Birrhard

Durch den Kiesabbau entsteht Platz für sauberen Aushub

Am Standort Steibode beträgt das potenzielle Auffüllvolumen rund 3 Mio. Kubikmeter.

Am Standort Steibode beträgt das potenzielle Auffüllvolumen rund 3 Mio. Kubikmeter.

Das kombinierte Materialabbau- und Deponiegebiet Steibode in Birrhard soll im kantonalen Richtplan festgesetzt werden.

Hoch ist die Bautätigkeit in der Region Brugg. Das anfallende Erdmaterial wird in Kiesgruben oder dafür vorgesehene Deponien transportiert und dort eingelagert. Allerdings: Das verfügbare Auffüllvolumen sinkt stark, voraussichtlich ab 2025 sind für die zu erwartenden Mengen zusätzliche Standorte erforderlich.

Einer ist vorgesehen im Gebiet Steibode südlich des Autobahnkreuzes A1/A3 in Birrhard, das als Standort für eine regionale Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial sowie als Materialabbaugebiet in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden soll. Bis 18. Dezember findet das Mitwirkungsverfahren statt.

Rückblick: In den Jahren 2013 und 2014 wurden Arbeitsgruppen gegründet und eine umfassende Standortevaluation für Aushubdeponien in Brugg und Baden lanciert – mit dem Ziel, die regionale Entsorgungsplanung für mindestens 30 Jahre zu sichern. Das zur Festsetzung beantragte Gebiet Steibode hat in allen Abklärungen und Beurteilungen sehr gut abgeschlossen, heisst es im Planungsbericht.

Zeitdauer für Auffüllung beträgt rund 21 Jahre

Die geplante Deponiezone befindet sich am nördlichen Rand der Gewerbezone und umfasst eine Fläche von rund 11,5 Hektaren, die in der Landwirtschaftszone liegt. Vorgesehen ist eine duale Nutzung, also eine Kombination von Kiesabbau und anschliessender Höherschüttung.

Will heissen: Einerseits wird der Rohstoff abgebaut. Gemäss einer ersten Grobschätzung wird ein Kiesvolumen von total rund 2,2 bis 2,6 Mio. Kubikmeter vermutet. Die Abbaumächtigkeit beträgt rund 30 Meter. Ab 2026 soll die Auffüllung mit sauberen Aushub erfolgen.

Die Zeitdauer für den Kiesabbau beträgt voraussichtlich 15 bis 17 Jahre, diejenige für die Auffüllung – die inklusive Überhöhung weitgehend parallel erfolgt – rund 21 Jahre. Am Schluss schirmt der Deponiekörper das Siedlungsgebiet optisch und vom Lärm von der Autobahn A1 ab.

Für die Materialtransporte ist der Anschluss über die Lenzburgerstrasse sowie über die Birrfeldstrasse und die Langgasse vorgesehen. Ortsdurchfahrten werden laut Planungsbericht keine verursacht. Gerechnet wird mit einem Verkehrsaufkommen pro Werktag von durchschnittlich rund 170 Lastwagenfahrten: 85 Hin- und 85 Abfahrten.

Heute erfolgt Export über längere Distanzen

«Der Standort Steibode wurde zur Beantragung im kantonalen Richtplan ausgewählt, da die unmittelbare Umsetzbarkeit am wahrscheinlichsten erscheint», steht im Planungsbericht. Das Vorhaben sei sowohl bei den Grundeigentümern als auch bei der Standortgemeinde und beim Planungsverband Brugg Regio bekannt und werde akzeptiert beziehungsweise sogar begrüsst.

Gleichzeitig wird im Planungsbericht darauf hingewiesen, dass – mit einem potenziellen Auffüllvolumen von rund 3 Mio. Kubikmetern – die Entsorgungsplanung nur teilweise sichergestellt und dass andere geeignete Standorte weiterverfolgt werden, um die Ablagerungsengpässe zu beseitigen. Im 2019 wurden im Aargau pro Einwohner durchschnittlich 3,97 Kubikmeter Aushub abgelagert. In der Region Brugg waren es rund dreimal mehr.

Durch den Zusammenschluss regionaler Unternehmungen aus dem Bereich Aushubablagerung und Kiesgewinnung zur Firma Terractus AG können mehrere Kiesabbaugebiete sowie potenzielle Aushubdeponien in der Region Brugg aufeinander abgestimmt werden. Der Kiesabbau in der Region Birrfeld erfolgt auf diese Weise gestaffelt.

Aus wirtschaftlicher, ökologischer und verkehrstechnischer Sicht gilt gemäss Planungsbericht der Grundsatz: Wenn in der Region viel gebaut wird und demzufolge viel Aushubmaterial anfällt, dann ist dafür zu sorgen, dass die entsprechenden Ablagerungsmöglichkeiten in der Region bereitgestellt werden, statt den anfallenden Aushub über längere Distanzen zu exportieren.

Die Gewährleistung der Entsorgungssicherheit sei von hohem öffentlichem Interesse. Heute werde viel regional anfallender Aushub aus Brugg in andere Regionen oder bis nach Deutschland gebracht.

Durch Grossprojekte fällt viel Aushub an

Im Raum Brugg stehen in den nächsten Jahren verschiedene Grossprojekte an, bei denen mit grossen Mengen Aushubmaterial zu rechnen ist, wird im Planungsbericht ausgeführt. Genannt werden die Stichworte: Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase); 6-Streifen-Ausbau der A1; Bahntunnel Chestenberg; Bahntunnel Heitersberg.

Das Vorhaben am Standort Steibode muss einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden. Die Festsetzung des Materialabbau- und Deponiegebiets im kantonalen Richtplan ist in einem ersten Schritt die Voraussetzung für die Behandlung in der späteren Nutzungsplanung. Sämtliche Unterlagen liegen auf der Gemeindekanzlei Birrhard sowie bei der Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt öffentlich auf und stehen auch unter www.ag.ch/anhoerungen zum Herunterladen bereit.

Infoveranstaltung Der Gemeinderat Birrhard und der Planungsverband Brugg Regio laden die Bevölkerung von Birrhard zu einer Informationsveranstaltung ein zum Standort Steibode: Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr, Turnhalle Birrhard. Um eine Anmeldung wird bis 14. Oktober gebeten an gemeindeverwaltung@birr-hard.ch oder 056 225 17 36, damit der Anlass nach Covid-19-Richtlinien durch­geführt werden kann.

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