Remigen
Dokumente in altdeutscher Schrift entdeckt: Leser gesucht und gefunden

In einem Nachlass sind Dokumente in altdeutscher Schrift zum Vorschein gekommen. Die Gemeinde will nun prüfen, was archiviert werden soll.

Deborah Bläuer
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Auf der Gemeindeverwaltung Remigen haben sich Personen gemeldet, welche die altdeutsche Schrift lesen können.

Auf der Gemeindeverwaltung Remigen haben sich Personen gemeldet, welche die altdeutsche Schrift lesen können.

Annika Buetschi / az

Keine leichte Aufgabe: Die rund 50 in altdeutscher Schrift verfassten Seiten stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind aus dem Nachlass eines ehemals in Remigen wohnhaften Lehrers. Da der Finder die Dokumente nicht entziffern konnte, wandte er sich an die Gemeinde. Doch auch dort konnte ihm nicht weitergeholfen werden, da niemand die altdeutsche Schrift lesen kann.

Um jemanden zu finden, der die Dokumente entziffern kann, startete der Gemeinderat im Mitteilungsblatt einen Aufruf: Wer das Wissen, die Zeit und die Freude habe, die Dokumente zu sichten, solle sich melden. Auch das Regionaljournal berichtete darüber. Mittlerweile haben zahlreiche Personen aus der ganzen Schweiz, darunter sechs aus Remigen, mit Gemeindeschreiber Jonas Hürbin Kontakt aufgenommen.

Am Montag entschied sich der Gemeinderat nun dafür, jemanden aus dem Ort mit der ersten Sichtung der Papiere zu beauftragen. Dabei sollen Dokumente, die von öffentlichem Interesse sind, aussortiert werden. Der Gemeindeschreiber könnte sich vorstellen, dass sich darunter Bürgschaften, Verträge oder Jagdpatente befinden.

Diese Dokumente sollen übersetzt und anschliessend im Gemeindearchiv abgelegt werden. Dauer und Umfang des Arbeitsaufwands können zurzeit noch nicht abgeschätzt werden. Je nachdem werden für die Übersetzung zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Personen hinzugezogen.