Brugg
Doch kein Untergang - die Brugger Neujahrsblätter leben weiter

Im Frühling 2012 war die traditionsreiche Publikation dem Untergang geweiht. Nun erstanden die Brugger Neujahrsblätter wie Phönix aus der Asche. Neues Konzept und frisches Layout kommen beim Publikum sehr gut an.

Elisabeth Feller
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Eine Szene aus «Unternehmen Paradies», der letzten Produktion im Rahmen des Königsfelder Festspiels. Das erste Kapitel der Brugger Neujahrsblätter 2013 widmet sich der eindrücklichen Mehrspartenproduktion in der Klosterkirche.

Eine Szene aus «Unternehmen Paradies», der letzten Produktion im Rahmen des Königsfelder Festspiels. Das erste Kapitel der Brugger Neujahrsblätter 2013 widmet sich der eindrücklichen Mehrspartenproduktion in der Klosterkirche.

Eine Vernissage wie aus dem Bilderbuch: Das Salzhaus ist derart voll, dass fast kein Durchkommen ist. Nicht verwunderlich, wird doch die Wiedergeburt der Brugger Neujahrsblätter 2013 gefeiert. Noch im Frühling dieses Jahres hätten viele kaum auf eine Neuauflage der traditionsreichen Publikation gewettet. Diese schien dem Untergang geweiht – erstand dann aber wenige Monate später wie Phönix aus der Asche. Wird es bei einem Höhenflug bleiben? «Nein», sagt Stefan Biedermann, CEO der Effingerhof AG, Retterin der Neujahrsblätter: «Ich schaue optimistisch in die Zukunft.»

Das heisst nichts anderes, als dass weitere Ausgaben geplant sind. Und das, obgleich die Neujahrsblätter vor dem Abgrund standen, weil ihre Leserschaft schwand und die Publikation somit nicht mehr verkauft wurde. «Natürlich würden wir von der aktuellen Ausgabe gerne 600 Exemplare verkaufen», sagt Stefan Biedermann, «doch ein Print-Produkt – zumal eines mit neuem Konzept – braucht stets einige Jahre, um sich durchzusetzen.» Biedermann glaubt, dass die Neujahrsblätter 2013 mit einem weit höheren Anteil von Artikeln als bis anhin – es sind 24 – , einer breiteren Themenvielfalt und vermehrten optischen Anreizen «ein Begleiter durch das ganze Jahr sein kann für breitere Bevölkerungskreise.»

Die «sehr gute Resonanz an der Vernissage und danach» bestärkt Biedermann in seiner Absicht, die Brugger Neujahrsblätter am Leben zu erhalten. Das Potenzial sei noch längst nicht ausgeschöpft, betont der CEO und doppelt nach: «Wichtig ist, dass die Menschen, die in der Region Brugg leben den Plausch haben an der Lektüre.»

Hans-Peter Widmer, Autor der umfangreichen Chronik am Schluss der Publikation, stimmt Biedermann zu. «Dass es unter enormen Zeitdruck, innert nur neun Monaten gelungen ist, die Ausgabe 2013 neu zu konzipieren und herauszugeben, verdient Respekt.»

Für Widmer «ist diese Schrift ganz wichtig für die Region Brugg, denn wer seine Gegenwart verstehen will, muss die Vergangenheit kennen» – und genau dies gewährleisteten die Brugger Neujahrsblätter. Diese sind für den ehemaligen Redaktor «das Gewissen der Region.» Widmer stellt fest: Das Bedürfnis nach den Brugger Neujahrsblättern sei stets dagewesen; immerhin hätten diese bereits mehr als 120 Jahre überstanden, was doch sehr beachtlich sei.

Dass der Inhalt der Publikation der Zeit Rechnung tragen müsse, ist für Widmer selbstverständlich. Deswegen kann er sich die Blätter nicht allein in Buch-, sondern auch in digitaler Form vorstellen. «Selbstverständlich nicht gratis.» Hans-Peter Widmer glaubt, dass mit der digitalen Form auch neue, jüngere Leserinnen und Leser angesprochen werden könnten.