Hornussen

Die umstrittene Deponie hat hier garantiert keine Freunde

Am Einwohner- forum in Hornussen sind alle Anwesenden gegen eine Aushubdeponie im Dorf.

Am Einwohner- forum in Hornussen sind alle Anwesenden gegen eine Aushubdeponie im Dorf.

Der Gemeinderat will im Thema der Aushubdeponie einen Rechtsbeistand beiziehen und beantragt einen Kredit.

Gemeindeammann George Winet liess die rund 30 Anwesenden im Restaurant Feldschlösschen abstimmen. Für die Deponie wollte keiner der Teilnehmer am Einwohnerforum die Hand heben. Damit ist Hornussen schon die zweite Gemeinde, die eruieren liess, wie die Bevölkerung zu den im oberen Fricktal geplanten Deponien steht. Schon in Bözen war die Ablehnung mit 87 Prozent immens.

Doch Hornussen will sich nicht allein auf das Votum der im «Feldschlösschen» versammelten kleinen Gruppe verlassen. So steht das Thema Deponie indirekt auch auf der Traktandenliste der Einwohnergemeindeversammlung am 25. November. Der Gemeinderat beantragt einen Verpflichtungskredit in Höhe von 45 000 Franken für den «Beizug eines Rechtsbeistandes in der Sache Richtplananpassung Deponiestandort Oberes Fricktal».

«Wir haben diesen Kredit bewusst sehr hoch angesetzt. Wenn die Stimmberechtigten bereit sind, das viele Geld auszugeben, ist es offensichtlich, dass sie die Deponie nicht wollen», führte Winet beim Einwohnerforum aus. Der Gemeindeammann beklagte, dass man diesen Umweg gehen müsse und die Bevölkerung nicht direkt über das Projekt abstimmen könne.

Austritt aus der Repla?

Diese habe auch nicht viel von der Anlage, «ausser Dreck und Lärm». Winet: «Etwas Nachhaltiges fürs Dorf muss schon bleiben, eine Entschädigung von 1,5 Millionen Franken für 20 Jahre ist zu wenig.»

Zumal der Kanton eine spätere Umzonung des Deponiegeländes für Gewerbeansiedelungen ablehne, Hornussen aber schon jetzt darunter leide, Unternehmen keine Flächen anbieten zu können und diese Firmen an Nachbargemeinden wie Frick verliere.

«Ich will, dass es im Dorf weiter genügend Arbeitsplätze gibt und nicht noch dazu beitragen, dass noch mehr pendeln», unterstrich der Gemeindeammann. Hornussen wolle auf eigenen Füssen stehen.

Peter Schlappritzi, Vizepräsident des Vereins Erhalt Buech Herznach-Ueken, sprach von einem «intransparenten Verfahren» und bezweifelte, dass das zur Deponierung vorgesehene Material tatsächlich stets so sauber und unbedenklich sei. Schlappritzi kritisierte auch den Planungsverband Fricktal Regio. Dieser habe sich «vor den Karren von Kanton und Baufirmen spannen lassen».

Bözens Gemeindeammann Robert Schmid, neuerdings Mitglied im Verbandsvorstand, widersprach: «Wir sollten die Repla hier nicht zum Sündenbock machen.» Dennoch wurde beim Einwohnerforum, bei dem sich als Ehrengast auch SVP-Regierungsratskandidatin Franziska Roth vorstellen durfte, sogar darüber diskutiert, aus dem Verband auszuscheiden.

Laut Winet ist das rechtlich aber nicht möglich. Einig war man sich darin, die bis 20. Januar dauernde öffentliche Auflage zur Richtplananpassung «Deponiestandorte Oberes Fricktal» zur Abfassung möglichst vieler und individuell formulierter Eingaben zu nutzen.

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