Brugg
Duke Special: Feinsinniger Poet mit Rastalocken

Der irische Liedermacher Duke Special begeisterte das Publikum im Salzhaus mit seiner ausdrucksstarken Stimme, melodiösen Songs, pfiffigen Texten und gekonntem Klavierspiel.

Ursula Burgherr
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Duke Special in Brugg
5 Bilder
Rastalocken sind das Markenzeichen des Sängers
Duke Special im Salzhaus Brugg zusammen mit Hanspeter Stamm auf der Bühne (ub)
Sein Hinterkopf ist geschoren, vorne trägt er Rastalocken
Duke Special bei seinem Auftritt im Salzhaus Brugg (ub)1

Duke Special in Brugg

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Duke Special – sein bürgerlicher Name lautet Peter Wilson – trat vor zwei Jahren schon einmal mit Foy Vance im Salzhaus auf. Das Publikum war derart begeistert, dass es die Künstler gar nicht mehr von der Bühne lassen wollte. Das Konzert artete in eine 4-stündige Session aus. Nun kam er wieder, diesmal solo, mit seinem neuen Album «Oh Pioneer» in der Tasche. Und mit gewohnt markanter Optik: den Hinterkopf kahl geschoren, vorne über das Gesicht hängende Rastalocken, die Augen mit schwarzem Kajal umrandet. Ebenfalls bemerkenswert waren seine Schlaghosen mit Schottenkaros.

Witziger Geschichtenerzähler

Wer aber wegen des exzentrischen Äusseren eine ausgeflippte Performance erwartete, lag falsch. Duke ist ein feinsinniger Poet und witziger Geschichtenerzähler – mit einem breiten musikalischen Spektrum, das von Pop bis zu Jazz reicht uns sich teilweise ans Vaudeville-Theater anlehnt. Er hat im Auftrag des Metropolitan Museums New York eine Fotoserie von Starfotografen aus den 20er- bis 40er-Jahren vertont. Aus diesem Werk sang er im Salzhaus unter anderem ein Lied über Rita de Costa, welche auf einem der alten Bilder zu sehen ist. Mit ihrer Schönheit bezirzte sie drei alte, reiche Männer, die sie alle überlebte und im grossen Stil beerbte. Aber auch Episoden aus Dukes Alltag kamen zu Gehör. Zum Beispiel, wie er einmal am Steuer seines Autos einschlief und knapp an einer Katastrophe vorbeischrammte.

Beim Lied «Apple Jack» über den Sündenfall von Adam und Eva verteilte der Bühnenkünstler Notenblätter im Publikum, das den Refrain mitsingen sollte. Es war ein Versuch, die Stimmung anzuheizen, aber die meisten Anwesenden zeigten sich eher zögerlich. Am lustigsten hatten es die Iren; eine ganze Schar von ihnen war zugegen und begleitete ihr Idol fröhlich mit. Bei einigen Songs stieg Hanspeter Stamm, der die Singer-/Songwriterabende im Salzhaus organisiert, auf die Bühne und untermalte Dukes Gesang mit dem Flügelhorn. Insgesamt war es ein schöner spontaner Konzertabend, und der in der Schweiz noch relativ unbekannte Musiker aus Belfast konnte ein paar Fans mehr für sich gewinnen.