Veltheim

Dieser Mohnölproduzent führt die Tradition fort – und hat nichts mit Drogen zu tun

Mit seinem Mohnöl ist der Landwirt David Brugger am Pfalzmärt in Veltheim anzutreffen.

Mit seinem Mohnöl ist der Landwirt David Brugger am Pfalzmärt in Veltheim anzutreffen.

Mohn wird in der Bevölkerung gerne mit Drogen in Verbindung gebracht. Dass die Pflanze aber noch viel mehr kann, beweist der Vältner Landwirt David Brugger. Er ist einer der wenigen Mohnöl-Produzenten in der Schweiz.

Mit Drogen hat sein Mohnanbau nicht im entferntesten zu tun. «Die hier angebauten Mohnsorten sind moderne Züchtungen für die menschliche Ernährung und daher für die Gewinnung von Drogen ungeeignet», sagt David Brugger.

Der 43-Jährige hat im Jahr 2003 mit dem Mohnanbau begonnen. Mittlerweile ist daraus eine eigene Marke entstanden: «Purpur-Mohnöl» vom Hersteller Veltheimer Mohnöl. Bereits zuvor hatte sich David Brugger schon länger mit dem Gedanken beschäftigt, einmal Mohn anzubauen.

«Als wir dann starteten, stellten wir fest, dass in der Region Veltheim bis Ende der 1940er-Jahre bereits Mohn angebaut wurde», sagt David Brugger. Als der erste Mohn blühte, hätten sich viele ältere Menschen aus dem Dorf an ihre Jugendzeit erinnert. Drei Mohnsorten hat David Brugger angebaut; ein Graumohn und zwei Blaumohne.

Verarbeiten ist aufwendig

Gereizt hat Brugger auch, dass Mohn eine der ältesten Kultur- und Ölfrüchte ist. Der Anbau allerdings ist alles andere als einfach. «Es ist alles Handarbeit und daher extrem zeitaufwendig», gibt David Brugger zu bedenken. Der junge Mohn habe zudem eine langsame Entwicklung, sei konkurrenzschwach gegenüber Unkraut. Dieses wächst schneller als der Mohn. «Das heisst: hacken, hacken und nochmals hacken», so David Brugger.

Auch der Verarbeitungsprozess brauche viel Zeit. «Das Reinigen und Trocknen muss schonend erfolgen, damit die feinen Samen nicht beschädigt werden», erklärt der Landwirt und Agrokaufmann. Ansonsten würden der Geschmack und die Haltbarkeit negativ beeinflusst.

Mohnöl hat ein nussiges Aroma, ist leicht und lässt sich auf vielfältige Weise in der Küche einsetzen – zu Salaten in Kombination mit süsslichem Essig (David Brugger nennt Orangenblütenessig) oder mit Früchten, Nüssen oder Käse.

«Zudem ist Mohnöl gesundheitlich wertvoll. Es enthält rund 90 Prozent ungesättigte Fettsäuren und einen natürlichen Anteil an Vitamin E», ergänzt Brugger. Mit seinem Mohnöl wird er auch am Pfalzmärt in Veltheim vom nächsten Samstag vertreten sein.

Pause trotz Erfolg

Die Reaktionen auf die Produkte seien jeweils positiv. «Die Leute sind grundsätzlich sehr neugierig und probieren gerne aus», führt Brugger aus. «Veltheimer Mohnöl hat seinen Preis, dafür bekommt man ein sehr hochwertiges, regionales Produkt.» Er gibt aber zu: «Wir hätten uns gerne etwas mehr Stammkundschaft gewünscht. Der Trend, dass zu Hause immer weniger gekocht wird, ist spürbar.»

Und so kommt es, dass er den Mohnanbau unterbrechen wird. «Manchmal ist es Zeit, auch wenn etwas erfolgreich ist, eine Pause einzulegen», sagt David Brugger. Wie es danach weiter geht, weiss er noch nicht. «Ich habe viele Ideen, vielleicht bleibe ich auch beim Mohnöl, wer weiss.»

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