Brugg
Drei Künstler laufen im Salzhaus zu Hochform auf

Wie spannend das Material Papier sein kann, zeigt die Herbstausstellung im Salzhaus. Die Künstler Kathrin Biffi-Frey (Bilder), Erika Herren (Objekte) und Marius Brühlmeier (Bilder und Objekte) laden zur Ausstellung.

Elisabeth Feller
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Salzhaus Brugg
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AZ

Davon träumen Künstler: Räume, die Kunstobjekte nicht als Fremdkörper, sondern als dazugehörig erscheinen lassen. Über solche Räume verfügt das Salzhaus. Dabei sind sie mit schmalen Fensteröffnungen, Holzsäulen oder Kaminrohr nicht einfach zu bespielen. Bei Kathrin Biffi-Frey (Bilder), Erika Herren (Objekte) und Marius Brühlmeier (Bilder und Objekte) muss es Liebe auf den ersten Blick gewesen sein: Sie haben die Salzhaus-Räume respektvoll, aber selbstbewusst in Besitz genommen.

Mitten im Adergeflecht

Papier in den vielfältigsten Formen und Transformationen stellt das Trio vor. Kathrin Biffy-Frey spielt mit der Transparenz. Sie führt etwa gewachste Papierstreifen auf mehreren Ebenen so zueinander, dass die Betrachterin das Gefühl hat, dass sie mitten in einem Adergeflecht sitzt. Positioniert sie sich etwas seitlich, bemerkt sie erst den raffinierten, dreidimensionalen Aufbau des Gemäldes.

Der Kontrast zu den anderen, wie Granit wirkenden Bildern ist jedenfalls denkbar gross – das Auge macht eine Reise vom Hellen ins Dunkle mit. Das ist im Nebenraum mit seinem dominanten Kaminrohr völlig anders. Erika Herren hat ihn in eine lichte, grüne Oase verwandelt. Schalen aus Papier oder Kugeln sind hier auf dem Boden postiert oder ruhen auf dem Finstersims. Dort nehmen sie – je nach Lichteinfall – immerzu eine andere Farbe an. Filigran und dennoch stabil wirken diese Gebilde aus denen bisweilen eigentliche Haarbüschel wuchern.

Erlaubt das Material Papier solches? Nein. Erika Herren hat für ihre Kugeln, aber auch für ein seidig anmutendes Kleid Gras- und Pflanzenfasern verwendet. Diese kocht sie – mit hinreissendem Resultat. Nur wenige Schritte weiter taucht die Besucherin in eine gegensätzliche Welt ein. Wie Biffi-Frey und Herren, ist auch Marius Brühlmeier ist die Lust anzumerken, mit dem ihm zur Verfügung stehenden Raum zu spielen. An den roh verputzten Wänden hängen Bilder, die vorerst flächig wirken. Erst wer davor verweilt, bemerkt Aufwürfe, die Landschaften evozieren – ohne den Hauch einer naturalistischen Darstellung. Auch hier gilt: Wer seine Position ändert, gewinnt neue Ansichten und damit die Einsicht: Nichts ist beständig.

Salzhaus Brugg Bis 23. 9.: Mi und Fr, 17–19 Uhr; Sa und So, 14–17 Uhr.