Riniken

Die Theaterfreaks begeistern: Der «Güggel-Chrieg» erntet Beifallsstürme

Die verfeindeten Familien Klopfer und Moosbrugger entlockten dem Publikum in Riniken Lachstürme.

Das Bühnenbild verspricht eine ländliche Idylle. Doch der Schein trügt. Zwischen den Klopfers und den Moosbruggers herrscht Krieg – «Güggel- Krieg». Kolumbus, der Güggel der Klopferin, kräht. Zu Un­zeiten. Er ist falsch programmiert, wird man später feststellen.

«Das Mistvieh muss weg», fordert Anna Moosbrugger (Edith Rünzi). Anderseits bringt sie, angesichts des Hühnermangels, Verständnis für den Güggel auf. «Das arme Vieh muss einem leidtun», meint sie. «Der hat Entzugserscheinungen.» Dazu ihr Gatte Xaver (Hansjörg Schori): «Dann müsste ich ja die ganze Nacht krähen.»

Mit der Romanze kündigt sich eine Tragödie an

Hedi Klopfer (Marlise Ae­ber­hard) will – «bis zum letzten Blutstropfen» – für ihren Güggel kämpfen. Die Fronten also sind klar. Oder doch nicht? Zwischen Vroni (Romi Kull), einer der drei Töchter der Klopferin, und dem Moosbrugger-Sohn Franz (Michael Kull) hat sich eine Romanze angebahnt.

Damit kündigt sich eine Tragödie geradezu shakespearschen Ausmasses an. Romeo und Julia lassen grüssen. Mit dem «Güggel-Chrieg» haben die Riniker Theaterfreaks um Regisseur Rolf Schär – hinter den Kulissen unterstützt durch den Kulturverein Riniken Live – ein prächtiges Stück auf die Bühne gebracht.

Ein Stück, das mit seinen herrlichen Dialogen allen Mitwirkenden immer wieder Gelegenheit gab, zu Hochform aufzulaufen. Das Publikum, so viel sei vorweggenommen, war begeistert.

Zurück auf die Bühne: Auch das Attentäter-Pärchen Huber (Heidi Obrist und Walter Läuchli) hat es auf den Güggel abgesehen. Die Anschläge scheitern aber kläglich. Xaver Moosbrugger läuft – im Nachthemd – zum Feind, zur Klopferin, über. Wegen der Aussicht auf ein simples Omelett mit Konfitüre.

Ein Tierpsychologe muss den Güggel begutachten

Seine Gattin ergreift Rechtsmittel. Was den schmucken Dorfpolizisten Thomas Würmli (Ueli Siegrist), der mit der Klopfer-Tochter Christa (Christine Deubelbeiss) angebandelt hat, in Gewissensnöte versetzt. «Bis jetzt war es noch lustig», meint er. «Aber jetzt gibt es ein Drama. Ich sehe schon die Schlagzeile im Generalanzeiger.»

Der Tierpsychologe Markus Kneifer (Roger Ellecosta) soll den Güggel begutachten. «Und damit verdienen Sie Geld?», wundert sich Hedi Klopfer. Ihre Tochter Marili (Lynn Aeber­hard) aber ist hin und weg: «So ein schöner und gebildeter Mann». Hedi Klopfer verteidigt ihren Gockel mit schlagendem Erfolg.

Wie oft im Krieg trifft es leider die Falschen. Die nächtlichen Besucher hatten es nicht auf den Güggel abgesehen, sondern auf die Töchter. Trotzdem: Marili Klopfer ist begeistert vom Kopfverband ihres Tierpsychologen: «Er sieht aus wie ein indischer Maharadscha.»

«Eine lächerliche Angelegenheit», meint staubtrocken Bezirksrichter Von Almen (Bruno Bürgler), der zum Augenschein auftaucht. Von wegen lächerlich: Zum Lachen, zu wahren Lachstürmen oder auch zu verschmitztem Lächeln hat der «Güggel-Chrieg» dem Publikum sehr viel Anlass gegeben.

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