Bözen
Dieser Volg hat nach dem Umbau auch sonntags offen

Mit dem Einzug der Postagentur wird die Volg-Filiale in Bözen umgebaut und die Öffnungszeit verlängert. Ab Mitte Februar wird sie dann auch sonntags geöffnet haben - und das gleich zehn Stunden lang. Besondere Umstände ermöglichen dies.

Claudia Meier
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Die Lage an der Kantonsstrasse, die Verkaufsfläche sowie die Tankstelle sprechen laut Volg für regelmässigen Sonntagsverkauf.

Die Lage an der Kantonsstrasse, die Verkaufsfläche sowie die Tankstelle sprechen laut Volg für regelmässigen Sonntagsverkauf.

Claudia Meier

Der Entscheid, die Poststelle in Bözen Anfang 2016 aufzuheben und im Volg-Laden eine Agentur zu eröffnen, kam zwar nicht überraschend (die az berichtete). Trotzdem dürften nun die damit verbundenden Änderungen im Dorfladen bei einigen Konsumenten für Erstaunen sorgen.

Ab 12. Februar steht die Volg-Filiale an der Hauptstrasse nämlich nicht nur von Montag bis Samstag neu bis 21 Uhr, sondern auch am Sonntag von 8 bis 18 Uhr offen. Zur gesetzlichen Grundlage sagt Volg-Mediensprecherin Tamara Scheibli: «Verkaufsstellen, die sich an Kantonsstrassen befinden, über eine Tankstelle verfügen sowie eine Verkaufsfläche von maximal 120 Quadratmetern aufweisen, dürfen gemäss kantonaler Gesetzgebung am Sonntag öffnen.»

Bevor es aber so weit ist, wird Volg rund 400'000 Franken in den Ladenumbau investieren. Erneuert werden unter anderem die Kühlung, der Boden, die Beleuchtung sowie die Regale. «Wir sind überzeugt, dass sich der Volg-Laden Bözen nach dem Umbau noch frischer, übersichtlicher und moderner präsentieren wird», so Scheibli. Bisher stand das Geschäft von Montag bis Samstag jeweils von 6 bis 20 Uhr offen. Die neuen Öffnungszeiten bis 21 Uhr sowie der Sonntagsverkauf haben Auswirkungen auf den Personalbestand.

Gewerkschaft Unia ist kritisch

Aktuell sind Frauen mit insgesamt 320 Stellenprozent fest angestellt. Weiter wird 1 Lehrstelle angeboten und 3 Aushilfen arbeiten in einem Teilzeitpensum. Im Hinblick auf die Änderungen 2016 geht Mediensprecherin Scheibli von einer Erhöhung um rund 0,4 Stellen aus: «Wir werden auf Frühling zusätzlich zirka 1 bis 2 Personen als Teilzeit-Mitarbeitende einstellen.»

Die Gewerkschaft Unia beobachtet solche Entwicklungen kritisch. Mediensprecherin Irène Kälin sagt dazu: «Wir sind gegen weitere Sonntagsarbeit, weil im Detailhandel die Arbeitsbedingungen schon schlecht genug sind mit der 6-Tage-Woche. Und wir bezweifeln, ob eine Sonntagsarbeit hier überhaupt gesetzlich zulässig ist.» Eine Erhöhung um 0,4 Stellen erachtet Kälin im Fall Bözen als eher unrealistisch. So bestehe die Gefahr, dass die Wochenarbeitszeit generell zunehme und die Angestellten nicht regelmässig ihre freien Tage beziehen könnten.

Keine Mehrarbeit für Personal

Werden sich die Öffnungszeiten im kommenden Jahr noch bei weiteren Volg-Filialen im Bezirk Brugg ändern? Tamara Scheibli verneint und sagt: «Wir prüfen jeweils für jeden Standort individuell, ob eine Verlängerung der Öffnungszeiten beziehungsweise eine Sonntagsöffnung bezüglich Ladengrösse, Frequenz, Umsatz und weiterer Kriterien sinnvoll ist und insbesondere auch, ob das Bedürfnis bei der Bevölkerung vorhanden ist.» Ziel sei es nicht, alle Volg-Läden möglichst lange zu öffnen, sondern dass jeder Laden über die «richtigen» Öffnungszeiten verfüge, so Scheibli weiter.

Das Verkaufspersonal müsse trotz Ausweitung der Öffnungszeiten nicht länger respektive mehr arbeiten, da die längeren Öffnungszeiten zu einer Art «Schichtbetrieb» mit besser zusammenhängenden Arbeitszeiten führen, die erfahrungsgemäss gerade von Teilzeitmitarbeitenden sehr geschätzt würden, fasst die Mediensprecherin die Situation in Bözen zusammen.

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