Birr

Diese zwei Kandidaten haben eine klare Kampfansage

René Grütter (links) kandidiert als Gemeinderat und als Gemeindeammann, Hans-Ruedi Bleuel als Gemeinderat und als Vizeammann. zvg

René Grütter (links) kandidiert als Gemeinderat und als Gemeindeammann, Hans-Ruedi Bleuel als Gemeinderat und als Vizeammann. zvg

René Grütter und Hans-Ruedi Bleuel ärgern sich über die heutige Behörde und treten deshalb bei den Wahlen für den Gemeinderat Birr an.

Gleich zwei Kandidaten wollen frischen Wind in den Gemeinderat Birr bringen und den bisherigen Amtsinhabern den Platz streitig machen: Bei den Wahlen am 22. September stellt sich René Grütter (parteilos) als Gemeinderat und gleichzeitig als Gemeindeammann zur Verfügung. Hans-Ruedi Bleuel (SVP) tritt als Gemeinderat und als Vizeammann an. «Wir bieten den Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit an, in eine positivere Zukunft aufzubrechen», sind sie überzeugt.

Grütter und Bleuel ärgern sich über das angespannte Verhältnis der heutigen Behörde mit den Nachbargemeinden, über die Diskussionen über den Alleingang beim Brötliexamen, das «konzeptlose» Vorgehen in verschiedenen Bereichen, unter anderem der Verkehrsplanung, das «ungebührliche» Verhalten gegenüber der Bevölkerung.

Gestörte Grosswetterlage

«Nach der missglückten ‹Übung Brötliexamen›, der Vertragsauflösung mit der Bauverwaltung Eigenamt seitens Lupfig sowie der Kündigung des Schulvertrags seitens Birr scheint mir die Grosswetterlage im Eigenamt so gestört, dass das gegenseitige Vertrauen fehlt», stellt René Grütter fest. Darüber hinaus hätten in kurzer Zeit verdiente langjährige Führungspersönlichkeiten die Verwaltung und die Gemeindebetriebe verlassen. «Auch hier scheint mir Unruhe und eventuell Unsicherheit bemerkbar. Mit der Ablehnung der Fusion mit der Gemeinde Birrhard ist weitere Unruhe im Eigenamt aufgekommen.»

Grütter möchte deshalb den Zusammenhalt in der Bevölkerung und den Umgang mit den Nachbargemeinden verbessern. «Birr braucht ein Ziel, eine Vision, mit der unsere Bevölkerung sich identifizieren kann», führt er aus. «Wir leben mit unseren Nachbargemeinden auf engem Raum, haben mit ihnen jahrzehntealte Traditionen, die man nicht einfach negieren kann. Wir müssen Lupfig nicht heiraten, aber wir können das Optimum für beide herausholen.» Kurz: «Tragen wir Sorge zu Birr und tragen wir Sorge zum Eigenamt und zu unseren Partnergemeinden.»

Heikle Gespräche

Auch für Hans-Ruedi Bleuel deckt sich die derzeitige Entwicklung «nicht mit meiner Vorstellung von konstruktiver Zusammenarbeit, wie ich sie in meiner aktiven Zeit als Schulpflegepräsident angestrebt habe». In dieser Tätigkeit hätten Schüler, Eltern oder Lehrer immer im Zentrum der Entscheidungen gestanden. «Alle wollen respektiert, ernst genommen und vor allem ehrlich behandelt werden. Diese Tugenden scheinen mir etwas in Vergessenheit geraten zu sein, wenn ich feststellen muss, dass Regos-Verträge, bei denen ich noch aktiv mitgearbeitet habe, aufgekündigt werden.»

Ihm sei klar, so Bleuel, dass auf beiden Seiten Fehler begangen wurden, die zu diesen Spannungen geführt haben. Aber: «Die verhärteten Fronten müssen durchbrochen werden. Einige heikle Gespräche sind zu führen und vor allem ist Überzeugungsarbeit in allen Teilen der Bevölkerung zu leisten, damit sich die Zusammenarbeit wieder auf ein vernünftiges Niveau einpendelt.» Seine Vision bestehe darin, dass die Gemeinden Scherz, Birrhard, Lupfig und Birr über die Bezirksgrenzen hinaus als Vorbild für Zusammenarbeit und Entwicklung – auch ohne Fusion – wahrgenommen werden. «Die Nachbargemeinden und ihre entsprechenden Behörden sollen als gleichwertige Partner akzeptiert werden. Wir müssen sie so behandeln, wie wir gerne behandelt werden wollen», hält Bleuel fest.

Für die Wahl in den Gemeinderat Birr zur Verfügung stellen sich auch die fünf Bisherigen: Markus Büttikofer (parteilos, Gemeindeammann); André Guillet (parteilos, Vizeammann); Alfred Hatt (parteilos); Tobias Kull (SVP); Daniel Zimmermann (parteilos).

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