Windisch
Drohnen inspizieren den absturzgefährdeten Kirchturm in Windisch

Der Zustand des Kirchenturms wird am Donnerstag mit «fliegenden Kameras» aus der Vogelschau erfasst. Die präzis ferngesteuerten Drohnen liefern bei ruhigem Schwebeflug und sanften Kamerabewegungen gestochen scharfe Foto- und Filmaufnahmen.

Edgar Zimmermann
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Die Drohne inspiziert den Kirchturm.

Die Drohne inspiziert den Kirchturm.

Claudia Meier

Wie ein grosses Insekt wirkte die Drohne, die während Stunden den Turm der reformierten Kirche in Windisch inspizierte.

Rückblick: An der reformierten Kirchgemeindeversammlung vom 23. Juni hatte Ernst Rauber, für das Bauwesen zuständiges Mitglied der Kirchenpflege, über die akut sanierungsbedürftige Turmspitze mit dem Bären, der mit Seilen vor dem Absturz gesichert werden musste (die az berichtete), informiert.

Auch der Zustand des gesamten Kirchturms müsse inspiziert werden. So dringt stellenweise Wasser durchs Mauerwerk.

Diese Untersuchung erfolgte am Donnerstag mithilfe von Drohnen, welche eine günstigere Lösung ermöglichen als die Zustandserfassung nach Erstellung eines Baugerüstes.

Beauftragt war die Firma Airmotion GmbH, Muri bei Bern, welche mit ihrer hochwertigen Technik im In- und Ausland tätig ist – nicht nur für Bauuntersuchungen, sondern auch für Imagefilme und Werbespots.

Am Donnerstagmorgen brachten Inhaber und Pilot Dominic Beyeler sowie Kameramann Alex Favarger zwei aus Karbon gefertigte Drohnen zum Einsatz: die eine mit acht Propellern (Oktokopter genannt), die andere mit vier (Quadrokopter).

Abwechslungsweise waren sie mit einer Video- und einer Fotokamera ausgerüstet, befestigt in einer Spezialhalterung.

Die präzis ferngesteuerten, von Elektromotoren angetriebenen Drohnen sind in der Lage, bei ruhigem Schwebeflug und sanften Kamerabewegungen gestochen scharfe Foto- und Filmaufnahmen in HD-Qualität zu erzeugen, die gleichzeitig auf einem Monitor am Boden mitverfolgt werden können. So nahmen die beiden Drohnen den Kirchturm von allen Seiten «unter die Lupe».

Dabei mussten sie nicht ihr ganzes «Können» beanspruchen: Sie sind in der Lage, bis in einer Höhe von 150 Metern zu wirken. Sie müssen allerdings nach 4 bis 15 Minuten jeweils wieder zum Startplatz zurückkehren, damit neue Batterien eingesetzt werden können. Rund 30 Batterien nahm Beyeler nach Windisch mit, um die Untersuchungen, die sich ab 9 Uhr bis in den Nachmittag hinein erstreckten, auszuführen.

Die Ergebnisse werden in einer Dokumentation zusammengefasst der Kirchenpflege übergeben, worauf Fachleute die Auswertung vorzunehmen haben.

Die letzte Turmrenovation war vor rund 50 Jahren erfolgt, wie Rauber erklärte. Nun wird sich zeigen, was neben der Instandstellung des zirka 400 Kilogramm schweren, aus Muschelkalk gefertigten Bären sonst noch an Sanierungsarbeiten am Kirchturm vonnöten ist.

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