Das Mehrfamilienhaus an der Baslerstrasse 140 in Umiken ist in den vergangenen Jahren schon vielen Passanten aufgefallen. Einerseits gab die Nutzung im Erdgeschoss gelegentlich zu reden, andererseits gleicht die Aussenfassade seit einiger Zeit einem Schandfleck. Ohne Baubewilligung begannen Bauarbeiter Anfang 2017, das Haus mit Styropor einzukleiden. Als sie auf halber Höhe ankamen, ging plötzlich nichts mehr, weil die Stadt Brugg einen Baustopp verfügt hatte.

Der Liegenschaftsbesitzer wurde aufgefordert, ein Baugesuch nachzureichen. Schliesslich konnte die Stadt Brugg im Dezember 2017 die erforderliche Bewilligung für die energetische Gebäudesanierung erteilen. Dennoch wurden die Bauarbeiten nicht fortgesetzt, obwohl es im letzten Sommer nicht an trockenen und warmen Tagen gemangelt hätte. Seit Anfang Jahr ist nun auch das Erdgeschoss verwaist.

Wird diese Aussensanierung je beendet? Kann die Stadt Brugg darauf Einfluss nehmen? Auf Nachfrage bei der Abteilung Planung und Bau sagt Elsbeth Hofmänner, Leiterin Baubewilligungen, dass eine Baubewilligung zwei Jahre ab Rechtskraft des Entscheids gilt. In Anbetracht der unbefriedigenden Situation werde die Stadt Brugg aber den Kontakt mit dem Liegenschaftsbesitzer aufnehmen, damit der aktuelle Zustand so rasch als möglich behoben werden kann, fährt Hofmänner fort.

Vorheriger Zustand als Option

Im Baugesetz heisst es ausserdem, dass der Gemeinderat eine Baubewilligung ganz oder teilweise ausser Kraft setzt, wenn die Bauarbeiten während mehr als zwei Jahren ununterbrochen eingestellt sind oder nicht ernsthaft fortgesetzt werden. Die Behörde kann die Wiederherstellung des vorherigen Zustands verfügen, soweit die ausgeführten Bauten und Anlagen nicht bewilligungsfähig sind oder die Bauherrschaft auf Aufforderung hin kein neues Baugesuch für die Fortsetzung einreicht. Lenkt der Liegenschaftsbesitzer ein, so dürfte sich das trostlose Bild dieser Liegenschaft beim Ortseingang an der Baslerstrasse in Umiken doch noch verbessern.