Birr

Drei von vier Lokalen stehen zum Verkauf

Der Gasthof Bären ist verkauft. Wirt und Kunstmaler Patrick Hemmelmayr reist mit seiner Familie im Mai per VW-Bus Richtung Mittelmeer.

Der Gasthof Bären ist verkauft. Wirt und Kunstmaler Patrick Hemmelmayr reist mit seiner Familie im Mai per VW-Bus Richtung Mittelmeer.

Nach dem heutigen Rampenverkauf macht der «Bären» dicht. Der Wirt wird im Mai mit seiner Familie im VW Bus verreisen. Das Café Carina und Wydehof warten weiterhin auf Käufer.

Im Gasthof Bären in Birr wurden unzählige Feste gefeiert und früher sogar Turnerabende sowie Gemeindeversammlungen durchgeführt. Dieses Wochenende schliesst das Restaurant seine Türen. Das Hotel macht dann Ende März definitiv dicht. Nach 203 Betriebsjahren wurde die Liegenschaft verkauft.

Für den Wirt und Kunstmaler Patrick Hemmelmayr beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, in dem er sich einen Traum erfüllt: Mit dem bunt bemalten VW-Bus wird er in den nächsten Monaten im Mittelmeerraum unterwegs sein. Der 48-Jährige freut sich darauf, endlich mehr Zeit mit seiner Ehefrau Natascha und den drei Kindern (4 und 2½ Jahre, das Baby ist 7 Wochen alt) zu verbringen.

Mit dem Gedanken, die Liegenschaft zu verkaufen, spielte der Wirt seit einiger Zeit. «Der Aufwand in der Gastronomie wird immer grösser, da muss man sich gut überlegen, wie man den Betrieb in Schwung hält», sagt Patrick Hemmelmayr. «Bis und mit 2014 lief das Geschäft gut – auch dank dem Hotel.

Der Euro-Crash Anfang 2015 und der heisse Sommer bescherten dem ‹Bären› Einbussen.» Bis im letzten Sommer waren rund 20 Mitarbeiter auf der Lohnliste. Jetzt sind es noch 14. Der Wirt informierte sein Team früh über die Pläne: «So konnten wir die Personalkosten und die Öffnungszeiten reduzieren. Ich bin stolz, dass wir als florierender Betrieb aufhören können.»

Verkauft über 80 Originale

Hemmelmayr, der das Geschäft während fast 20 Jahren führte, ist froh, dass alle Mitarbeiter eine neue Stelle gefunden haben. Der Käufer hat vor, den Zweck der Liegenschaft zu modifizieren. Künftig sollen Studios und Wohnungen an Kurzaufenthalter und Monteure vermietet werden. Auf eine Weiterführung des Restaurants und des Hotels im klassischen Sinn wird verzichtet.

Seiner grossen Leidenschaft – der Kunstmalertätigkeit – will Patrick Hemmelmayr auf jeden Fall treu bleiben und diese sogar intensivieren. «Ich muss absolut frei sein, damit ich neue Visionen und Ideen entwickeln kann», sagt er. Rund ein halbes Jahr will er mit seiner Familie reisen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Gut möglich, dass er künftig wieder Kunst-Workshops anbieten wird.

Wer nicht bis zur nächsten Kunstausstellung von Patrick Hemmelmayr warten mag, kann sich heute Samstag zwischen 13 und 17 Uhr am bunten Bärenmarkt und Rampenverkauf mit etwas Glück ein Original des Künstlers erwerben. Neben rund 80 Kunstwerken stehen auch diverse Kunst- und Dekorationsgegenstände sowie Büro- und Verbrauchsmaterialen zum Verkauf. «Alles muss weg, ob Gewürzmischung, Saucenbinder oder Kaffeebohnen. Einzig von der grossen Weinauswahl werde ich mir noch ein paar gute Flaschen auf die Seite legen», sagt Hemmelmayr.

Am Wochenende ins «Carina»

Nur wenige Meter vom Gasthof Bären entfernt befindet sich das Restaurant Linde Birr. Das vor gut einem Jahr neu eröffnete Lokal dürfte sich nach der «Bären»-Schliessung über weitere Gäste freuen. Ab April gelten die Sommeröffnungszeiten. Die «Linde» ist dann am Samstag und Sonntag geschlossen, weil sie keine Gartenwirtschaft hat.

Wer am Wochenende in Birr einkehren will, kommt im Restaurant Café Carina zum Zug. Michèle und Karl Schollenberger eröffneten das Lokal vor 45 Jahren. Bekannt ist das «Carina» für die hausgemachten Glacespezialitäten. Das Wirteehepaar ist über 70 Jahre alt und möchte die Liegenschaft verkaufen, weil keine Nachfolge in Sicht ist.

Es gebe mehrere Interessenten, sagt Karl Schollenberger. Wenn möglich, soll das Lokal mit dem grossen Parkplatz weiterhin als Restaurant betrieben werden. «Wir machen so lange weiter, bis wir einen Käufer finden. Schliessen wollen wir das ‹Carina› nämlich nicht», so der Wirt.

Auch das Eventlokal Wydehof steht mangels Nachfolger zum Verkauf. Eigentümer ist der Volksmusikliebhaber Sepp Trütsch. Der Vorteil sei, dass er nicht verkaufen müsse und deshalb genau schauen könne, wer zum «Wydehof» passt. Das Lokal muss laut Trütsch als Personalrestaurant weitergeführt werden. Der Betrieb des Event-Bereichs biete sich ebenfalls an. Geschäftsführer Alexander Thörig betont, dass sie für Gruppen ab 20 Personen gerne auch am Wochenende oder am Abend für die Gäste da seien.

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