Brugg
Die Werke von Heinz Stäuble sollen unter die Leute

Während Jahrzehnten prägte der engagierte Künstler die Stadt Brugg. Nun findet zu Ehren des vor zwei Jahren verstorbenen «Stan» im Trafohüsli eine vielschichtige Ausstellung mit Bilderverkauf statt.

Claudia Meier
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Kurator Fritz Senn (v. l.); OK-Leiter Peter Müller; Musiker Ueli Gygli, enger Freund des verstorbenen Künstlers, sowie Beizli-Chef Herbert Meier freuen sich auf die Vernissage am Freitagabend im Trafohüsli.

Kurator Fritz Senn (v. l.); OK-Leiter Peter Müller; Musiker Ueli Gygli, enger Freund des verstorbenen Künstlers, sowie Beizli-Chef Herbert Meier freuen sich auf die Vernissage am Freitagabend im Trafohüsli.

Claudia Meier (cm)

Heinz Antonius Stäuble (1944–2016), in Brugg besser bekannt als «Stan», war ein Aktivist, Sozialdemokrat, Kunstvermittler und -ermöglicher sowie Kunstgeniesser und -kritiker. «‹Stan› war immer dabei», erinnert sich sein enger Freund Ueli Gygli. «Er war ein feiner Mensch, der nie jemanden verurteilte und stets ein offenes Ohr für andere hatte.» Als der Künstler knapp 72-jährig an den Folgen von Herzbeschwerden starb, vermachte er der Stiftung Domino sein Haus an der Zimmermannstrasse und die Kunstsammlung. Die Stiftung für Menschen mit Behinderung Region Brugg-Windisch hat die Liegenschaft in der Zwischenzeit mangels Eigenbedarf verkauft. Um den künstlerischen Nachlass möglichst im Sinne des Verstorbenen unter die Leute zu bringen, hat sich nun ein von Domino-Stiftungsratspräsident Peter Müller geleitetes OK um die Realisierung einer Retrospektive mit Bildverkauf gekümmert.

«Es ist vermutlich die letzte öffentliche Veranstaltung in diesem Trafohüsli an der Habsburgerstrasse. Das Haus wird demnächst umgebaut und danach privat genutzt», sagt Peter Müller, als er die Medien durch die Ausstellung führt. Die Idee für Stäubles Retrospektive unter dem Titel «The Best of Stan» entstand Anfang Jahr. Dank der Unterstützung durch mehrere Sponsoren wird der Erlös aus dem Bilderverkauf laut Müller vollumfänglich der Stiftung Domino zufliessen. Noch vor der Vernissage wird eine Delegation der Stadt die Werke begutachten und entscheiden, was sie als Erinnerung an den einheimischen Künstler haben möchte.

Aktstudien aus Oberflachs

Die Kunstsammlung von Heinz Stäuble, der ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte, umfasst einige hundert Bilder. Dazu gehören frühe Werke, die unter anderem an der Ecole supérieure du dessin d’art in Paris entstanden, Aktstudien aus der Atelier-Zeit in Oberflachs, sanfte Aquarelle mit stillen Juralandschaften und drei Metamorphosen aus den 70er-Jahren. «Work in Progress» heisst ein Bild von 1991/92, das den Irak-Krieg thematisiert. Stäuble vertrat die Meinung, dass in einem kleinen Atelier eher kleine Bilder und in einem grossen Atelier eher grosse Bilder entstehen. Das konnte aber auch heissen, dass er einem grossen Werk einen kleinen Ausschnitt entnahm und als separates Bild behandelte. «Stan» war mit sich selber streng. Von der Kunst konnte er nicht leben. Ab und zu hatte er Auftragsarbeiten im Bereich Grafik/Dekor.

In der Ausstellung im Trafohüsli sind auch einige Video-Sequenzen von Performances sowie einige von «Stan» gesammelte Werke von Niklaus Stöckli, Hans Anliker, Sylviane Figini Strasser und Ernst Morgenthaler zu sehen und zu kaufen. «Heinz Stäuble war ein sehr produktiver Künstler. 1984 schaffte er 700 Werke», sagt Kurator Fritz Senn. Unvergessen bleibt eine Verbrennungsaktion im Hof des Zimmermannhauses. Stäuble verarbeitete das geschmolzene Plastik später in Bildern.

Im Trafohüsli ist Herbert Meier für das leibliche Wohl der Besucher zuständig. Neben Plättli mit Fleisch oder Käse gibts Drinks «Stan Special».

Ausstellung Vernissage Freitag, 1. Juni, 19 Uhr, Freitag/Samstag 18–22 Uhr, Sonntag 14–18 Uhr, Finissage, 10. Juni, 17 Uhr.

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