Mülligen

Drei Gemeinderäte treten bis kommenden März zurück – das sind die Gründe

Das Gemeindehaus in Mülligen

Das Gemeindehaus in Mülligen

In Mülligen fand die gemeinderätliche Orientierungsversammlung mit Masken und viel Abstand statt. Es ging um die kommende Rücktrittswelle im Gemeinderat und weitere Projekte im Dorf.

Die Gemeinde Mülligen steht vor einem fast existenziellen Problem, drei der fünf Mitglieder des Gemeinderates haben demissioniert. Ende Jahr wird Gemeinderat Rudolf Bachmann das Gremium aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Aus beruflichen Gründen tritt Samuel Baldinger am 7. März zurück und Patricia Gwerder wird am 31. März ihr Amt niederlegen, sie zieht aus Mülligen weg. Damit bleiben einzig Gemeindeammann Ueli Graf und Vizeammann Stefan Hänni.

«Stefan und ich haben uns in den letzten Wochen intensiv mit dieser Situation auseinander gesetzt», sagte Graf. Er präsentierte am Orientierungsabend den Fahrplan für die nächsten Wochen: Bis spätestens am 22. Januar um 12 Uhr müssen Kandidaturen für die Gemeinderatswahl bei der Kanzlei eingereicht werden. Am 7. März findet die Ersatzwahl für drei Mitglieder der Exekutive statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Orientierungsabends, mit Schutzmaske und genügend Abstand

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Orientierungsabends, mit Schutzmaske und genügend Abstand

Gemeindeammann will im Laufe der Amtsperiode aufhören

Vizeammann Stefan Hänni wird als Gemeindeammann kandidieren. Ueli Graf tritt als Gemeindeammann zurück, stellt sich aber als Gemeinderat zur Verfügung. Er beabsichtigt im Laufe der Amtsperiode zurück zu treten: «Ich werde 73 Jahre alt.»

Eine der am 7. März neu gewählten Personen soll als Vizeammann kandidieren. «Mit diesem Vorgehen wollen wir eine Schadensbegrenzung erreichen, die Beschlussfähigkeit des Gremiums sichern und einen konstruktiven Übergang in eine neue Ära gewährleisten», betonte Graf. Dann gab er die Diskussion in der Mehrzweckhalle frei.

«Die Lage ist nicht gut, aber wir packen das», sagte Graf, um doch noch eine positive Nachricht nachzuschieben: «Wir haben einen neuen Gemeindeschreiber gefunden, der Vertrag wird nächste Woche unterschrieben.»

Neuer und grösserer Kindergarten geplant

Mülligens Kindergarten Nord ist in die Jahre gekommen. Vizeammann Stefan Hänni präsentierte ein Neubauprojekt des Brugger Architekten Daniel Schatzmann. Das Gebäude soll anstelle des abzubrechenden Kindergartens zu stehen kommen, aber grösser sein.

«Wir werden das Projekt mit dem Baukredit der Gemeindeversammlung unterbreiten», sagte Hänni. Die Gesamtkosten sind auf 1,89 Mio. Franken veranschlagt. Im Namen der Finanzkommission betonte Marcel Huber, dass beim Bau die Finanzen im Auge behalten werden müssen, aber: «Die Finanzkommission unterstützt Projekt und Baukredit.»

Der neue Kindergarten soll so an den bestehenden angebaut werden, dass beide denselben Eingang nutzen können. Der grosse Baum soll als Schattenspender erhalten bleiben. Mit dem Neubau wird der minimale Waldabstand von 18 Metern unterschritten.

Visualisierung des geplanten Kindergartens

Visualisierung des geplanten Kindergartens

Das sollte jedoch kein Problem sein, denn so Hänni: «Der Kanton hat uns eine Ausnahmebewilligung in Aussicht gestellt.» Während der Bauzeit soll auf dem Schulhausplatz ein Provisorium aufgestellt werden. Die Abklärungen hatten gezeigt, dass eine Sanierung des bestehenden Gebäudes nicht sinnvoll ist. Zahlreiche Teile des Kindergartens sind asbestbelastet, was eine Sanierung aufwändig machen würde. Der Neubau soll nicht unterkellert werden, wie Hänni auf eine Frage aus der Versammlung antwortete.

Keine Lastwagen im Dorf wegen Deponie gefordert

Im Steinboden, südöstlich der Autobahnabzweigung A1/A3, auf Gemeindegebiet Birrhard ist ein 12 Hektar grosses Abbaugebiet geplant. In den nächsten 25 Jahren sollen dort rund 2,6 Millionen Kubikmeter Wandkies gewonnen werden. Später soll das Areal mit Saubermaterial aufgefüllt werden.

Jetzt steht der Eintrag in den kantonalen Richtplan bevor, für den Gemeinderat der richtige Zeitpunkt sich zu wehren. «Wir verlangen, dass im Richtplan festgehalten wird, dass die Lastwagen nicht via Mülligen fahren», sagte Gemeindeammann Graf. Er stellte in Aussicht, dass die Gemeinde falls nötig den Rechtsweg beschreiten werde. Immerhin wird mit rund 170 Lastwagenfahrten pro Werktag gerechnet.

Für die Orientierungsversammlung stellte die Gemeinde ein Schutzkonzept zusammen. Während der ganzen Versammlung galt Maskenpflicht. Wer innerhalb der nächsten 14 Tage positiv auf Corona getestet wird, soll sich in der Gemeindeverwaltung melden. Nach einer Stunde verabschiedete Graf mit den Worten: «Bleibt gesund.»

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