auf die Speisekarte der Baywatch Bar. Mit Rösti und Haslitalerspezialitäten bietet die Gelmerhütte ebenfalls inländische Gastronomie.

Am diesjährigen Stadtfest fallen insgesamt aber eher fremdländische kulinarische Angebote auf: mexikanisch, thailändisch oder tibetisch zum Beispiel. Im «Zum rostigen Anker» gab es 1984 Felchenfilets vom Pontonier- und Damenturnverein. Heute bietet die Beiz Lomo Saltado, eine peruanische Spezialität, oder Fish and Chips.

Damit bleibt der Fisch, das Gericht aber wurde aus dem Englischen übernommen. Auch der Hamburger machte einen Wandel durch. 1984 ass man in der Badener Laube amerikanische Hamburger. Im «Kubus Kolor» gibt es an den Stadtfest-Wochenenden Asia-, Texas- oder Quinoa-Chili-Burger. Daneben wird im «Smiling Monkey» authentisches Thai-Essen wie am Food Market in Thailand angeboten.

Zusätzlich müssen die Besucher selbstverständlich auch nicht auf Pizza, Pasta, Hotdogs oder Pommes frites verzichten.

Während des historischen Stadtfests standen hingegen wenige exotische Spezialitäten auf dem Menüplan. Ermis, der Griechische Verein Brugg, servierte griechische Spezialitäten. Daneben wurden die damaligen Festbesucher von der Indischen Vereinigung in der Beiz Rashmahal bedient.

Nicht nur die Vielfalt hat zugenommen, auch die Speisen sind mit verschiedenen Zutaten erhältlich: Crêpes werden zum Beispiel gluten- und laktosefrei sowie vegan angepriesen.

Genuss steht gestern und heute im Zentrum

Einer der Renner am vergangenen Wochenende waren Schmidis Churros. Vor dem Stand wand sich immer wieder eine längere Warteschlange durch die Stadt.

«Lohnt es sich denn, so lange anzustehen?», wurden die Glücklichen gefragt, die eine Tüte ergattert hatten. Eins bleibt auch nach 35 Jahren gleich: Die kleinen und grossen Festbesucher probieren gerne verschiedene Leckereien und geniessen diese in vollen Zügen.

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