Drei Kandidatinnen, ein Ziel: Sie alle wollen den Sitz in der Schulpflege Bözberg besetzen, der nach dem Abgang von Präsidentin Barbara Dethomas frei wurde. Alle drei haben sich erst in der Nachmeldefrist für die Wahl angemeldet. Aus unterschiedlichen Gründen.

Der «fremde Fötzel»

Franziska Engler (43) ist Neuzuzügerin, der «fremde Fötzel», wie sie selber sagt. Erst seit letztem Herbst wohnt die visuelle Gestalterin mit ihrer Familie in Bözberg. Immer schon war sie politisch interessiert, besonders am Bildungswesen in der Schweiz. «Ich habe in Wettingen, Luzern und Zürich gewohnt», sagt sie. «Die feinen kantonalen Unterschiede im Bildungswesen finde ich spannend.»

Beim ersten Aufruf habe sie noch gehadert. Kaum eingezogen, kenne sie die Menschen und die Gepflogenheiten in Bözberg noch nicht. Darum wollte sie nicht in stiller Wahl gewählt werden. Die Menschen sollten wählen können, ob sie in diesem Amt lieber jemanden möchten, der schon lange hier wohnt. Auch machte sie sich anfänglich Sorgen wegen des medialen Aufruhrs, den es vor Weihnachten an der Schule Bözberg gab. «Ich wollte mir die Finger nicht verbrennen.» Ein Gespräch mit Hans Peter Flückiger, Präsident der Schulpflege, habe einiges geklärt. «Es kann auch ein Vorteil sein, dass ich völlig unvoreingenommen in dieses Amt steigen würde», meint Franziska Engeler. Und so entschloss sie, sich für das Amt zu melden. «Wir wurden von der Gemeinde herzlich aufgenommen», sagt sie. Und obwohl ihre Tochter im nächsten Sommer in den Kindergarten kommt, könne sie objektiv handeln.

Die Unbelastete

Ähnlich klingt es bei Anja Plüss. Die 32-Jährige hat zwar zwei Kinder, beide sind aber noch nicht schulpflichtig. «Ich könnte dieses Amt völlig unbelastet annehmen», sagt die Einkäuferin von verschiedenen Waren. Zudem: «Die Geschichte mit der Softair-Waffe ist Vergangenheit. Sollte es während meiner Amtszeit zu ähnlich anspruchsvollen Problemen kommen, ist die Schulpflege ja dazu da, diese professionell zu lösen. Ich bin überzeugt, dass meine Berufserfahrung mir dabei helfen würde».

Auch Anja Plüss ist relativ neu in der Gemeinde Bözberg. Vor eineinhalb Jahren ist sie mit ihrer Familie hierhergezogen und wurde herzlich aufgenommen. Mit ihrer Kandidatur möchte sie der Gemeinde etwas zurückgeben. «Es ist wichtig, dass man sich engagiert», findet sie. Zudem sei ihr die Zukunft der Schule nicht egal. «Ich würde mich dafür einsetzen, dass die Schule hier auf dem Bözberg erhalten bleibt.» Beim ersten Aufruf habe sie sich nicht gemeldet, weil der Termin vor Weihnachten war. «Es war sonst viel los und ich ging davon aus, dass das Interesse an diesem Amt sehr gross sein wird», sagt sie. Anja Plüss betont, dass sie genügend Ressourcen hätte, das Amt zu bekleiden. «Und wir werden sicher noch lange in dieser Gemeinde bleiben.»

Die Ur-Bözbergerin

Die Gemeinde in- und auswendig kennt die dritte und letzte Kandidatin, Sandra Fehlmann (39). Sie ist quasi die Ur-Bözbergerin in diesem Trio. Sie ist hier aufgewachsen und hat gerade mal zwölf Jahre ihres Lebens ausserhalb der Gemeinde verbracht. Vor vier Jahren ist sie mit ihrer Familie zurückgekehrt, hat ein Haus gebaut. Im September wurde sie erstmals Mutter. «Ich bin jetzt vorläufig Hausfrau und habe daher Zeit, mich mehr in der Gemeinde zu engagieren und auch die Lust dazu», sagt sie.

Zuerst dachte sie, dass es sicher andere gäbe, die in die Schulpflege möchten. Darum habe sie vorerst nicht angemeldet. «Als niemand kandidierte, dachte ich: ‹Schade, dass die Gemeinde Mühe hat, dieses Amt zu besetzen, darum habe ich mich dann gemeldet», erklärt sie. Ein solches Amt sei spannend. Sie engagiert sich auch als Vorstands-Mitglied des Vereins «Kein Atommüll im Bözberg» (Kaib). Sandra Fehlmann betont, dass sie neutral an die Sache herangehen kann, da sie keine schulpflichtigen Kinder hat. «Ich könnte aus der Vogelperspektive beurteilen und objektive Entscheidungen fällen. Das ist ja vielleicht schwieriger, wenn man selber Kinder in der Schule hat», so Fehlmann. «Die Zukunft der Gemeinde, meiner Gemeinde, interessiert mich.»

Die Ersatzwahl eines Mitglieds für die Schulpflege für den Rest der Amtsperiode 2014/2017 findet am 28. Februar statt.