Die 600-Seelen-Gemeinde Effingen auf der westlichen Seite des Bözbergs liegt im Bezirk Brugg. Geografisch und topografisch gehört Effingen zusammen mit den beiden Nachbargemeinden Bözen und Elfingen aber zum Fricktal. Um die regionale Entwicklung in der Region abzustimmen und die Zusammenarbeit zu fördern, sind diese drei Gemeinden gleich in beiden Regionalplanungsverbänden Fricktal Regio und Brugg Regio Mitglied (siehe separater Text).

Ab 2016 will sich die Gemeinde Effingen aber nur noch auf das Fricktal konzentrieren und hat unter Einhaltung der zweijährigen Kündigungsfrist den Austritt per 31. Dezember 2015 aus dem Planungsverband Brugg Regio eingereicht. Längerfristig kann sich der Gemeinderat Effingen auch einen Bezirkswechsel von Brugg nach Laufenburg vorstellen.

Zum Austritt aus Brugg Regio sagt Gemeindeammann Andreas Thommen: «Wir finden, dass wir mehr gemeinsame Angelegenheiten mit dem Planungsverband Fricktal haben, daher fühlen wir uns von diesem auch gut vertreten.»

Mit der Region Brugg habe die Gemeinde Effingen, ausser in Sachen öffentlichen Verkehr, relativ wenig Gemeinsamkeiten. «Wir haben schon das Gefühl, dass wir aus Sicht von Brugg das Hinterland sind», so Thommen. Die Doppelmitgliedschaft sei bei den Behörden immer wieder ein Thema gewesen. Ab 2014 führt Brugg Regio sechs statt – wie bisher – drei Vorstandssitzungen jährlich durch.

Mitgliedergemeinden leisten gemäss Verena Rohrer, Leiterin der regionalen Standortförderung, einen Pro-Kopf-Beitrag von Fr. 2.50 für die Standortförderung und Fr. 3.– für die Regionalplanung. Doppelmitglieder bezahlen für die Regionalplanung die Hälfte. Zur Diskussion steht, diese Reduktion aufzuheben. «Dies bedeutet für uns höhere Kosten, aber auch mehr Aufwand für die Behörden», sagt Gemeindeammann Thommen zu den weiteren Austrittsgründen. Auch die Gemeinde Elfingen habe sich am Rande schon Gedanken über einen Ausstieg bei Brugg Regio gemacht, aber bisher nicht weiterverfolgt, sagt Ammann Giovanni Carau.

Bezirksgrenzen sind «überholt»

Durch die geografische Zugehörigkeit zum Fricktal sorgt auch die Bezirksgrenze immer wieder für Diskussionsstoff. Thommen sagt dazu: «Die historisch, aufgrund er Zugehörigkeit zu Bern, gewachsenen Strukturen halten wir für überholt.» Vorläufig will die Gemeinde hier zwar nichts unternehmen. «Das Anliegen könnte aber dereinst, im Zusammenhang mit einer möglichen Gemeindefusion, wieder aktuell werden», so Thommen weiter.

Martin Süess, stellvertretender Leiter der Gemeindeabteilung des Departements Volkswirtschaft und Inneres, sagt aus Sicht des Kantons: «Bisher sind mir – mit Ausnahme der Gemeinde Hottwil – keine Bezirkswechsel bekannt.» Bei der Fusion von fünf Dörfern zur Gemeinde Mettauertal wechselte Hottwil vom Bezirk Brugg in den Bezirk Laufenburg. Das Prozedere für einen Bezirkswechsel ist gemäss Süess nirgends festgehalten. Um den konkreten Fall zu prüfen, müsste ein sehr gut begründetes Gesuch der Gemeinde vorliegen.