Ausbildung
Diese Kinderbetreuerinnen haben eine Abschlussarbeit komponiert

Drei Schülerinnen der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales schreiben Kinderlieder und planen eine CD-Produktion. Dabei war die Idee zu Beginn nicht mehr als ein Witz.

Katja Landolt-Schlegel
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Singen gehört zum Alltag aller Kinderbetreuerinnen. Sie aber wollen nicht nur singen, sondern auch komponieren, dichten und produzieren: Viola Schmid (19) aus Brugg, Janine Zumsteg (18) aus Etzgen im Fricktal und Sarah Schuhmacher (21) aus Däniken SO. Alle drei machen die Ausbildung «Fachfrau Betreuung, Fachrichtung Kinder» und besuchen das letzte Schuljahr an der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Brugg. Für ihre Abschlussarbeit schreiben sie eigene Kinderlieder und produzieren daraus eine CD.

Singen ist lustig, aber nicht nur

Die drei Lehrtöchter haben einen ehrgeizigen Anspruch an ihre Abschlussarbeit: «Wir wollen am Ende der Arbeit ein Produkt in den Händen halten und nicht bloss eine schriftliche theoretische Arbeit», sagt Sarah Schuhmacher. Doch das schien einfacher gesagt als getan. Bei der Themen-Suche kam schliesslich die Kinderlieder-CD zur Sprache. «Das war nur als Witz gedacht», sagt Viola Schmid. Doch aus Spass wurde Ernst.

Musik ist ein grosses Thema für die Kinderbetreuerinnen. «Es macht uns allen riesigen Spass, mit den Kindern zu singen», sagt Sarah Schuhmacher. Singen ist aber nicht nur lustig, sondern auch wichtig für die Entwicklung und Kreativität der Kinder. Für die Lehrtöchter ist deshalb klar: Ihre Kinderlieder sollen Hand und Fuss haben. In den Liedertexten sprechen sie Themen mit einem pädagogischen Hintergrund an. Themen wie beispielsweise die Geburt eines Geschwisterchens. Oder Traumwelten, Entdeckungsreisen im Garten mit Hexen, Piraten und Feuerwehrmännern. «Die Lieder sollen die Kinder anregen, ihre eigenen Fantasiewelten zu entdecken», sagt Janine Zumsteg. Mit den Texten allein ist es aber nicht getan; es braucht eingängige Melodien dazu. Und auch die stammen aus den Köpfen der drei angehenden Kinderbetreuerinnen: «Die Melodien schwirren uns im Kopf herum», sagt Sarah Schuhmacher. Zu Papier bringt die Noten ein befreundeter Gitarrist, der die Lieder zusammen mit seiner Band einübt. Ernst wird es dann Ende November, im Dy-Sens Studio Production in Linn. Innert zweier Tage müssen die Lieder eingespielt und -gesungen werden. Mitte Dezember ist Abgabetermin für die Arbeit. «Wir arbeiten täglich am Projekt», sagt Viola Schmid.

Lehrlings-Budget gesprengt

Solch ein Projekt ist nicht nur ehrgeizig und zeitintensiv, sondern auch teuer. «Wir rechnen für Studioaufnahmen, Spesen, Druckauflage und Band mit Kosten von insgesamt rund 2500 Franken», sagt Viola Schmid. Das sprengt das Lehrlings-Budget. Finanziert werden soll die CD deshalb von Sponsoren.

Die drei haben Dutzende Sponsorenanfragen verschickt – mit bisher mässigem Erfolg. «Viele finden unsere Idee zwar gut, können uns aber nicht finanziell unterstützen», so Schmid. Aufgeben wollen sie aber auf keinen Fall: «Wir ziehen das durch.»

Wer das Kinderlieder-Projekt finanziell unterstützen möchte, kann sich bei Janine Zumsteg melden: janine.zumsteg@hotmail.com