Regionalpolizei Brugg

Dieter Bielmann tritt zurück – seine Polizeikarriere verdankt er einem Zufall

Polizeichef Andreas Lüscher (l.) schätzt das grosse Fachwissen sowie die hilfsbereite und offene Art von Dieter Bielmann.

Polizeichef Andreas Lüscher (l.) schätzt das grosse Fachwissen sowie die hilfsbereite und offene Art von Dieter Bielmann.

Die Regionalpolizei Brugg verabschiedet Dieter Bielmann nach 39 Dienstjahren. Der 63-Jährige hat zuerst Maurer gelernt.

Dass er Polizist geworden ist, war reiner Zufall und nicht etwa eine Berufung, sagt Dieter Bielmann im Rapport­raum der Regionalpolizei (Repol) Brugg. Am Montag konnte er seinen 63. Geburtstag feiern, am Freitag ist sein letzter Arbeitstag und per Ende Oktober geht er frühzeitig in Pension. Diesen Entscheid hat er seinem Arbeitgeber Mitte März – kurz vor dem Lockdown – bekannt gegeben.

Doch mit der Coronapandemie habe das nichts zu tun, hält der Ur-Brugger fest. Vielmehr spüre er nach 39 Dienstjahren eine gewisse Müdigkeit. Die Administration rund um Geschwindigkeitskontrollen und Parkbussen sind schon länger zur Routine geworden. Und weil es finanziell drinliegt, hat sich Bielmann dazu entschieden, jetzt in Pension zu gehen, um den Ruhestand noch richtig geniessen zu können.

Letzter vom Stadtrat gewählte Stadtpolizist

Der Frühpensionär hat ursprünglich beim Familienunternehmen Jäggi eine Maurerlehre absolviert. Danach wollte er sich Richtung KV weiterbilden, wäre da nicht der damalige Vizechef Heinrich Wernli von der Stadtpolizei Brugg gewesen. Dieser fragte den jungen Berufsmann an, ob er nicht Polizist werden möchte. Gesagt, getan: Mitte April 1981 wurde Dieter Bielmann Aspirant der Stadtpolizei Brugg und besuchte anschliessend während dreier Monate die Polizeischule am Schweizerischen Polizeiinstitut Neuenburg. Er war der letzte vom Stadtrat Brugg gewählte Stadtpolizist. Die alte, graue Uniform habe er noch immer zu Hause und er passe sogar noch rein, erzählt Bielmann stolz. Seit der Reorganisation ist die Regionalpolizei für die lokale Sicherheit zuständig in der Region Brugg mit über 45'000 Einwohnern.

Erster EDV-Verantwortlicher der Stadt Brugg

«Dieter Bielmann war stets ein fleissiger und pflichtbewusster Mitarbeiter. Es gelang ihm, den Wandel von der Stadtpolizei zur Regionalpolizei und auch die technischen Entwicklungen in seinem Bereich positiv mitzugestalten», sagt Polizeichef Andreas Lüscher. Mitte der 1990er-Jahre wagte Dieter Bielmann einen Abstecher zu je 50 Prozent als Verwaltungsangestellter bei der Stadt Brugg und in die Privatwirtschaft. Anschliessend mutierte er zum ersten EDV-Verantwortlichen der Stadt Brugg in einem 50 Prozent-Pensum, was neben seiner Tätigkeit bei der Stadtpolizei mit der Zeit an seiner Gesundheit nagte.

Die vergangenen zwölf Jahre war der Vater von zwei erwachsenen Kindern zu 50 Prozent als Polizist und zu 50 Prozent als Verwaltungsangestellter bei der Regionalpolizei Brugg angestellt. In dieser Funktion war er unter anderem Dienstchef für die Flussrettung und pflegte gute Kontakte zum Waffenplatz Brugg.

Für Flussabschnitt zwischen Villnachern und Beznau zuständig

Die Armee besitzt und wartet das beim Alten Zeughaus stationierte Boot, das auch der Repol zur Verfügung steht. Denn durchschnittlich 15- bis 20-mal pro Jahr wird die Repol für Einsätze auf dem Flussabschnitt zwischen dem Stauwehr Villnachern und Beznau aufgeboten. «Leider können wir in Not geratene Personen nicht immer lebend bergen. Um so grösser war deshalb die Freude, als im Sommer 2016 ein vierjähriges Mädchen von meinen Teamkollegen aus der Aare gerettet und später reanimiert werden konnte», erzählt Dieter Bielmann.

Inzwischen hat der 63-Jährige alle Aufgaben abgegeben und freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Als seine Hobbys bezeichnet er das Joggen im Wald, das Fotografieren und den Garten. Der Beruf als Polizist habe ihn gebildet, sagt Bielmann zu seiner Laufbahn. «Der Mensch hat mich immer interessiert. Und das wird so bleiben.»

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