Bözberg

Eigener Apfelsaft schmeckt – doch wie kommt er in die Flasche?

Frisch aus der Presse fliesst der Apfelsaft. zvg/Jurapark Aargau

Frisch aus der Presse fliesst der Apfelsaft. zvg/Jurapark Aargau

Im Rahmen des Jurapark-Schulmoduls «Most vom Hochstammbaum» stellen Schulklassen ihren eigenen Apfelsaft her.

Nebel liegt über den Wiesen, als die 18 Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse aus Bözberg mit ihrem Lehrer Mario Bucher im Ortsteil Egenwil aus dem Postauto steigen. Der Weg zum Hof der Familie Roth ist kurz. Hier stellen die Kinder unter der Leitung von Jurapark-Modulleiterin Helene Bigler Brogli ihren eigenen Apfelsaft her.

Nach einer Einführung geht es gleich an die Arbeit. Die Äpfel müssen gepflückt und gewaschen werden. An der nächsten Arbeitsstation schneiden die Kinder konzentriert faule Stellen aus den Früchten, um diese anschliessend in den Handraffeln zu zerkleinern. Insbesondere das Raffeln macht den Kindern sichtlich Spass. «Schau, ich bin mega schnell!», ruft einer der Knaben stolz und kurbelt noch etwas schneller.

Nur Pause will niemand machen

Auch beim Pressvorgang sind Muskelkraft und Ausdauer gefragt. Abwechselnd drehen die einzelnen Gruppenmitglieder die Kurbel der kleinen Presse, bis endlich der Saft zu fliessen beginnt. «Jetzt bin aber ich dran», meldet sich die nächste Schülerin und übernimmt die Kurbel.

Den frisch gepressten Saft füllt ein anderer Schüler sorgfältig in Flaschen ab, damit am Schluss des Morgens alle eine Flasche des eigenen Apfelsafts mit nach Hause nehmen können. Die Gestaltung der Etiketten übernehmen die Schülerinnen und Schüler auch gleich selbst – sogar den Preis setzen sie fest.

Und so schreiben und zeichnen die Kinder eifrig. «Hier male ich einen schönen Apfel hin», meint eines der Mädchen, «einen schön roten, wie bei Schneewittchen.» Nur ein Posten kommt bei den Kindern nicht gut an. «Ich möchte keine Pause machen», lässt eines der Mädchen verlauten und nimmt dankbar das Angebot der Bäuerin Arianne Roth an, gemeinsam die Hühner rauszulassen.

Und wie schmeckt der eigene Apfelsaft? «Ich mag ihn sehr», meint ein Knabe, einem Mädchen ist er etwas zu sauer. Die Ausbeute ist auf jeden Fall etwas kleiner als erwartet. Aufgrund der Trockenheit sind die Früchte weniger saftig als sonst, dafür hat es aber viel mehr Früchte als in anderen Jahren. Und so sind dann die 1,5-Liter-Flaschen bis zum Mittag nicht ganz voll – was aber niemanden stört.

Thema begleitet Klasse weiter

Das Thema «Most vom Hochstammbaum» begleitet die Klasse noch eine Weile. Nach dem gelungenen Most-Tag stehen die Lernvoraussetzungen gut.

Die Jurapark-Schulmodule werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern durchgeführt und bieten Schulen im Jurapark die Möglichkeit zum praktischen Lernen direkt vor der Schulhaustüre – dank dem Swisslos-Fonds Aargau und dem Bundesamt für Umwelt sogar kostenlos. (az)

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