Schinznach/Brugg

Dieses Stück ist ein theatralisches Vergnügen

Sie führen zusammen das Theaterstück «Schön sein. Schön bleiben.» in Schinznach-Dorf und in Brugg auf (von links): Lena Schmidt (Pianistin), Andrea Spicher (Schauspielerin) und Regine Andratschke (Schauspielerin). zvg

Sie führen zusammen das Theaterstück «Schön sein. Schön bleiben.» in Schinznach-Dorf und in Brugg auf (von links): Lena Schmidt (Pianistin), Andrea Spicher (Schauspielerin) und Regine Andratschke (Schauspielerin). zvg

Die Schinznacherin Andrea Spicher regt mit ihrem Stück «Schön sein. Schön bleiben.» zum Lachen und Nachdenken an.

Drei Frauen und ein Klavier: Dieses Bühnenbild erwartet die Besucher beim Theater «Schön sein. Schön bleiben.». Geschrieben hat das Stück die Schinznacherin Andrea Spicher zusammen mit Regine Andratschke und Lena Schmidt. Nach der Uraufführung im deutschen Münster reist das junge Theater-Trio nun in die Schweiz für zwei weitere Aufführungen in Schinznach-Dorf und in Brugg.

Leitfaden und Ursprung des Theaters ist ein gleichnamiger Schönheitsratgeber für Frauen aus den 1950er-Jahren von Lilo Aureden. «Ich habe dieses Buch in einer sogenannten ‹Givebox› in Münster gefunden», erklärt Andrea Spicher. Schnell wurde klar, dass sich die veraltete Zeitschrift als Theatervorlage eigenen würde. «Schönheit ist und war immer ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft. Ob wir das nun wollen oder nicht», sagt Spicher. So besteht das Stück aus verschiedenen Szenen, die durch das Thema Schönheit in der Literatur oder Musik geprägt sind. Der rote Faden spannt aber der Schönheitsratgeber «Schön sein. Schön bleiben.».

Krokodilmist im Gesicht

Dabei lädt das Theaterstück auch zum Lachen ein. Denn im Frauenmagazin der 50er findet sich so manch skurriler Ratschlag. So wurde den Frauen empfohlen Esel- oder Krokodilmist mit Öl zu vermischen und auf die Haut aufzutragen. «Auch Verhaltensregeln werden im Ratgeber behandelt», sagt Spicher. So sollten Mädchen nicht scheu und doch zurückhaltend sein. «Über diese Ratschläge können wir heute lachen, aber sie regen auch zum Nachdenken an.»

Sie selbst habe begonnen, ihre eigenen Ideale und Angewohnheiten zu hinterfragen, sagt Spicher. Denn im Ratgeber werde auch der Wandel des Schönheitsideals über die Zeit behandelt. «So habe ich erfahren, dass bereits die Ägypter sich stark enthaarten und wir tun es ihnen heute wieder gleich», so Spicher und fügt an: «Mit meinen Haaren unter den Armen werde ich oft auch angegriffen oder belächelt.»

«Was gefällt mir eigentlich?»

Verurteilen will das Stück nicht. Die Zuschauer sollen aber zum Nachdenken angeregt werden: «Oftmals ist es nicht die Schönheit, die jemanden ausmacht, sondern ob wir uns wohlfühlen in unserem Körper und mit unserem Aussehen», erklärt Spicher. Ihr sei bewusst, dass alle Menschen durch gesellschaftliche Norm beeinflusst sind, aber «man kann sich fragen, was gefällt mir persönlich eigentlich.»

Mit dem Stück kehrt sie Schinznacherin für einmal nach Hause zurück. Seit 2016 arbeitet Andrea Spicher nämlich am Theater Münster. «Schön sein. Schön bleiben.» wollte die Künstlerin aber unbedingt auch in der Schweiz aufführen. Dass sie das Stück in Schinznach und Brugg aufführt, liegt vor allem daran, dass sie in Schinznach aufgewachsen ist und sich das Theater gut eignet für kleine Bühnen. Die Pianistin Lena Schmidt stammt ebenfalls aus der Schweiz.

Finanziert wird das Stück über die Einnahmen vor Ort. Proben konnten die drei Frauen in den Räumen des Theaters Münster. Spicher: «Das Buch fanden wir aber vor allem auch einfach lustig und es hat uns inspiriert, ein spannendes Thema fröhlich und unbedarft zu behandeln und gleichzeitig einen gemeinsamen Ausflug nach Hause zu unternehmen.»

«Schön sein. Schön bleiben.» Sonntag, 26. Mai, 10.30 Uhr, Aula Schinznach-Dorf und 19 Uhr, Dampfschiff Brugg.

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