Bözbergstrasse

Die Velofahrer dürfen sich auf eine sicherere Strasse freuen

Die Kriechspuren werden beibehalten, da die Strecke kaum Überholmöglichkeiten bietet. mhu

Die Kriechspuren werden beibehalten, da die Strecke kaum Überholmöglichkeiten bietet. mhu

Die Bözbergstrasse wird velofreundlicher: Der Belag soll auf 6,2 Kilometern saniert werden, gleichzeitig sind neue Radstreifen geplant.

Die Bözbergstrasse zwischen Brugg und Frick wird stark beansprucht – nicht nur durch Autos, sondern auch durch Lastwagen und Postautos. Der Belag hat an vielen Stellen gelitten und soll deshalb saniert werden. Gleichzeitig geplant ist ein durchgängiger Radstreifen.

Kreisingenieur Giuliano Sabato vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt spricht von einer direkten und attraktiven Verbindung für den Fahrradverkehr. «Die Radstreifen werden von der Bahnhofstrasse in Effingen bis zur Passhöhe Neustalden und vom Dorfausgang Umiken bis zur Passhöhe Neustalden jeweils bergwärts realisiert», führt er aus. Vorgesehen seien die Radstreifen nur bergwärts, «da der Fahrradverkehr talwärts schneller sowie stabiler zirkuliert und daher ein Radstreifen nicht notwendig ist».

Das Projekt wurde so ausgelegt, fügt der Kreisingenieur an, dass die für den Radstreifen erforderlichen Verbreiterungen der Kantonsstrasse möglichst auf der Strassenparzelle erfolgen können. Konkret: Für die 1,5 Meter breiten Radstreifen muss die Kantonsstrasse, die aktuell durchschnittlich 7 Meter breit ist, auf 8,5 Meter ausgebaut werden.

Dort, wo die Verbreiterungen nicht auf der Strassenparzelle möglich sind, werden sie im Bereich von Böschungen ausgeführt, um landwirtschaftliche Flächen zu schonen. Diese Lösung erfordert laut Sabato entsprechende Stützkonstruktionen. Es gebe aber auch Abschnitte, gibt er zu bedenken, in denen trotzdem Landwirtschaftsland beansprucht werden müsse.

Neustalden erhält Mittelzone

Die grössten Veränderungen erfolgen im Rahmen der Belagssanierung gemäss Sabato daneben im Bereich Vierlinden, wo die Abbiegespuren aufgehoben oder verkleinert werden sowie im Bereich Hafen, wo der Anschluss Haldenstrasse in die Strasse Hinterer Hagen geführt wird «und so der ungünstige Anschluss Haldenstrasse in die Bözbergstrasse aufgehoben werden kann».

Zu einer Änderung kommt es in Neustalden, wo eine Mittelzone vorgesehen ist, die als Querungshilfe für den Langsamverkehr in Richtung Gallenkirch/Linn dient. Im Weiteren werden die bestehenden Bushaltestellen Hafen, Vierlinden, Neustalden und Schützenhaus hindernisfrei und für Gelenkbusse ausgebaut.

Laut dem Kreisingenieur wurde auch abgeklärt, ob die Kriechspuren der Nord- und Südrampen noch benötigt werden. «Aus Sicherheitsgründen werden sie beibehalten, da die Strecke kaum Überholmöglichkeiten bietet.» Im Bereich der Rampen mit vorhandener Kriechspur werde der Radstreifen aber auf Kosten der Überholspur markiert. «So kann auf eine Verbreiterung verzichtet werden, wo die Strasse ohnehin bereits eine Breite von 10,5 Metern aufweist.»

An drei Stellen müssen total rund 270 Quadratmeter Wald gerodet werden. Für diese Flächen sind Ersatzaufforstungen vorgesehen. Keinen Einfluss auf das Projekt hat übrigens der direkt an der Bözbergstrasse gelegene Militärbunker im Ortsteil Gallenkirch.

Der Hintergrund: Die Kantonsstrasse zwischen dem Brugger Ortsteil Umiken sowie Effingen wurde zwischen 1971 und 1972 ausgebaut. Einzelne Abschnitte sind von 1986 bis 1989 saniert worden. «Demnach beträgt das Alter der Beläge auf dem grössten Teil der Strecke mehr als 30 Jahre», stellt Sabato fest. Anders ausgedrückt: Die Lebenserwartung für Deckbeläge, die bei 25 Jahren liege, werde auf der gesamten Strecke von rund 6,2 Kilometern übertroffen. Insbesondere auf den älteren Abschnitten sei der Belag in einem dringend sanierungsbedürftigen Zustand.

Arbeiten sind ab 2020 vorgesehen

Die kantonale Radroute, die Effingen mit Brugg verbindet, wird zurzeit über Alternativrouten geführt. Diese Route ist laut Sabato für sogenannte Radwanderer zwar attraktiv, erfülle aber die Standards der kantonalen Radrouten nicht, die eine direkte, sichere und komfortable Verbindung fordern. Mit der Belagssanierung könne nicht nur die Kantonsstrasse den neuen Anforderungen angepasst, sondern kostengünstig mit einem Radstreifen ergänzt werden. «Damit wird ein Beitrag zur Attraktivität des Langsamverkehrs geleistet.»

Die umfangreichen Unterlagen – samt Projektplänen und Landerwerbstabelle – liegen bis 14. November öffentlich auf in Brugg, Bözberg, Effingen und Villnachern. Für das Genehmigungs- und das Landerwerbsverfahren sind die Jahre 2018 und 2019 vorgesehen. Die Bauarbeiten – bis auf einen kurzen Abschnitt ausschliesslich im Ausserortsbereich – sollen 2020 und 2021 erfolgen. «Die Ausführung wird in Etappen und mit Lichtsignalregelung erfolgen», erklärt der Kreisingenieur. «Um die Bauzeit zu verkürzen, werden an zwei oder sogar teilweise an drei Stellen gleichzeitig Bauarbeiten vorgenommen.» Gerechnet wird mit Kosten von rund 11,2 Mio. Franken.

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