Effingen

Diese Frauen wollen das Dorf aus dem Dornröschenschlaf wecken

Sonia Gerschler (l.) und Sandra Steinacher wollen, dass Effingenwieder einen Treffpunkt im Dorf hat. CM

Sonia Gerschler (l.) und Sandra Steinacher wollen, dass Effingenwieder einen Treffpunkt im Dorf hat. CM

Ab Ende Juni soll die Alte Trotte im Dorfzentrum regelmässig als Besenbeiz offen sein. Zwei Frauen wagen den Schritt ins Ungewisse.

Das 600-Seelen-Dorf auf der Fricktaler Seite des Bözbergs hat als Treffpunkt nur noch das Schulhaus. Dort treffen sich die Primarschüler und die turnenden Vereine. Wollen die Bewohner aber mal gemütlich in einem Wirtshaus zusammensitzen, müssen sie das Dorf verlassen – die ehemaligen Wirtshäuser «Rebstock» und «Glocke» sind seit Jahren geschlossen. Das stört viele Bewohner seit langem.

Bereits letztes Jahr wurde der Gemeinderat aktiv und schrieb die Alte Trotte zur Pacht aus. Das schmucke Häuschen an der Bözbergstrasse neben Autobahnzubringer und Bushaltestelle gehört der Gemeinde. Allerdings eignet sich das Gebäude, das meist für Ausstellungen oder private Anlässe gebucht wird, nicht für ein normales Restaurant. Die Küche ist mit einem winzigen Kühlschrank und zwei Kochplatten viel zu klein. Die Hoffnung, Pächter aus Effingen zu finden, wurde nicht erfüllt. Dann prüfte man, ob die Landfrauen, das «Trottestübli» führen könnten. Das Echo war so klein, dass das Projekt auf Eis gelegt wurde.

Besenbeiz mit Markt kombinieren

Sonia Gerschler, Ehefrau des für die Trotte zuständigen Gemeinderats Jan Gerschler, und Sandra Steinacher von den Landfrauen haben sich nun entschieden, nicht mehr länger zu warten und die Trotte regelmässig einmal pro Monat am Samstag zu öffnen. Erstmals ist es Ende Juni so weit. Die Ökogruppe der Entwicklungskommission organisiert dann einen Markt mit regionalen Produkten und einem Flohmarkt. Dann sollen Kaffee und Kuchen angeboten werden. Auch einen Grillstand wird es am Markt geben. Weitere Markfahrer mit Brot oder Honig und Kuchen respektive Helfer fürs «Trottestübli» werden noch gesucht. Geplant ist, dass einmal im Monat ein Markt mit Besenbeiz stattfindet. «Wir beginnen jetzt einmal klein und schauen, wie das Echo ist», sagt Gerschler. «Die Leute sollen kommen und sich selber ein Bild machen.»

Die beiden Initiantinnen haben noch viele Ideen und sind bereit, bei entsprechender Nachfrage das Angebot für Wanderer, spezielle Familienanlässe oder Vereine in einem zweiten Schritt zu erweitern. Möglicherweise hat das Beizli dann zwei bis drei Stunden pro Tag offen.

«Weitere Ideen sind jederzeit willkommen», sagt Gerschler. «Wir wollen uns aber wirklich nicht bereichern mit dieser Aktion, sondern im Dorf einfach einen gemütlichen, regelmässigen Treffpunkt schaffen», da sind sich Steinacher und Gerschler einig.

«Trottestübli» und «Trottemärt» finden erstmals am Samstag, 30. Juni 2012 von 9 bis 14 Uhr statt.

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