Region Brugg
Diese Badmeister erklären, was sie für die Sicherheit in der Badi tun

Kommt der Sommer, lockt die Badi. Doch es gibt auch ein Unfallrisiko - und trotz ständiger Aufsicht der Badmeister bleibt dies stets bestehen. Wichtig ist deshalb etwa, die Eltern immer wieder auf Gefahren zu sensibilisieren.

Barbara Schlunegger
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Badis in Region Brugg bereit für Sommer
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In der Badi Auenstein kümmert sich Georges Hächler mit seinem Team um das Bad und das Wohl der Gäste. «Wir hoffen natürlich auf Top-Wetter. Zu Beginn einer Saison sind es immer in etwa dieselben Gäste, die sich zuerst ins kühle Nass trauen.» Schön sei, die Stammkundschaft nach dem langen Winter wiederzusehen, sagt er. Über den Winter sei nichts Aussergewöhnliches passiert, man habe lediglich einen verdorrten Baum fällen müssen.
«Da der Winter mild war, hat ein grosser Teil der Insekten überlebt. Deshalb erwarte ich eine Bienen-Plage. Den Winter über ist bei uns nichts kaputtgegangen ausser dem Segel über dem Kleinkind-Becken. Der Rest der Vorbereitungen ist Routine: Chemikalien prüfen, Gartenpflege, Reinigungsarbeiten», sagt Markus Hung von der Badi Windisch.
«Zu uns kommen oft auch Velofahrer, die den Flösserweg machen. Leider wissen dann viele nicht, dass es eine Badi gibt in Villigen, und dann müssen sie die Badehose halt mieten», erzählt Lea Hauenstein von der Badi Villigen.
«Es gibt Eltern, die lesen ein Buch, während ihr Kleines herumplanscht. Das geht einfach nicht», findet die Badmeisterin der Badi Schinznach, Lydia Oehrli.
In der Badi Brugg musste das Becken neu gestrichen werden. Dazu kamen die regulären Arbeiten wie Rasen- und Gartenpflege oder auch das Reinigen der Gebäude. «Die Garderobe haben wir mit dem Hochdruck-Reiniger gesäubert», erklärt der Badmeister Daniel Kuster. Er und sein Team hoffen auf einen heissen Sommer mit vielen Besuchern. «Respekt habe ich vor den Unfällen. Ich hoffe, dass auch diese Saison niemand ertrinkt.»

Badis in Region Brugg bereit für Sommer

Barbara Schlunegger

Ein heisser Sommertag. Auf der Wiese herumlungern, der Haut beim Braunwerden zuschauen. Ab und zu aufstehen, um sich abzukühlen und ein paar Runden zu schwimmen. Vielleicht auch einmal eine Glace essen.

Ob einfach mal ein freier Tag oder sogar ganze Ferien: In der Badi lässt sich’s leben. Die Leichtigkeit und Ungetrübtheit dieser Tage wäre jedoch nicht gewährleistet ohne die Männer und Frauen, die ihre Zeit darauf verwenden, das Geschehen der Besucher an Land und im Wasser zu beaufsichtigen.

Die Badmeister der sechs regionalen Schwimmbäder sind umgängliche, unkomplizierte Menschen. Sie alle haben «ihr» Bad bestens im Griff – und einen direkten Draht zu den Besuchern.

Die Badmeister sind über den Winter fast überall dieselben geblieben, einzig in Villigen wacht jetzt ein Neuer über die das Freibad: Nicolas Kindler.

Neuigkeiten materieller Natur gibt es in der Badi Schinznach: «Ab diesem Sommer haben wir neu eine aufblasbare Rutschbahn», preist Badmeisterin Lydia Oehrli ihre Badi an.

Gefahr lauert im Baby-Becken

Bei aller Freude sprechen alle Schwimmbad-Meister aber auch das Unfallrisiko an, welches trotz permanenter Aufsicht nie ganz aufgehoben werden kann.

Wie wichtig es sei, ein Auge auf das Kleindkind-Becken zu haben, betonen die beiden einzigen weiblichen Badmeister, Lydia Oehrli aus Schinznach und Lea Hauenstein aus Villigen. «Mir kommt es vor, als ob es paradoxerweise häufig Südländer sind, welche ihre Kinder nicht genügend beaufsichtigen, sagt Oehrli.

Unabhängig davon sprach auch Hauenstein das Problem an: «Wir wollen die Eltern wiederholt sensibilisieren, dass sie ihr Kleinkind keine Sekunde unbeaufsichtigt lassen können.»

Schon bei einer Tiefe von weniger als 50 Zentimetern könne ein kleines Kind vornüberkippen und ertrinken, erklärt sie. Kleine Badis sind hier klar im Vorteil. Der Benjamin unter den Schwimmbädern ist Villnachern. «Das hat so seine Vorteile, denn als Badmeister kann ich auf diese Weise alle Ecken gleichzeitig beaufsichtigen», sagt Nicolas Kindler.

Ganz so übersichtlich ist das Gelände der Badi Windisch nicht: «An Spitzentagen haben wir hier um die 2 000 Besucher», so Markus Hung. An solchen Tagen seien sie auch zu viert für die Aufsicht. Anders sei das fast nicht machbar. Zudem sei dann noch jeweils eine Samariterin für allfällige Unfälle oder Wehwehchen zur Stelle.