Windisch

Dreharbeiten für «De Schacher Sepp»: Nach vier Stunden ist alles im Kasten

Bitte die Augen schliessen: Peter Steiner alias Beinlichrömer wird für seinen Auftritt geschminkt.

Bitte die Augen schliessen: Peter Steiner alias Beinlichrömer wird für seinen Auftritt geschminkt.

Der Regisseur Rico Spring inszeniert 2015 im Rahmen des Aargauischen Freilicht-Spiels «De Schacher Sepp» im Park von Königsfelden: Jetzt wurden dazu in Aarau Kurzfilme gedreht.

Einer der Kurzfilme gelangt noch in diesem Jahr zur Aufführung, der andere muss sich bis 2015 gedulden. Hauptthema bei beiden: die Freilicht-Inszenierung «De Schacher Sepp» 2015 unter der Regie von Rico Spring.

Zum Dreh in Aarau geladen wurden der Schacher Sepp, gespielt vom 75-jährigen Erich Honegger, sowie der Beinlichrömer, verkörpert vom 64-jährigen Peter Steiner. Für die Belichtung, den Ton und die Filmaufnahmen zeichnet eine Person verantwortlich – Javier Garcia.

Mit einfachen Hilfsmitteln wird der Dreh umgesetzt. Um Farbe in den blassen Raum zu bringen, wird ein grünes Tuch hinter der Totenkutsche montiert. Und um die Kamera auf die richtige Höhe zu bekommen, wird deren Stativ kurzerhand auf Styroporblöcke gestellt.

Improvisieren ist angesagt

Javier Garcia lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, verlegt Kabel, montiert Mikros und sorgt für die richtige Beleuchtung. Alles ohne Hektik. Diese Idylle stört nur das «Garagentor», das sich jeweils in einer höllischen Geschwindigkeit öffnet, um genauso schnell den Rollo wieder herunterzulassen. Ein Hand-Test vom Beinlichrömer beruhigt jedoch alle. Das «Höllen-Ding» stoppt, wenn es einen «Widerstand» verspürt.

Dann kommt plötzlich Leben aufs Filmset. Der Beinlichrömer und der Schacher Sepp klettern auf den Kutschbock des Leichenwagens. Die Weisungen von Regisseur Rico Spring, nach dem Einleitungssatz mit dem Oberkörper nach links zu kippen, dann wegen des holprigen Wegs nach vorne und zuguterletzt nach rechts wollen erst nicht so recht greifen.

Nach einigen Anläufen ist die erste Szene jedoch im Kasten. Sehr zur Freude aller. Bestimmt auch zur Freude von Brigitte Erni und ihrem Team, die nicht nur für die Maske, sondern auch als «Souffleusen» amten. Allerdings nicht flüsternderweise, sondern mithilfe von grossen Text-Plakaten. Was um 11 Uhr begann, hatte um 15 Uhr ein Happy End. Die grosse Arbeit des Zusammenschnitts steht Filmer Javier Garcia aber noch bevor.

Arbeit kommt auch auf die beiden Protagonisten Peter Steiner und Erich Honegger zu. Beide haben jedoch bereits bei den Schacher-Sepp-Inszenierungen von Rico Spring 2005 und 2010 mitgewirkt. Somit dürfte ihnen – als alte Hasen – das Textbüffeln nicht allzu zu grosse Arbeit machen. Zudem mögen beide ihre Rolle. Peter Steiner: «Es gefällt mir, etwas darzustellen, dass es in dieser Form gar nicht gibt. Müsste ich jedoch einen ‹harten Tod› spielen, hätte mich das nicht gereizt.» Erich Honegger freuts, dass er als Schacher Sepp in die Rolle seines Grossvaters schlüpfen kann. «Ich habe ihn sehr verehrt.»

Steiner und Honegger sind seit Jahrzehnten als Laien-Schauspieler tätig. Dass es ihnen Spass macht, steht ausser Frage. Spass gemacht hats auch Regisseur Rico Spring. «Ich bin zufrieden mit dem Resultat. Alle waren motiviert, haben voll mitgemacht. Es wird ein gutes Produkt werden. Aber stressig wars schon auch.»

Geniessen kann man den ersten Kurzfilm zum «Schacher Sepp» anlässlich des Aargauischen Freilicht-Spektakels «Die französische Seemannsbraut», das am 25. Juli im Königsfelder Park Premiere feiert. Auch dort zeichnet Spring für die Regie verantwortlich. Mit dem Kurzfilm soll auf das 11. Spektakel 2015 neugierig gemacht werden.

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