Brugg
Die Vorstadt-Liegenschaften in Brugg werden auf Vordermann gebracht

Die Häuser Vorstadt 2, 4 und 6 zwischen Baslerstrasse und Aare in Brugg erhalten eine neue Fassadendämmung, neue Fenster sowie einen neuen Anstrich. Künftig soll das Ensemble eine architektonische Einheit mit der angrenzenden Altstadt bilden.

Michael Hunziker
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Verläuft alles nach Plan, kann das Gerüst Anfang November entfernt werden.

Verläuft alles nach Plan, kann das Gerüst Anfang November entfernt werden.

Michael Hunziker

Sie haben nicht den gleichen Jahrgang wie die Nachbarliegenschaften in der Altstadt. Trotzdem: An den Gebäuden zwischen Baslerstrasse und Aare – gleich gegenüber dem schwarzen Turm eingangs Brugg – hat der Zahn der Zeit genagt. Witterung und Verkehr haben ihnen zugesetzt.

Seit diesem Sommer sind die markanten Häuser Vorstadt 2, 4 und 6 mit einem Gerüst versehen. Etappenweise wird die alte Fassadendämmung entfernt und eine neue Fassadendämmung aufgebracht, werden die alten Verglasungen im Erdgeschoss ausgewechselt und die Holzfenster in den Obergeschossen durch neue Holz-Metallfenster ersetzt. Ebenfalls ausgeführt werden Malerarbeiten am Dach und an den Metallbauteilen, werden Nachbesserungen an den Spengler- und Blitzschutzarbeiten vorgenommen sowie Lüftungen in den Wohnungen für die Räume auf der Strassenseite eingebaut.

Nicht zuletzt entfernen die Handwerker die alten Rollläden und Stoffbehänge und bringen stattdessen einheitliche, farblich abgestimmte Sonnenschutzvorrichtungen an – die Rede ist von Lamellen aus Metall. Gegen Ende des Jahres wird im Erdgeschoss noch die Restaurantbeleuchtung auf dem Vorplatz angepasst und damit für eine freundliche Atmosphäre gesorgt.

Energieverbrauch sinkt

Durch die Sanierungsarbeiten an den Gebäuden aus den Siebzigerjahren können die neuen Energieanforderungen und Schallschutzvorschriften erfüllt werden. Apropos Energieanforderungen: «Mit der verbesserten Fassadendämmung und den neuen Fenstern wird der Verbrauch nachhaltig gesenkt», sagt der zuständige Bauleiter Rainer Ziesemer von der ZRBaumanagement GmbH in Buchs. «Wir erreichen sehr gute Werte.»

Im Innern werde ein angenehmes Raumklima herrschen, aussen würden die Fassadenfarben passend zur Altstadt gewählt. «Die Farbgestaltung wirkt harmonisch», sagt der Bauleiter. Auch die Durchgänge auf der Strassen- sowie der Aareseite würden attraktiv gestaltet. Kurz: Das Ensemble bilde künftig eine architektonische Einheit mit der Altstadt.

Die Bausubstanz der drei Liegenschaften sei zwar sehr gut, weist Ziesemer auf die Hintergründe hin. Aber die Holzfenster seien an verschiedenen Stellen nicht mehr dicht gewesen, im Erdgeschossbereich seien Beschädigungen an der Fassade vorhanden gewesen.

Anders gesagt: Ohne Werterhaltung hätte es zu weiteren Schäden kommen können, so der Bauleiter. Die Planungsphase dauerte rund zwei Jahre, es seien viele Überlegungen eingeflossen. Zuerst seien nur die nötigen Reparaturen und ein neuer Anstrich vorgesehen gewesen. Bei den Abklärungen sei dann der Entscheid für eine neue Fassadendämmung gefallen. Ende 2012 erfolgte die Baueingabe.

Wenig Platz, viele Fussgänger

Nach den Vorbereitungen Anfang dieses Jahres sind die Tätigkeiten an der Fassade im Juli in Angriff genommen worden. Verläuft alles nach Plan, kann das Gerüst bereits Anfang November entfernt werden.

Als besondere Herausforderung bezeichnet Ziesemer die engen Platzverhältnisse wegen der exponierten Lage der Gebäude sowie die Verkehrsbelastung. Überdies müsse der Sicherheit der Fussgänger – unter ihnen auch Schüler – höchste Priorität eingeräumt werden. Ebenfalls gelte es, weil die Wohnungen bewohnt sind, Rücksicht auf die Mieter zu nehmen. Letztere würden laufend über die einzelnen Arbeitsschritte ins Bild gesetzt, so der Bauleiter.

Er selber ist regelmässig vor Ort, hat sich im alten Billardraum des Pubs ein temporäres Baubüro eingerichtet. Dieses Vorgehen bewähre sich. «Das gibt eine gewisse Ruhe.» Zu Reklamationen sei es bisher jedenfalls nicht gekommen. Auch die Zusammenarbeit mit Stadt, Kanton und Polizei sei angenehm und funktioniere reibungslos, fährt Ziesemer fort. «Wir können offene Fragen jeweils rechtzeitig klären und Lösungen finden. Alle verhalten sich kooperativ.»

Mit dem Baufortschritt ist Ziesemer zufrieden, nach einem kleinen Unterbruch wegen des Wechsels eines Unternehmens verlaufen die Tätigkeiten wieder wie vorgesehen. «Wir sind gut gestartet.»