«Lange mussten wir suchen, bis wir unser neues RAV gefunden haben», hatte Linda Baldinger, die Leiterin des RAV Brugg, in der Einladung zur Eröffnungsfeier geschrieben. Am Dienstagabend ist dieses neue RAV, das mit seinen 25 Mitarbeitenden rund 1500 Stellensuchende aus 48 Gemeinden betreut, an der Bahnhofstrasse 19 eröffnet worden.

Das Vertrauen nicht verlieren

Die Gäste aus Wirtschaft und Politik, mit Regierungsrat Urs Hofmann an der Spitze, konnten sich überzeugen, dass beim RAV Brugg die «verstaubte Amtsstube» tatsächlich der Vergangenheit angehört, wie Linda Baldinger feststellte. Und das nicht bloss in Bezug auf die Räume, sondern auch auf die Dienstleistungen. «Alle Stellensuchenden haben etwas gemeinsam», sagte Regierungsrat Hofmann: «Sie sind persönlich in einer schwierigen Situation. Man weiss wie ausgeliefert sie sich fühlen und wie schnell die Zuversicht Selbstzweifeln und Ängsten weicht. Das auch deshalb, weil man weiss, dass Arbeit nicht nur Broterwerb ist, sondern ebenso ein Ort der Selbstfindung und des Kontaktes. Ziel der RAVs ist es, Stellensuchenden zu helfen, das Vertrauen nicht zu verlieren oder dieses Vertrauen wieder aufzubauen. Das ist eine anspruchsvolle Arbeit.»

Regierungsrat Hofmann zitierte aus Briefen in denen sich ehemalige Stellensuchende beim RAV bedanken. In einem dieser Briefe sei festgestellt worden, dass beim RAV Brugg bei den Räumen einiges verbessert werden sollte. «Diesen Ratschlag hat sich das RAV zu Herzen genommen», sagte Hofmann. «In den neuen Räumen herrscht ein offener Geist und widerspiegelt sich die Dienstleistungsmentalität. Es gibt keine Schalter mehr.» Man habe lange nach neuen Räumen für das RAV Brugg gesucht, erklärte Thomas Buchmann, der Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit im Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons. «Jetzt ist das RAV super eingerichtet», stellte er fest. «Es gibt hier keinen Verwaltungsmief. Ich bin überzeugt, dass in diesem Räumen die Mitarbeitenden des RAV und die Stellensuchenden gut zusammenarbeiten werden.»

Bekenntnis zur Bildung

«Das RAV Brugg ist eine wichtige Organisation mit stark überregionalem Charakter», sagte der Brugger Stadtammann Daniel Moser. «Es ist wichtig, dass die Mitarbeitenden gute Bedingungen vorfinden, um kundenfreundlich und kundenspezifisch arbeiten zu können.» Daniel Moser wies auf die enge Zusammenarbeit zwischen dem RAV und den Sozialdiensten der Stadt hin. «Gesellschaft und Wirtschaft sind gefordert, neue Stellen zu schaffen», erklärte er. «Dieses Ziel haben sich auch die Behörden der Stadt Brugg auf die Fahne geschrieben.» Er gab aber auch zu bedenken: «Fachleute haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen. Darum müssen wir in Bildung und Weiterbildung investieren.»