Heute, am 1. August 2016, feiert die Schweiz ihren Geburtstag, bis die «gemischten Damen» des STV Bözberg das Publikum im wilden Galopp 725 Jahre zurück in die Vergangenheit bringt. Angekommen im Jahr 1291 – zwischen hohen Bergen, blauen Seen und grünen Matten –, tritt Wilhelm Tell (Gino Fedrizzi) auf. Ganz unheroisch muss er seinen Sohn Walterli, gespielt von Samuel Plüss, zwingen, abzuwaschen und seine Hausaufgaben zu erledigen, bevor sie zusammen auf Gänsejagd gehen können. Während Tell drei Gänse des «MuKi-» und «VaKi-Turnens» mit nur einem Pfeil erlegt, hat Walterli mit der Armbrust grosse Mühe: «Pass doch auf, das ist das einzige Publikum, das wir haben», sagt Tell.

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Die Geräteturnenden leisten Fronarbeit, bis sie vom Tod ihres Herren erfahren.

Die Geräteturnenden leisten Fronarbeit, bis sie vom Tod ihres Herren erfahren.

Abfällige Sprüche über den Hut

Trotzdem machen sich die beiden auf den Weg nach Altdorf, um Walterli eine eigene Armbrust zu kaufen. In Altdorf tanzt die Frauenriege auf dem Marktplatz, bis der «Herr Magistrat, Doktor, Oberstudienherr, Freiherr und Landvogt Gessler der Grosse», gespielt von Thomas Obrist, einreitet. Die «grosse Mädchenriege» kümmert sich um den Hut des bösen Habsburgers mitten auf dem Marktplatz. Tell hat für den Hut nichts als abfällige Sprüche übrig und so zwingt der Habsburger, Tell den Apfel von Walterlis Kopf zu schiessen. Vor dem legendären Schuss nehmen die beiden gemeinsam einen «Schnupf», um die Nerven zu beruhigen.

Um sich vor dem drohenden Angriff zu schützen, rüstet der Turnverein in den drei Talschaften auf.

Um sich vor dem drohenden Angriff zu schützen, rüstet der Turnverein in den drei Talschaften auf.

Wie das «KiTu» zeigt, trifft Tell zwar den Apfel, aber er hat sich einen zweiten Pfeil für Gessler eingesteckt und «das verstösst gegen die Bilateralen und alles andere auch», wie Gessler sagt.

Tell muss in Gefangenschaft der «kleinen Mädchenriege» über den Urnersee fahren. Glücklicherweise gelingt ihm im Sturm die Flucht und er legt sich in der hohlen Gasse auf die Lauer. Der nichts ahnende Gessler reitet mit der «kleinen Jugi» genau in die Falle. Getroffen von Tells Pfeil, stirbt Gessler einen sehr langen Tod. Dieser Tell ist gnädig: Die Feinde nehmen gemeinsam noch einen «Schnupf» für die Nerven, bevor beim Österreicher die Lichter ausgehen.Die Geräteturnenden leisten währenddessen Fronarbeit, bis sie vom Tod ihres Herren erfahren und sich gegen die Habsburger auflehnen. Sie schicken drei Vertreter – Alessandra Baschnagel, Cornelia Gasser und Regula Weber – aufs «Rütli» zu einem «Tech-Tell-Mech-Tell».

Der Apfelschuss.

Der Apfelschuss.

Rütli oder «Chrütli»?

Die drei, die auch für das Drehbuch verantwortlich sind, schwören zusammen mit der «grossen Jugi» den Eid, nachdem klar ist, dass es hier nicht um «Chrütli» geht, die man rauchen kann. Um sich vor dem drohenden Angriff zu schützen, rüstet der Turnverein in den drei Talschaften auf. Trotz des gemeinsamen Eids sehen die Vorbereitungen für die Schlacht ganz unterschiedlich aus: Während die erste Talschaft ihre Küchenmesser schleift, die zweite mit militärischen Drill vorgeht, macht die dritte gemütlich Yoga. Die Habsburger, in Form der Männerriege, rücken trotzdem an und es kommt zur Schlacht, welche die Eidgenossen ohne Verluste gewinnen.

Am Samstagabend findet um 20 Uhr noch eine Vorstellung des «Tech-Tell-Mech-Tells» in der Turnhalle auf dem Bözberg statt.