Hausen bei Brugg

«Die Tiere verrecken elend!»: Dramatisches Fischsterben im Süssbach erzürnt Anwohner

Geschützte Fische verenden qualvoll

Geschützte Fische verenden qualvoll

Im Süssbach in Hausen bei Brugg sterben reihenweise Fische. Auch den Flusskrebsen wird der Wasserflussmangel zum qualvollen Verhängnis.

In Hausen bei Brugg sorgt die Wasserknappheit im Süssbach für traurige Szenen. Unzählige Fische und Krebse verenden im stetig versiegenden Bach. Anwohner versuchen verzweifelt, die wenigen überlebenden Tiere zu retten. Woher rührt die Trockenheit im Hausener Dorfbach?

Es sind grauenvolle Anblicke, die sich derzeit im Süssbach in der Gemeinde Hausen bei Brugg bieten: Im ausgetrockneten Bachbett verwesen Dutzende Fische, die dort qualvoll verendeten. Nicht nur zahlreichen Fischarten wird die aktuelle Trockenheit des sechs Kilometer langen Bachs zum Verhängnis, auch die dort heimischen Flusskrebse sind gefährdet.

Mit Netzen und Eimern versuchen die besorgten Anwohner des Süssbachs verzweifelt, die wenigen überlebenden Fische in einem Teich im angrenzenden Wohnquartier in Sicherheit zu bringen. Einer dieser Anwohner ist Andi Humm. Gegenüber dem Regionalsender Tele M1 sagt er: «Das macht mich hässig. Die Tiere verrecken elend!»

Nur noch vereinzelt finden die Fische und Krebse im Süssbach genügend Wasser, um dort zu leben und zu laichen. Ein Grund für die Trockenheit des kleinen Bachs ist der Abriss einer Fabrik auf dem Gemeindegebiet von Hausen. Diese hatte den Bach mit der hauseigenen Wasserpumpe versorgt. Doch seit die Fabrik dem Erdboden gleichgemacht wurde, versiegt das Wasser im Süssbach zusehends.

Bedenkliches Beispiel für den Klimawandel

Dass die Behörden beim stetigen Verschwinden des kleinen Bachs offenbar nur zusehen, ist für Andi Humm unverständlich. Für ihn ist klar: «Es interessiert sie gar nicht, was hier abgeht.»

Eine Nachfrage beim Kanton zeigt aber, dass das Problem mit dem versiegenden Wasser im Süssbach durchaus bekannt ist. Laut Norbert Kräuchi von der Abteilung Landschaft und Gewässer ist die dramatische Situation in Hausen aber auch auf den fortschreitenden Klimawandel zurückzuführen.

Im Gespräch mit Tele M1 erklärt er: «Wir haben immer mehr Hitze- und weniger Frosttage. Unsere Umwelt verändert sich, wobei es Gewinner und Verlierer gibt.» So traurig es auch für die Fische und Krebse im Süssbach sei, für Kräuchi ist klar: «Das ist die Natur.» Laut dem Experten ist der Süssbach ein bedenkliches Beispiel dafür, was der Klimawandel in unserer Umwelt anrichtet. Trotz den traurigen Entwicklungen in Hausen könne der Kanton nicht jedes kleine Gewässer, wie eben den Süssbach, vor dem Austrocknen retten. (luk)

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