Jura-Cement-Fabriken AG

Die Totholz-Inseln fördern die Artenvielfalt

Beat Flach, Stiftungsratspräsident von Natur & Wirtschaft (links), überreicht das Zertifikat an Marcel Bieri, Werkleiter der JCF in Wildegg. zvg

Beat Flach, Stiftungsratspräsident von Natur & Wirtschaft (links), überreicht das Zertifikat an Marcel Bieri, Werkleiter der JCF in Wildegg. zvg

Die Jura-Cement-Fabriken AG sind ausgezeichnet worden für die naturnahe Gestaltung ihres Werks Wildegg sowie ihrer Steinbrüche Jakobsberg, Oberegg und Unteregg.

Im Zuge einer Rezertifizierung hat die Stiftung Natur & Wirtschaft die Jura-Cement-Fabriken AG (JCF) erneut für ihr naturnahes Firmenareal ausgezeichnet. Das Unternehmen trägt das Label bereits seit 2015. «Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und Bestätigung unseres Engagements», sagte Marcel Bieri, Werkleiter der JCF in Wildegg. «Sie zeigt, dass wir weiterhin auf dem richtigen Weg sind. Im engen Austausch mit Fachleuten unternehmen wir viel, um die ökologisch wertvollen Lebensräume rund um das Werk und in unseren Steinbrüchen zu fördern und weiter auszubauen.»

Beat Flach, Stiftungsratspräsident von Natur & Wirtschaft, überreichte die Zertifikatsurkunde gestern Freitag im Rahmen eines Einweihungsanlasses für die neu geschaffenen Totholz-Inseln in den Steinbrüchen Jakobsberg-Egg.

Für Käfer oder Grosspilze

Um künftig noch mehr Tieren und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum zu bieten, hat die JCF in Zusammenarbeit mit Forschenden der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) ein Projekt zur Förderung von Totholz lanciert. Totholz, das heisst abgestorbenes Holz, gehört zum natürlichen Waldzyklus und ist die Lebensgrundlage für zahlreiche Organismen wie beispielsweise Käfer oder Grosspilze. Die aktuell in der Umgebung vorhandenen Mengen genügen jedoch nicht, um Arten zu erhalten, die auf viel Totholz angewiesen sind.

Eine Forschungsgruppe um Thibault Lachat, Dozent für Waldökologie an der HAFL, untersucht deshalb, wie der Lebensraum von totholzabhängigen Arten auch ausserhalb des Waldes gesichert werden kann. Die JCF hat dafür mit frisch geschnittenen Buchenstämmen drei sogenannte TotholzInseln in ihren Steinbrüchen geschaffen. Die Forschenden untersuchen die Inseln künftig systematisch und ziehen daraus wichtige Schlussfolgerungen für die Praxis.

Die naturnahen Flächen um das Zementwerk und in den Steinbrüchen der JCF setzen sich unter anderem aus Hecken, Ruderalflächen, Wiesen, Waldgebieten und Feuchtbiotopen zusammen. Sie zeigen, dass Steinbrüche der Natur grosse Chancen eröffnen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Ersatz für Auenlandschaften

Pflanzen- und Tierarten, die üblicherweise in Flussauen leben, besiedeln die offenen Abbaustellen. Da die meisten Flussläufe in der Schweiz künstlich begradigt sind, bilden diese Areale wichtige Ersatzstandorte für die verschwundenen Auenlandschaften. Die Feuchtbiotope beispielsweise ermöglichen es einer beachtlichen Population von Gelbbauchunken, ihren Laich abzulegen.

Die Stiftung Natur & Wirtschaft fördert Natur im Siedlungsraum. Sie zeichnet vorbildliche Areale mit einem national anerkannten Label aus und unterstützt Interessierte dabei, naturnahe Flächen zu planen und zu realisieren. 

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