Brugg/Windisch

Diese Revision hat direkte Folgen für die Grundeigentümer

Siedlung, Verkehr und Landschaft: In den Gemeinden Brugg (Foto) und Windisch werden die Weichen gestellt.

Siedlung, Verkehr und Landschaft: In den Gemeinden Brugg (Foto) und Windisch werden die Weichen gestellt.

Die Nutzungsplanung bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Gemeinden: Brugg und Windisch wollen mit der gemeinsamen Revision die Vorschriften über die Gemeindegrenzen hinweg anpassen. Dieses Vorgehen sei zweckmässig, so die Behörden.

In Brugg und Windisch entscheiden die Einwohnerräte über Kredite von je 294 000 Franken für die Revision der Nutzungsplanung, Kredite von je 104 000 Franken für den Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) sowie Kredite von je 71 000 Franken für das Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept (NLEK). Anders gesagt: Die Kosten von je 469 000 Franken werden von Brugg und Windisch «im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit» zu gleichen Teilen getragen.

«Parzellenscharfe Umsetzung»

Zur Erinnerung: Die Ortsplanungsrevision unter dem Titel «Raum Brugg Windisch» begann im Februar des letzten Jahres. Zurzeit erarbeiten die Stadt Brugg sowie die Gemeinde Windisch zusammen mit der Bevölkerung ein Räumliches Entwicklungsleitbild (RELB). In diesem werden Strategien aufgeführt, wie eine breit abgestützte und zukunftsweisende Entwicklung in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Landschaft bis ins Jahr 2035 gewährleistet werden kann. Laut Brugger Stadtrat und Windischer Gemeinderat ist das Räumliche Entwicklungsleitbild «die zentrale Grundlage für den nächsten Schritt, nämlich die parzellenscharfe Umsetzung und somit den grundeigentümerverbindlichen Teil der kommunalen Nutzungsplanungsrevision der Gemeinden Brugg und Windisch».

Diese «parzellenscharfe Umsetzung» erfolgt in der Revision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland. Damit die Verkehrskapazitäten auf die Siedlungsentwicklung abgestimmt werden können, muss überdies ein Kommunaler Gesamtplan Verkehr erstellt werden. Für die Themen Natur und Landschaft schliesslich ist ein Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept notwendig. Einbezogen werden die Bereiche Landwirtschaft, Gewässer und Wald. Eine wichtige Rolle spielen die Elemente Siedlungsökologie, Ortsbild sowie Freizeit und Erholung. Denn von den Massnahmen sollen nicht nur die einheimische Flora und Fauna, sondern auch die Bevölkerung profitieren.

Abhängig von den Einwendungen

Im ersten Arbeitsschritt werden im Jahr 2015 die Planungsinstrumente erarbeitet. In einer zweiten Phase erfolgt für Nutzungsplanung das formelle Verfahren: Mitwirkungsverfahren, kantonale Vorprüfung, öffentliche Auflage, Beschlussfassung durch Einwohnerrat und Genehmigung durch Kanton. Abgeschlossen sein soll die Mitwirkungsphase übrigens im Verlaufe des Sommers 2016, sodass die öffentliche Auflage im zweiten Halbjahr 2016 durchgeführt werden kann.

«Der zeitliche Ablauf des zweiten Arbeitsschritts ist stark von der Behandlung der Einwendungen und dem Rechtsverfahren abhängig», so der Brugger Stadtrat und der Windischer Einwohnerrat. «Wir gehen davon aus, dass die Planung im optimalen Fall im Verlaufe des letzten Quartals 2016 durch den Einwohnerrat beschlossen werden kann.» Die Exekutiven legen Wert auf eine zügige Vorgehensweise. Bis spätestens Mitte 2017 soll die Genehmigung vorliegen.

Bevölkerung kann sich äussern

Bei der Erarbeitung des Räumlichen Entwicklungsleitbild haben sich laut den Behörden die Projektorganisation mit der Projektleitung und der Projektsteuerung bewährt. Sie wird deshalb im Grundsatz – samt personeller Zusammensetzung – beibehalten. Es ist vorgesehen, dass die Vertretungen von Brugg und Windisch gemeinsame Sitzungen abhalten. Um gemeindespezifische Themen effizient diskutieren zu können, sind auch separate Sitzungen notwendig. Bei der inhaltlichen Bearbeitung werden Vertretungen aus den entsprechenden Kommissionen, Arbeitsgruppen sowie anderen Verwaltungsabteilungen beigezogen. Die Einwohnerräte werden im Rahmen der jeweiligen Mitwirkung einbezogen.

«Die Nutzungsplanung bildet die wichtigste planerische Grundlage für die Entwicklung der Gemeinden und hat direkte Folgen für die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer», halten der Brugger Stadtrat und der Windischer Einwohnerrat fest. «Während des formellen Nutzungsplanungsverfahrens muss daher die Bevölkerung nochmals Gelegenheit haben, sich zur Planung zu äussern.»

Einwohnerrat Brugg Freitag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Rathaussaal; Einwohnerrat Windisch Mittwoch, 22. Oktober, und Mittwoch, 29. Oktober, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.

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