Für die neue Jugendfest-Plattform jugendfest-brugg.ch hat Mirco Fritschi Drohnen-Aufnahmen vom diesjährigen Jugendfest gemacht. Ohne Bewilligung allerdings. Die Folge: Die Regionalpolizei (Repol) Brugg suchte den Drohnenpiloten per Zeugenaufruf.

Mirco Fritschi äussert sich nun in der aktuellen Ausgabe der Regionalzeitung «Regional» zu den Vorkommnissen. «Ich habe mich nach dem Zeugenaufruf umgehend selber gemeldet», sagt er. Gegenüber der az ergänzt er: «Da ich sehr viele Leute in Brugg kenne und mich auch viele beim Fliegen mit der Drohne gesehen und darauf angesprochen haben, wollte ich keinesfalls derjenige sein, der sich dem Fehler der vergessenen Bewilligung nicht stellt.» Repol-Chef Heiner Hossli bestätigt, dass sich der Drohnenpilot selber gemeldet hat. «Ich denke, dass dieser Umstand bei einer allfälligen Strafzumessung sicherlich berücksichtigt werden kann.» Denn: Fritschi wird wegen Übertretungen der Bestimmungen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) und des Polizeireglements der Regionalpolizei Brugg angezeigt. «Die Anzeige geht einerseits ans Bazl und andererseits an den Stadtrat Brugg», sagt Hossli. Diese Gremien werden über die Höhe der Busse entscheiden.

Es droht die gleiche Anzeige

Im Gespräch mit dem «Regional» sagt Mirco Fritschi auch, dass noch eine weitere Drohne ihre Kreise gezogen habe. Aber dass jetzt nur er, der sich selber gestellt hat, als «grosser Drohnen-Buhmann dasteht». Er selber habe mehrere Drohnen im Einsatz gesehen.

Repol-Chef Heiner Hossli meint: «Die Polizei hat nur eine Drohne festgestellt, die entlang des Heimzugs geflogen ist.» Nämlich diese von Mirco Fritschi. Das würden auch die Bilder beweisen. «Dass eine zweite Drohne im Einsatz war, können wir nicht bestätigen», sagt Hossli und ergänzt, dass wenn wirklich eine zweite Drohne geflogen ist und der Pilot oder die Pilotin ermittelt werden könne, seitens der Polizei die gleiche Anzeige erstattet werde wie bei Fritschi, weil für diesen Tag kein Gesuch gestellt beziehungsweise keine Bewilligung ausgestellt wurde.

Sonderbewilligung war nötig

Hintergrund: Beim Jugendfest wäre unter anderem auch eine Sonderbewilligung des Bazl wegen des Überflugs von grösseren Menschenansammlungen notwendig gewesen. Eine solche wurde für den Jugendfesttag nicht beantragt. «Bezüglich Bewilligungserteilung kommt es wegen des Einsatzgebietes und des Einsatzzwecks darauf an, ob allenfalls noch Vorschriften des Bazl beachtet werden müssen. Wenn dem so ist, muss der Gesuchsteller diese zuerst einholen und dann bei uns vorstellig werden», führt Heiner Hossli aus. Die fällige Gebühr hängt dann vom Aufwand ab, der für eine allfällige Prüfung des Gesuchs betrieben werden muss.

Im «Regional» räumt Mirco Fritschi den Fehler ein. «Dass wir keine Bewilligung eingeholt haben, war natürlich ein dummer Fehler – dafür stehe ich hin.» Er betont jedoch, dass die benutzte Drohne ein hochprofessionelles und äusserst sicheres Modell war. «Bei meiner Drohne handelt es sich um ein Modell mit allen erdenklichen Sicherheits-Sensoren», sagt er. Sie könne also nicht abstürzen und auch nicht ungewollt in etwas hineinfliegen. «Sie kehrt sogar rechtzeitig selbstständig zum Startpunkt zurück, wenn man unachtsam war und der Akku knapp werden sollte.» Die Drohnenbilder vom Feuerwerk und vom Heimzug sind übrigens auf der neu erstellten Jugendfest-Website aufgeschaltet.

So schön war der Rutenumzug und die Morgenfeier am Brugger Jugendfest: