Brugg

Diskussionen und Horizonterweiterung: Rentner schätzen das Studenten-Angebot Campuscinema

Thomas Gröbly ist Dozent für Ethik und Nachhaltigkeit und organisiert seit 2013 – als treibende Kraft – die Veranstaltungsreihe Campuscinema im «Odeon» Brugg.

Thomas Gröbly ist Dozent für Ethik und Nachhaltigkeit und organisiert seit 2013 – als treibende Kraft – die Veranstaltungsreihe Campuscinema im «Odeon» Brugg.

Dozent Thomas Gröbly sagt, was Campuscinema zu bieten hat.

Vor zwei Wochen hat an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) das neue Semester begonnen. Die Studenten reisen morgens in Scharen an und nach Unterrichtsschluss abends meistens gleich wieder ab. «Der Campus ist wie ein Getto», sagt Thomas Gröbly, Dozent für Ethik. «Die Studenten und Mitarbeiter finden dort alles, was sie brauchen. Wieso sollten sie also in die Stadt gehen?» Mit dem Campuscinema, einem Angebot des Kulturhauses Odeon in Kooperation mit der FHNW, wird versucht gegenzusteuern. Gröbly arbeitet seit den Anfängen im Jahr 2013 mit.

Im Rahmen von Campuscinema wird zweimal pro Monat, jeweils mittwochs ab 18 Uhr, ein Film im Kino Odeon in Brugg gezeigt. Anschliessend findet eine Podiumsdiskussion mit einem oder mehreren ausgewählten Experten statt. Der Eintritt beträgt für Studenten5 und für andere Gäste 15 Franken.

Hochschulen arbeiten zusammen

So weit, so gut. Allerdings wird dieses Angebot von den Studenten leidlich genutzt, dafür umso mehr von der ansässigen Bevölkerung. Zwischen 50 und 120 Leute besuchen jeweils die Veranstaltung. Ungefähr zwei Drittel davon sind keine Studenten. Insbesondere bei Rentnern scheine das Angebot Anklang zu finden, erzählt Gröbly. Er findet es erfreulich, dass auch viele Nicht-Studenten an die Filmreihe kommen.

Die FHNW dürfe sich nicht nur gegen innen orientieren. Für das Fernbleiben vieler Studenten äussert er Verständnis. Sie hätten heutzutage viel Druck. Dennoch könnten sie von Campuscinema profitieren. Gröbly erklärt: «Das Campuscinema ist eine Plattform, wo sich Studierende und Dozierende der drei Hochschulen in einem entspannten Ambiente treffen können und wo die Grenzen aufgeweicht werden.»
Werbung macht Gröbly mit Flyer, auf den Monitoren bei den Eingängen und via FHNW-Newsletter. Er hofft, dass die anderen Dozenten in ihrem Unterricht auf die Veranstaltung hinweisen.

Gröbly sieht das Campuscinema als Horizonterweiterung für die Studierenden an. Er ist der Meinung, sie sollten auch über Dinge Bescheid wissen, die über das Fachliche hinausgehen: «Es gibt ja die zwei Begriffe Ausbildung und Bildung. Die Bildung geht über die Ausbildung hinaus: Sie ist Weltverständnis und Grundlage des Humanismus. Für die zukünftigen Aufgaben der FHNW-Absolventen unabdingbar».

Um die Interessen des Zielpublikums zu berücksichtigen, wird die Auswahl der Filme von einer Gruppe aus Studenten, Dozenten und dem Betriebsleiter des Kino Odeon, Stephan Filati, getroffen. Dabei wird versucht, in jedem Semester zwei Filme zu Pädagogik, Wirtschaft oder Technik, je nach Hochschule, anzubieten. Auch Aktualität ist ein wichtiges, aber nicht zwingendes, Kriterium bei der Filmauswahl.

Diskussion nach dem Film

Gröbly findet es toll, wie in Filmen über Bilder und Geschichten die Herzen der Menschen berührt werden. Durch die anschliessende Podiumsdiskussion werde das jeweilige Thema nochmals von einer anderen Perspektive betrachtet. Auch für die Fachexperten sei das Podium eine gute Gelegenheit, vor einem neuen Publikum zu sprechen.

Das Podium dauert in der Regel 50 Minuten. Gröbly hat die Moderation inne. Er spreche nur zirka 15 Minuten mit den Gästen, sagt er. Daraus ergäben sich dann schnell Diskussionen mit dem Publikum. Dem Dozent gefällt es, auf diese Art neue Leute und neue Themen kennen zu lernen. Bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltungsreihe auch noch lange für das kulturelle Leben der Region Brugg eine Bereicherung sein wird. Am 11. Oktober steht der Film «Bauer unser» auf dem Programm.

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