Windisch
Die Zirkusbesucher bekommen jetzt doch keine Parkbussen

Die Sicherheitsfirma Private Parking Control verzichtet auf die Umtriebsentschädigung von 50 Franken, welche die Besucher des Circus Knie hätten zahlen sollen, die ihren Wagen während der Vorstellung auf dem Coop-Parkplatz abgestellt hatten.

Elisabeth Feller
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Auf diesem Parkplatz verteilte die Firma PPC Bussen

Auf diesem Parkplatz verteilte die Firma PPC Bussen

Christoph Voellmy

«Super», sagt Susanne Meer aus Oberrohrdorf erfreut und doppelt nach: «Ich bin positiv überrascht.» Ihr sowie weiteren 14 Automobilisten wird eine Umtriebsentschädigung von 50 Franken erlassen. Die Betroffenen hatten in der letzten Woche auf dem Coop-Parkplatz in Windisch ihr Auto parkiert, weil sie den Circus Knie besuchen wollten. Nach dem Ende der Vorstellung gab es eine böse Überraschung: Sie fanden unter den Scheibenwischern einen Bussenzettel vor – wegen widerrechtlichen Parkierens.

Andreas Stöckler, Mediensprecher der Firma Privera AG, die den Coop-Parkplatz verwaltet, bestätigt den Bussenerlass: «Es hat eine Aussprache mit der Überwachungsfirma Private Parking Control (PPC) Immoservice GmbH von Bruno Wüst gegeben. Herr Wüst hat offeriert, die ganze Unkostengeschichte rückgängig zu machen.»

«Rechtens, was gelaufen ist»

Stöckler spricht explizit nicht von Bussen, sondern von Umtriebsentschädigungen. Eine schriftliche Abmachung zum Erlass gebe es nicht, nur eine mündliche Vereinbarung, fügt Stöckler hinzu und hält fest: «Es ist nicht so, dass wir gerade dann, wenn der Circus Knie gastiert, auf Bussenjagd gehen. Aber: Stellt ein Automobilist sein Fahrzeug widerrechtlich auf einem Parkplatz ab, darf er gebüsst worden. Weil es sich dann eben um ein unkorrektes Verhalten handelt.»

Bruno Wüst kann die Diskussionen um die Umtriebsentschädigungen nicht verstehen: «Der Grund ist privat. Es ist also rechtens, was gelaufen ist», betont er. Andreas Stöckler und Bruno Wüst sind sich aber einig: Es sei gut, dass die viel Staub aufwirbelnde Geschichte jetzt ein Ende finde. Ob die Firma Privera AG nach den Vorfällen in Windisch weiter mit Bruno Wüst zusammenarbeiten will? «Im Moment gibt es keinen Anlass, diese Zusammenarbeit aufzugeben», sagt Andreas Stöckler dazu.

«Sie erzählten mir Geschichten»

Für Susanne Meer steht anderes, die Erlassung der Umtriebsentschädigung im Vordergrund. 50 Franken, die nicht bezahlt werden müssen: Gönnt sie sich etwas? «Nein», winkt sie ab. Sie erzählt, dass sie aufgrund der Zeitungsartikel von vielen Menschen kontaktiert worden sei. «Sie haben mir Geschichten erzählt. Und immer wieder wurde ich ermuntert: Bezahlen Sie bloss die Busse nicht.»

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