Lupfig

Duro und Flugzeuge sind auch am SVP-Abend Dauerbrenner

SVP-Bezirkspräsident Dominik Riner (links) dankt Korpskommandant André Blattmann für dessen Besuch.

SVP-Bezirkspräsident Dominik Riner (links) dankt Korpskommandant André Blattmann für dessen Besuch.

Armeechef André Blattmann referierte am Bezirksparteitag zum Thema «Weiterentwicklung der Armee ... quo vadis?». Er zeigte auf, wo es die Armee künftig noch braucht und warum in neue Flugzeuge investiert werden sollte.

Lockere Stimmung herrscht im Festsaal des Gasthofs Ochsen in Lupfig nach dem geschäftlichen Teil des SVP-Bezirkstags am Dienstagabend. Die einen essen Schweinswürstchen, andere gönnen sich ihr Bier. Zusätzliche Stühle werden herangeschafft. André Blattmann, Korpskommandant und Chef der Schweizer Armee, wird von Bezirksparteipräsident Dominik Riner mit einem Mikrofon ausgestattet. Er bedankt sich bei Blattmann für den Besuch und informiert die Gäste, dass heute Fragen an die oberste Stelle zur Weiterentwicklung gestellt werden können.

Aktueller hätte die Veranstaltung nicht sein können: Am Montag stimmte das Parlament der Armeereform zu, welche unter anderem den Bestand auf 100’000 Armeeangehörige verkleinert, als Effektivbestand wären es 140’000. Zudem soll die Armee in den nächsten vier Jahren 20 Milliarden Franken erhalten. Auch der Armee-Transporter Duro kann für insgesamt rund 440 Millionen Franken saniert werden.

«Was ist die heutige Bedrohung?»

«Ich bin nicht sicher, ob die 25-jährige Friedensphase vorbei ist, die Einsätze kommen näher», erklärt André Blattmann. Er zeigt die Sicherheitsvorkehrungen von früher und heute auf. «Vor 40 Jahren waren 800’000 Leute in der Armee, künftig werden es 140’000 sein.» Die Schweiz und das Volk zu verteidigen, das sei dringend nötig. In Anspielung auf die Terroranschläge in Paris stellt er die Frage: «Was ist die heutige Bedrohung? Und wer hätte gedacht, dass das Militär an Weihnachten 2015 in Paris und Brüssel für Sicherheit sorgen muss?» Wenn keine Sicherheit herrsche, seien alle Lebensbereiche wie Wirtschaft, Kultur, Sport und Entwicklung betroffen. Als Beispiel erwähnt Blattmann die Absage des Fussball-Länderspiels Deutschland gegen Holland in Hannover am 17. November: «Das abgesagte Spiel hatte nicht nur die Rückerstattung der Tickets zur Folge, auch die Bratwürste im Stadion ass niemand.»

Als sehr gefährlich stuft er Cyber Attacken ein. «Sechs Irrtümer bezüglich Sicherheit» heisst der Film, den Kommandant Blattmann den Gästen zeigt. Mit Aussagen wie «bei Stromausfall nützt die Armee nichts» oder «bei Gefährdung der inneren Sicherheit braucht es nur die Polizei» wird dargestellt, in welchen Bereichen das Militär präsent ist. Immer wieder erwähnt Blattmann, wie stolz er auf die Soldaten sei und dass für die Schweiz nichts anderes als Wehrpflicht und Miliz infrage käme.

«Braucht es neue Flugzeuge?»

André Blattmann spricht sich in seiner Rede für neue Kampf-Flugzeuge aus. Die 30-jährigen Tiger-Flugzeuge werden ausgemustert, die Gripen-Flugzeuge wurden vom Volk 2014 abgelehnt. Ein Gast will wissen, weshalb es neue Flugzeuge sein müssten. «Man könnte doch die Flugzeuge renovieren, wie den Duro.» Die Leute im Saal lachen und applaudieren. «Mit dem Tiger sieht man nicht einmal den Gegner kommen. Wir hatten Luftraumverletzungen. Wenn wir am Boden gut sein wollen, muss dies auch in der Luft der Fall sein», so Blattmanns Antwort.

Auch die Duro-Frage kam aufs Tapet. «Wieso brauchen wir 440 Millionen Franken für Fahrzeuge, die bis aufs 20-jährige Chassis runtergerupft werden?» André Blattmann sagt, dass der Duro ein idealer Mannschafts- und Materialtransporter sei. Die Politiker hätten entschieden und ganz genau hingeschaut.

Als Dank für seinen Besuch bekommt der Armeechef an diesem Abend eine Urkunde für eine Rebenpatenschaft im Schenkenbergertal geschenkt. «Zur Pflege der Rebe und der Freundschaft», betont Parteipräsident Dominik Riner.

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