Brugg

Dieser Aargauer Sportwissenschaftler testet die Gesundheit im Fitnesscenter

Sportwissenschafter Timon Baumgartner posiert mit dem Hilfsmittel «Functional movement screen» im Fitnesscenter «Vitasport Training». Bild: Colin Frei

Sportwissenschafter Timon Baumgartner posiert mit dem Hilfsmittel «Functional movement screen» im Fitnesscenter «Vitasport Training». Bild: Colin Frei

Der Sportwissenschaftler Timon Baumgartner (27) sucht im Brugger Fitnesscenter «Vitasport Training» Probanden für seine Masterarbeit.

Timon Baumgartner spricht mit Begeisterung über seine Arbeit im Fitnesscenter «Vitasport Training». Der 27-jährige Brugger ist seit je sportbegeistert, fährt Velo, joggt, schwimmt. Er hat aber auch nichts gegen einen Plausch-Volleyballmatch mit seinen Freunden oder unternimmt mit seiner Freundin genauso gern eine Bike-Tour. «Ich bin kein Fitness-Fanatiker. Fitness kann aber die Voraussetzung schaffen, um draussen Sport zu treiben», erklärt er. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, ihnen im Sport Wege aufzuzeigen, wie sie ihr Ziel erreichen können, das gefällt Timon Baumgartner. «Das Schönste ist, wenn man dadurch das Leben der Menschen langfristig bereichern kann.» Er, der 2015 die Fitnessausbildungen an der Swiss Academy of Fitness and Sports (SAFS) durchlaufen hat, arbeitet heute als Personal Trainer in seinem neu gegründeten Unternehmen TBTraining GmbH.

Rund 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wären optimal

Der diplomierte Sportwissenschafter sucht nun für seine Masterarbeit im Studium «Sport, Bewegung und Gesundheit – Prävention und Gesundheitsförderung» Probanden im «Vitasport Training» im Steiger, die an der ganzheitlichen, nicht-invasiven Gesundheitsanalyse teilnehmen. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wären für seine Studie optimal. «Bislang habe ich über 70 Anmeldeformulare ausgehändigt. Wie viele sich dann anmelden, ist noch unklar.» Sind es mehr als 40 Teilnehmende, könnte die Studie auch ausgeweitet werden.

Das Ziel dieser Analyse sei es, die Gesundheit der Probanden möglichst ganzheitlich zu erfassen. «Die Gesundheit hat viele verschiedene Ebenen, physische wie psychische. Wir wollen nicht nur die Ausdauer oder Kraftparameter anschauen, sondern versuchen, mithilfe einer spezifischen Auswahl von Tests die Gesundheit einer Person auf verschiedenen Ebenen abzudecken», erklärt Baumgartner. Mitmachen können Fitnesscenter-Kunden im Alter von 18 bis 65 Jahren. «Normalerweise kostet eine solche Analyse Hunderte Franken.» Er betreibe einen grossen Aufwand für seine Masterarbeit, gesteht er. Manchmal müsse er schauen, dass er sich nicht ganz darin verliere, dass auch mal Arbeitsende sei. Doch zu sehen, wie das Ganze in sich greife, wie die Testergebnisse nicht nur für seine Masterarbeit von Nutzen seien, sondern auch den Freiwilligen weiterhelfe, sei motivierend.

Kraftmessplatte ist das Herzstück der Gesundheitsanalyse

Die Analyse wird nicht-invasiv durchgeführt, das heisst ohne Geräte, die in den Körper eindringen. Noch in dieser Woche kann Timon Baumgartner die Kraftmessplatte an der Universität Basel abholen. Diese wurde weiterentwickelt durch Baumgartners Betreuer und die Firma Novotec Medical GmbH. «Meine Studie ist die erste, in welcher sie eingesetzt wird. Ich muss mich noch einarbeiten, das dauert zwei bis drei Wochen, ehe ich mit der Analyse beginnen kann.» Die Kraftmessplatte ist Herzstück der Analyse – Gleichgewicht, Hand- oder Sprungkraft, aber auch die Ganzkörperkraft können mit diesem Element ermittelt werden. Ein weiteres Hilfsmittel ist das «Functional movement screen», womit beispielsweise erkannt wird, ob die Hüfte richtig arbeitet. Durch diese und weitere Tests kann herausgefunden werden, wie viele Menschen im Fitnesscenter Mängel im physischen Bereich aufweisen. Allenfalls können auch psychische Aspekte beleuchtet werden. Durchgeführt werden die Tests im Fitnesscenter: Beim ersten Termin wird die 60-minütige Gesundheitsanalyse durchgeführt, beim zweiten Treffen erhalten die Testpersonen ihre Resultate in 30 Minuten erklärt.

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