BEEH

Ein Begegnungszentrum für Alt und Jung? So geht es beim Fusionsprojekt voran

Dominik Zumsteg, Brunnenmeister der Fusionsgemeinde Mettauertal, tauschte sich mit einer Arbeitsgruppe des Projekts BEEH aus.

Dominik Zumsteg, Brunnenmeister der Fusionsgemeinde Mettauertal, tauschte sich mit einer Arbeitsgruppe des Projekts BEEH aus.

Zweite Arbeitssitzung für die Fusion – das Projekt der Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen nimmt Fahrt auf. Nur das Thema Ortsbürger gilt stets als heisses Eisen.

«Attraktiver Wohnstandort», «Lebenswerte Umwelt und Landschaft», «Lokale Wertschöpfung»: Diese drei Visionen mit zahlreichen Unterthemen gingen hervor aus einer Bevölkerungsumfrage im Vorfeld der Zusammenschlussabklärungen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH).

Andreas Thommen, Gemeindeammann in Effingen, erinnerte eingangs zur zweiten Arbeitssitzung des Projekts BEEH an die Inhalte dieser gemeinsam ausformulierten Visionen. Damit motivierte er alle Mitwirkenden, in ihren Schwerpunkten nicht das Bestehende zu verwalten, sondern Zukunft zu gestalten.

Ganz in diesem Sinne unterwegs war die Arbeitsgruppe «Energie, Wasser/Abwasser, Werkhof» unter der Leitung von Roger Frey, heisst es in einer Medienmitteilung zum Projekt BEEH. Mit Dominik Zumsteg ein Brunnenmeister der Gemeinde Mettauertal zu Gast. Diese erwuchs 2010 aus der Fusion von Etzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil.

Dominik Zumsteg erläuterte anschaulich, welche Herausforderungen und Chancen sich bei einem allfälligen Gemeindezusammenschluss ergeben können. So wies er beispielsweise aufs deutliche Infrastrukturgefälle hin: «Das führt zu einem von Ortsteil zu Ortsteil sehr unterschiedlichen Investitionsbedarf, den letztlich alle gemeinsam berappen müssen.»

Auf der anderen Seite strich der Fachmann die Vorteile der noch jungen Zusammenarbeit im Mettauertal heraus: Professionalisierung, Effizienzsteigerung, Digitalisierung.

Besseres Image ist gewünscht

In der Arbeitsgruppe «Behörden/ Verwaltung, Gemeindeordnung» wurde die Besetzung der Gremien einer möglichen neuen Gemeinde skizziert. Fazit: Eine fusionierte Gemeinde wäre auf zwei Drittel weniger Behörden- und Kommissionsmitglieder angewiesen, was in etwa Einsparungen von 90 000 Franken entspräche. Zudem könnte auf Verwaltungsebene ein Geschäftsleitungsmodell eingeführt werden.

Ralph Mettier leitet die Arbeitsgruppe «Raumordnung, Bau- und Nutzungsordnung (BNO)». Er zeigte nach den Beratungen in Stichworten auf, in welche Richtung sich die neue Gemeinde entwickeln müsste: moderates Wachstum, mehr Familien mit Kindern, eine aktive Bevölkerung, die sich ins Dorfgeschehen einbringt, mehr Mietwohnungen für Singles und ältere Menschen, eventuell eine neue Gewerbezone.

Über allem würde sich die Arbeitsgruppe ein verbessertes Image wünschen, denn, so Ralph Mettier: «Aktuell haben wir gar keines.»

In die Kategorie Image gehören die Namensgebung und das Wappen. Die entsprechende Arbeitsgruppe verriet lediglich, in welche Richtung sie denkt: Der Name darf weder peinlich, zu verhunzen noch schwer in der Aussprache sein. Konkretes, auch Vorschläge für ein neues Wappen, wird der beigezogene Heraldiker Rolf Kälin in der April-Sitzung präsentieren.

Begegnungszentrum ist Vision

Iris Schütz, Leiterin der Arbeitsgruppe «Schulwesen, Standorte/Organisation», bilanzierte nach dem Workshop in Effingen: «Momentan ist kein Schulstandort im Projektgebiet gefährdet. Die Kosten für die nächsten Jahre sind absehbar. Ebenfalls klar ist, dass kein bestehender Schulstandort ohne bauliche Massnahmen gross genug wäre, um nach einem allfälligen Zusammenschluss alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen zu können.»

Als weitere künftige Herausforderungen im Schulwesen sieht die Arbeitsgruppe: in Bezug auf die Infrastruktur den barrierefreien Zugang zu den Schulanlagen; auf pädagogischer Seite den Anteil der fremdsprachigen Kinder, das altersdurchmischte Lernen, die Digitalisierung, den Lehrplan 21, die Tagesstrukturen, die Schulsozialarbeit oder die therapeutischen Angebote innerhalb der Schule.

Stand die Jugend im Blickpunkt der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe «Jugend/Alter, Gesundheit/Spitex», konnte deren Leiterin Susanne Trefzer nun von Diskussionen rund ums Altern berichten. «Eine unserer Visionen ist ein Begegnungszentrum für Alt und Jung. Auch alternative, generationenübergreifende Wohnformen sind ins Auge zu fassen.»

Thema Ortsbürger: heisses Eisen

Bei Zusammenschlussabklärungen gilt das Thema Ortsbürger stets als heisses Eisen. Auch unter den rund 100 freiwillig Engagierten im Projekt BEEH steigt jeweils die Spannung hinsichtlich der Rückmeldung aus der zuständigen Arbeitsgruppe «Ortsbürgergemeinden, Forst/ Landwirtschaft».

Deren Leiter Thommen fasste zusammen: «Die Ortsbürgergemeinde soll bleiben. Es gibt keinerlei Druck zur Abschaffung.» Hingegen gibt es einen Wunschzettel an die Adresse der neuen Ortsbürgergemeinde. Er beinhaltet Punkte wie eine optimale Waldbewirtschaftung, das Produzieren und Verkaufen von Energie, das Aktivieren des Naherholungsgebiets oder die Schaffung einer Ortsbürgerkommission. (az)

Weitere Informationen zum laufenden BEEH-Projekt auf www.projekt-beeh.ch.

Meistgesehen

Artboard 1