Weihnachten

Die verfrühte Weihnachten nervt viele – dem Geschäft aber hilfts

Sabine Wörndli, Filialleiterin von Thalia, dekoriert das Geschäft jedes Jahr anders. Alex Spichale

Sabine Wörndli, Filialleiterin von Thalia, dekoriert das Geschäft jedes Jahr anders. Alex Spichale

Weihnachtsguetzli, Christbaumkugeln, besinnliche Klänge aus den Lautsprechern – der erste Advent steht erst bevor, doch in den Läden ist die Weihnachtsstimmung bereits voll angekommen. Das passt nicht allen, hilft aber dem Weihnachtsgeschäft.

Die Migros brachte Weihnachten schon früh nach Brugg. Bereits seit vier Wochen kann man dort Weihnachtsartikel kaufen. Festgelegt wurde dies vom Hauptsitz der Migros in Zürich. «Viele Leute nörgeln darüber, dass wir bereits im November Weihnachtsartikel im Sortiment haben, während aber die erste Packung Weihnachtsguetzli schon in ihrem Einkaufswagen liegt», sagt Matthias Wolf, Marktleiter der Migros Brugg. «Ich glaube, die meisten Kunden geniessen das Glitzern und Blinken im grauen November.» Das Umstellen auf Weihnachten ist für die grossen Geschäfte mit viel Aufwand verbunden. Insgesamt 300 Arbeitsstunden wurden benötigt, um die Regale der Migros umzuräumen und die Weihnachtssterne an die Decke zu hängen.

Die meisten bestimmen selber

Die kleineren Geschäfte lassen sich mit dem Weihnachtsangebot etwas mehr Zeit. In den meisten Geschäften bestimmt der Filialleiter, wie die Dekoration aussehen soll und wann sie aufgehängt wird. Beatrice Waltert, Filialleiterin im Spielwarengeschäft Amsler, hat sich für dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: In ihrem Schaufenster steht ein weisses Rentier, das den ganzen Tag mit dem Kopf nickt. «Seit wir das Rentier haben, schauen mehr Leute in unser Schaufenster», ist Walter überzeugt. In ihrem Geschäft hält Weihnachten seit zwei Wochen Einzug. Neben dem Schaufensterschmuck hat sie auch das Sortiment angepasst. Den Kindern kann man zum Beispiel eine Weihnachtskrippe von Playmobil schenken.

Auch Sabine Wörndli, Filialleiterin von Thalia, hat sich viel Mühe beim Dekorieren gegeben. «Wir machen jedes Jahr etwas Neues», sagt sie. Für ein Geschäft, das mit Büchern und Medien handelt, ist Weihnachten eine der rentabelsten Zeiten im Jahr. «Viele verschenken zu Weihnachten Bücher oder auch Kalender», sagt Wörndli.

In der Müller & Spring AG hängen die roten Weihnachtssterne seit einer Woche. «Die Weihnachts-CDs werden wir erst eine Woche vor Weihnachten abspielen, sonst kann man es an Weihnachten nicht mehr hören», sagt Markus Merki, stellvertretender Geschäftsführer der Müller & Spring AG. Merkli glaubt nicht, dass Weihnachtsdekoration in einem CD- und DVD-Geschäft einen grossen Einfluss auf den Verkauf hat.

Das Angebot ist verlockend

Jedes Jahr gibt es Diskussionen um das Weihnachtsnagebot, denn viele finden, Weihnachten werde schon viel zu früh in die Läden gebracht. Trotzdem wird das Angebot genug genutzt, sodass es sich für die Geschäfte lohnt, immer früher Weihnachtsprodukte anzubieten. «Es nervt mich, denn es ist schon fast ein Bedrängnis», sagt Sandra Guthknecht, Verkäuferin im Switcher, in dessen Schaufenster übrigens schon seit zwei Wochen Schneeflocken hängen. «Es verleitet einen wirklich zum Kaufen. Ich habe meine Stube schon weihnachtlich dekoriert.»

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