Windisch

Die wichtigste Einnahmequelle sprudelt in Windisch weniger stark

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Auf der Ertragsseite fällt die grosse Abweichung bei der wichtigsten Einnahmequelle der Gemeinde ins Auge: bei den Einkommens- und Vermögenssteuern. Eingenommen wurden total 14,234 Mio. Franken – rund 716'000 Franken weniger als budgetiert.

Die Windischer Gemeinderätin Heidi Ammon spricht von einer Punktlandung: Die Rechnung 2012 der Einwohnergemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 76'919 Franken ab. Im Vergleich zum Budget beträgt die Differenz nur gerade 2691 Franken.

Aber: «Obwohl der Rechnungsabschluss ziemlich genau mit dem Voranschlag übereinstimmt, gibt es einige grössere Abweichungen, die sich jedoch gegenseitig wieder neutralisieren», so Heidi Ammon. Am Dienstag präsentierte sie zusammen mit Marco Wächter, Leiter Abteilung Finanzen, die Zahlen der Presse.

Als Beispiele für die Abweichungen nennt die Gemeinderätin den Bereich Gesundheit. Einerseits seien die Spitalbeiträge und die Spitex-Kosten geringer als budgetiert ausgefallen. Auch bei der Sozialhilfe sei der Nettoaufwand geringer als angenommen.

«Andererseits mussten bei den Pflegebeiträgen massive Mehrkosten in Kauf genommen werden. Diese Bereiche können von den Gemeinden nicht direkt beeinflusst werden.»

Auf der Ertragsseite fällt gemäss Heidi Ammon die grosse Abweichung bei der wichtigsten Einnahmequelle der Gemeinde ins Auge: bei den Einkommens- und Vermögenssteuern. Eingenommen wurden total 14,234 Mio. Franken – rund 716'000 Franken weniger als budgetiert.

Ein Umstand, der nicht eben glücklich stimme. «Das erwartete Bevölkerungswachstum ist nicht eingetreten, es musste sogar ein leichter Rückgang notiert werden», erklärt die Gemeinderätin. «Die Steuerkraft hat sich nicht so stark wie erwartet erhöht.» Weiter seien die Zahlen des Vorjahres, die als Basis dienten, zu hoch gewesen.

Trendwende bei den Schulden

Immerhin konnte durch Mehreinnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern sowie den Aktien- und Quellensteuern das Minus etwas kompensiert werden. «Jedoch sind diese Mehreinnahmen teilweise auf einmalige Effekte zurückzuführen», macht Heidi Ammon klar. Übrigens: Die Steuerkraft pro Einwohner liegt in Windisch deutlich unter dem Kantonsmittel (Differenz von 623 Franken).

Die Investitionsrechnung schloss mit Nettoinvestitionen von 5,307 Mio. Franken ab. Ein Grossteil der Investitionsausgaben (rund 4,4 Mio. Franken) wurden für die Schulanlagen aufgewendet. Alleine die Sanierung des Bezirksschulhauses kostete 4,3 Mio. Franken.

Die Eigenfinanzierung (Cashflow) betrug 1,307 Mio. Franken. Anders gesagt: Die Investitionen konnten nur zu einem Viertel aus eigenen Mitteln finanziert werden. Die Verschuldung nahm 2012 um 3,6 Mio. Franken zu.

Zur Erinnerung: Bis 2011 konnte die Verschuldung stark reduziert werden. Erstmals ist wieder eine Trendwende in Sicht, die Nettoschuld pro Einwohner ist innerhalb eines Jahres um 533 Franken angestiegen.

Der Handlungsspielraum für Investitionen beziehungsweise die Möglichkeit, Schulden abzutragen werde immer kleiner, unterstreicht Heidi Ammon. Sie verweist auch auf den Nettoaufwand, der in den Jahren 2008 bis 2012 jährlich um durchschnittlich 8,8 Prozent angestiegen sei.

Ein grosser Teil des Anstiegs sei auf Ausgabenpositionen zurückzuführen, die gar nicht oder nur sehr beschränkt von der Gemeinde beeinflusst werden könnten.

«Rechnen fest mit Wachstum»

Kurz: Der stark steigende Nettoaufwand auf der einen Seite und die stagnierenden Steuererträge auf der anderen Seite führen dazu, dass Windisch in den nächsten Jahren zunehmend vom Finanzausgleich abhängig sein werde.

«Die Schere geht immer weiter auf.» Die Gemeinde habe somit die Herausforderung zu meistern, die Schuldenzunahme in den nächsten Jahren «trotz zwingend notwendigen Investitionen in einem finanzierbaren Rahmen zu halten», fasst Heidi Ammon zusammen.

Unter dem Strich sei klar gewesen, dass die Jahre 2012 bis 2014 schwierig sein werden, stellt die Gemeinderätin fest. Für die Zukunft ist sie trotzdem optimistisch. Sie verweist auf die rege Bautätigkeit: «Wir rechnen fest mit einem Wachstum.» Jedenfalls soll der Steuerfuss – momentan 118 Prozent – auch beim nächsten Budget noch kein Thema sein, sagt Heidi Ammon.

«Wir klagen nicht und wir wirtschaften gut. Wir schauen ganz genau, wofür wir das Geld ausgeben.»

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