Grossratswahlen

Die wenigsten Kandidaten aus dem Bezirk Brugg geben ein Hobby an

Grosser Rat in Aarau

Grosser Rat in Aarau

Von den 86 Kandidaten für den Grossen Rat macht weniger als ein Drittel Angaben zu den Hobbys.

Mittlerweile ist das dicke Wahlcouvert mit den vielen bunten Prospekten bei allen Stimmbürgern eingetroffen. Einige dürften bereits gewählt haben, Andere werden sich in den nächsten zwei Wochen die Unterlagen genauer anschauen und entscheiden, welche Namen sie für die 11 Sitze, die dem Bezirk Brugg im Kantonsparlament zustehen, auf den Zettel schreiben werden. Das Wahltool Vimentis kann eine zusätzliche Entscheidungshilfe sein. Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens lässt sich herausfinden, mit welchen Kandidaten man am meisten Übereinstimmung hat. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kandidaten aus dem eigenen Wahlkreis diese Fragen auch beantwortet haben. Das ist im Bezirk Brugg nicht bei allen der Fall.

Bezirkswechsel als Hürde

Auch sonst sind die meisten Profile, welche die Kandidaten kostenlos vervollständigen könnten, teilweise gar nicht vorhanden oder ziemlich lückenhaft. Bei den Hobbys und Interessen haben nur gerade 27 von 86 Kandidaten aus dem Bezirk Brugg Angaben gemacht. Man kann jetzt einwenden, dass man Politiker nicht aufgrund der Hobbys wählt. Dennoch runden die Freizeitbeschäftigungen das Profil einer Person ab – zusätzlich zu Angaben über Alter, Familie und Ausbildung. Was im Berufsleben relevant ist, gilt eigentlich auch für die Politik. Bei den bevorstehenden Grossratswahlen ist den meisten Beteiligten klar, dass es nicht zu grossen Veränderungen kommen wird. Nur die beiden bisherigen SVP-Grossräte, Richard Plüss und Hans Peter Schlatter, treten nicht mehr an.

Kommt dazu, dass die ursprünglich im Bezirk Lenzburg für die SVP gewählte Maya Meier nun in Auenstein lebt und für den Bezirk Brugg ihren Grossratssitz verteidigen möchte. Doch auch Meier macht wie 7 weitere Parteikollegen auf Vimentis keine Angaben zu ihren Hobbys. Ob diese sich nur als Listenfüller verstehen und deshalb das Vimentis-Angebot nicht so ernst genommen haben, sei mal dahingestellt.

Nur ein SP-Kandidat hat Hobbys

Noch extremer ist die SP: Von den
11 Kandidaten der Arbeiterpartei hat einzig Sacha Schenker vom Bözberg Hobbys angegeben (Politik, Reisen, Sprachen, Tennis). Die beiden bisherigen SP-Vertreter Dieter Egli und Martin Brügger haben – im Gegensatz zu den meisten bisherigen Grossräten aus den anderen Parteien – darauf verzichtet.

Von den 27 Kandidaten, deren Leben nicht nur aus Arbeit und Politik besteht, werden als Hobby am häufigsten genannt: Politik (9), Reisen (8), Lesen (7), Familie und Freunde (6). Zudem zeigt sich bei diesen Kandidaten die sportliche Vielfalt, die von Skifahren (3), über Tennis (3), Faustball (2), Fussball (2), Ski- und Bergtouren (1) bis zum Squashen (1) reicht.

Das aussergewöhnlichste Hobby hat Christian Tischmeyer von der EDU: grosse Puzzles. Damit meint er Puzzles mit um die 10 000 Teilen. «Für mich ist das eine sehr entspannende Beschäftigung, der ich mich nur 5 Minuten oder einen ganzen Nachmittag widmen kann. Dazu höre ich in der Regel Musik», sagt er auf Nachfrage der az. Sein erstes grosses Puzzle mit 9000 Teilen zeigt ein Gemälde vom Turmbau zu Babel. Fast drei Jahre lang war er mit einem Puzzle mit 12 000 Teilen von der New Yorker Skyline bei Nacht beschäftigt. Seit eineinhalb Jahren ist Tischmeyer am Puzzle mit 13 000 Teilen, das ein Dorf in den Dolomiten zeigt. Das Horrorszenario, dass am Schluss ein Teil fehlte, sei zum Glück noch nie eingetroffen, sagt er. Allerdings hätte er schon Puzzleteile aus dem Staubsaugersack herausholen müssen.

Ebenfalls in Hausen beheimatet ist EVP-Kandidat Fredi Bärtschi, der Modellbau als Hobby aufführt. Meint er Eisenbahnen, Autos oder Flugzeuge? «Ja, es sind ferngesteuerte Modellflugzeuge und ein ferngesteuerter Helikopter», sagt Bärtschi und räumt sogleich ein, dass dieses Hobby derzeit auf dem Estrich schlummere. Sofort fügt er an, dass er jede Woche zwei ihm besonders wichtige Termine habe: mit seiner Frau tanzen gehen sowie Tennis spielen.

Was es mit dem Grillieren und Fussball bei CVP-Kandidatin Barbara Geissmann auf sich hat, konnte die az bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung bringen.

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