Den Lebensabend umgeben von Palmen und Reisfeldern permanent im fernen Thailand verbringen – um dann irgendwann bei satter Sonne friedlich und in Würde zu sterben: Für Demenzkranke scheint der Ruhestand in Asien eine echte Alternative zu sein. Hans-Jörg Jäger wagte zusammen mit seiner thailändischen Ehefrau Lanee vor knapp fünf Jahren den Schritt und zog von Veltheim nach Na Phaeng a Na Pho in den Nordosten Thailands, um eine solche Residenz für Senioren zu eröffnen.

Wenn man von Seniorenheimen spricht, ist das Thema Tod schlicht unumgänglich. Lanee’s Residenz, die vorwiegend Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beherbergt, bildet hierbei keine Ausnahme: «Dieses Thema wird von uns als Betreiber auch relativ schnell angesprochen und schriftlich festgehalten», erklärt Jäger.

Der Gast kann dabei in Absprache mit der Familie entscheiden, wo er im Todesfall bestattet werden soll. So ist es auch durchaus möglich, dass die Leiche in die Schweiz geflogen wird, um dann dort in der Heimat beigesetzt zu werden. 

«Doch das ist mit riesigen Kosten verbunden», bemängelt der 58-Jährige. «Ein solcher Transport kostet schnell einmal 20 000 Franken.» Deshalb empfiehlt er den Gästen, die gerne in der Schweiz beigesetzt werden würden, sich zuvor in Thailand kremieren zu lassen. Das käme weitaus günstiger.

Die Praxis sieht jedoch anders aus: Laut Jäger haben sich bisher alle Gäste für die Bestattung in Thailand und somit gegen einen Transport in die Heimat entschieden. Keine einfache Angelegenheit, insbesondere weil in Thailand der Buddhismus die klar dominierende Religion ist, derweil die Gäste aus den deutschsprachigen Gebieten vorwiegend Christen sind. Jäger aber winkt ab: «Das ist überhaupt kein Problem. Buddhisten sind sehr tolerant und akzeptieren jede existierende Religion.»

Ohnehin spiele es im Todesfall schlicht keine Rolle, woher jemand kommt: «Jeder hat eine Beerdigung verdient», meint der ehemalige Veltheimer. Deshalb mache der religionsbedingte Unterschied den Gästen auch nichts aus.

Die Verstorbenen werden jeweils im buddhistischen Dorftempel, in dessen unmittelbarer Nähe sich auch das Krematorium befindet, bestattet und in den danebenliegenden Urnengräbern untergebracht.

«Diese Tempel sind eine Stätte der Ruhe, sodass man sich hier sogar als Lebender sofort wohlfühlt», betont Hans-Jörg Jäger. Die Zeremonie wird grundsätzlich durch einen buddhistischen Abt oder Mönch geleitet.

Auf Wunsch könne man aber auch einen christlichen Pfarrer aufbieten. Weil sich eine christliche Kirchgemeinde nur 20 Kilometer von der Residenz entfernt befindet, sei dies auch keineswegs ein Problem, sagt Jäger.

So blieben nach dem Auszug aus der Schweiz bisher alle Patienten und Gäste von Lanee’s Residenz im sogenannten Land des Lächelns – für immer.