Windisch

Die umstrittene EU-Fahne bleibt auch am ersten August gehisst

Die EU-Fahne ist eigentlich jene des Europarates (Symbolbild)

Die EU-Fahne ist eigentlich jene des Europarates (Symbolbild)

Dass an der gemeinsamen Bundesfeier von Brugg und Windisch im Amphitheater die EU-Fahne gehisst wird, hat Tradition. Und diese bleibt nach einer Diskussion nun bestehen.

Windisch und Brugg halten am Hissen der EU-Fahne an der Bundesfeier fest. Auch nach den heftigen Leserkommentaren im letzten Jahr hat sich die Bundesfeierkommission dazu entschieden, an der blauen Fahne mit den Sternen festzuhalten und die Tradition weiterzuführen. «Wir haben im Komitee die Frage, ob man die Fahne hissen soll, nochmals besprochen. Und wir sind zum Schluss gekommen, dass wir an der Tradition festhalten», sagt Reto Wettstein, Kommissionsmitglied und Stadtrat Brugg.

Schweiz gehört zum Europarat

Wichtig dabei ist zu wissen, dass die heute vor allem als EU-Fahne bekannte Flagge eigentlich jene des Europarates ist. Und da ist die Schweiz seit 1963 Mitglied. Im Windischer Amphitheater werden dann jeweils die 26 Kantonsfahnen im Kreis angeordnet. Im Zentrum steht die Schweizer-Fahne und darum herum – quadratisch angeordnet – die Windischer-, Brugger-, Aargauer- und eben die Europarat-Fahne.

Kein Problem hat die Bundesfeierkommission auch damit, die Fahne zu hissen, wenn ein Bundesrat – wie in diesem Jahr Johann Schneider-Ammann – als Festredner anwesend ist. «Die Fahne ist angemessen. Gerade dann, wenn der Wirtschafts- und Bildungsminister kommt», erläutert Wettstein. «Jeder zweite Franken wird ja schliesslich im Ausland verdient.»

Eine Ausnahme gab es

Werner Keller, der vor Jahrzehnten Präsident der Kommission war, hat das Hissen der Europafahne eingeführt. Das war noch vor 1984 und damit vor der Gründung der EU mit dem Maastrichter Vertrag 1992.

Jürg Stüssi, Präsident der Bundesfeier-Kommission zwischen 1985 und 1997, liess dann die Fahne ebenfalls immer hissen. Eine Ausnahme allerdings gab es. Dann nämlich, als amerikanische Gäste auftraten. «Zu ihren Ehren habe er das Sternenbanner aufziehen lassen», schreibt er. Bereits damals sah er das Hissen der Fahne des Europarates als Teil der bereits traditionellen Festkultur.

Mit dieser Tradition will man im Jahr 2015 am 1. August nicht brechen. Die blaue Fahne mit den zwölf goldenen Sternen wird auch in diesem Jahr im Amphi flattern.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann trifft um 18.30 Uhr ein und wird dann auf dem Festplatz anwesend sein.

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