Lupfig
Die Suhners lüften ihr Erfolgsrezept zum 100-Jahr-Jubiläum

In der Ausstellung «150 Jahre Hürdenlauf» stellt die Firma Suhner unter anderem ihre Geschichte, Skibindungen und Oldtimer in Lupfig vor. Der Besucher entdeckt die Firmengeschichte auf einem Rundgang, der wie ein Irrgarten aufgebaut ist.

Meret Radi
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Die Suhners lüften ihr Erfolgsrezept zum 100-Jahr-Jubiläum
8 Bilder
Von 1966 bis 1986 produzierte die Firma Suhner Skisicherheitsbindungen
Ein Gemälde von Otto H
Die Ausstellung zeigt auch private Einblicke, hier Otto H
Die Ausstellung präsentiert viele Originaldokumente aus der 100 jährigen Firmengeschichte
Der irrgartenähnliche Rundgang führt an zahlreichen Ausstellungsstücken vorbei
Das Erfolgsrezept unternehmerischen Handelns ist Do it!
1914 gibt ein Telefonanruf den Anstoss zur Firmengründung der Suhner AG

Die Suhners lüften ihr Erfolgsrezept zum 100-Jahr-Jubiläum

Meret Radi

«Unter diesem Stein des Weisen liegt das Erfolgsrezept unternehmerischen Handelns», verspricht mir ein Schild, welches über einem Steinhaufen steht. Mitten in diesem grauen Haufen, liegt ein roter Stein, den ich umdrehe, lese und zurücklege.

Auf einem roten Teppich betrete ich die Ausstellung «150 Jahre Hürdenlauf», die zur Feier des 100-Jahr-Jubiläums der Suhner AG lanciert wurde. Der Rundgang durch die Firmengeschichte ist wie ein Irrgarten aufgebaut und befindet sich in einem grossen, weissen Festzelt.

Die Vorgeschichte der Suhner AG beginnt mit Gottlieb Suhner (geb. 1842), einem Amboss und einem Schraubstock. Von Anfang an ist das Motto der Firma klar: «Nur das Beste ist gut genug.»

Kabelrollen und Telefonanrufe

Von weither höre ich das Klingeln eines alten Telefons. Obwohl die Baustellengeräusche nicht zur Ausstellung gehören, wirken sie wie eine Vertonung der alten Fabrikbilder. Die Bilder aus der Zeit von Gottlieb Suhner faszinieren mich. Sie zeigen den Kabelrollentransport, einmal mit Pferden und ein anderes Mal mit der Eisenbahn. Daneben steht: «Beide kommen ans Ziel, früher oder später.»

Ich gehe zur nächsten Stellwand und erfahre etwas über den Niedergang der Ostschweizer Stickindustrie. Gerade als ich über die Probleme lese, mit denen sich Gottlieb Suhner konfrontiert sah, stolpere ich. Vor mir liegt eine kleine Leichtathletik-Hürde, die ich umgeworfen habe. Sie symbolisiert eine der vielen Hürden, die die Firma Suhner zu überwinden hatte. Nachdem ich die Hürde wieder aufgestellt habe, setze ich den Rundgang fort.

Von Generation zu Generation übergeben

Es folgt eine Stellwand über den ersten Generationenwechsel: Gottlieb Suhner übergibt das Brugger Unternehmen an den ältesten Sohn Otto Suhner. Zu lesen gibt es einen Brief, in dem der Vater den Sohn mahnt, welche grosse Aufgabe auf ihn zukomme.

Nun stehe ich vor dem klingelnden Telefon. Es folgt ein Gespräch zwischen einem Uhrenhersteller aus dem Jura und Otto Suhner. Der Industrielle schlägt Suhner vor, biegsame Wellen zu produzieren. Diese werden verwendet um Tachometer, Kilometerzähler und andere Registrierapparate anzutreiben. Mit Ausbruch des Kriegs wurde für den Jurassier die Zufuhr dieser Wellen aus dem Ausland gestoppt. Otto Suhner antwortet mit ausgeprägtem Schweizer Akzent: «Das tönt interessant! Gib mir ein paar Tage Zeit, ich überlege mir das!» - Dieses Telefonat fand vor hundert Jahren statt und war der Start der eigentlichen Suhner AG.

Ausstellungsstücke aus der Firmen- und Familiengeschichte

Das Labyrinth windet sich nun enger: Neben Querschnitten von Kabeln und Erklärungen von biegsamen Wellen, entdecke ich auch etwas über die Freizeitbeschäftigungen der Familie Suhner. Beispielsweise war Willy Suhner (geb. 1905), Geschäftsführer der dritten Generation, einer der ersten Automobilisten im Aargau und hatte eine Leidenschaft fürs Fliegen. Die zahlreichen Austellungsstücke hauchen den privaten und unternehmerischen Abenteuergeschichten Leben ein.

Produkte werden entwickelt, Erfolge gefeiert und in die weite Welt expandiert. Hürden, wie beispielsweise finanzielle Engpässe und Produktepiraterie werden überwunden.

Selbst Skibindungen produziert

Ein alter Werbespot läuft auf einem Bildschirm und zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Die Suhner AG hat während 20 Jahren Skisicherheitsbindungen produziert. Ich betrachte die verschiedenen Modelle, die in einem Schaukasten liegen. Im Augenwinkel beobachte ich, wie ein anderer Besucher über eine der vielen Leichtathletik-Hürden stolpert, was für die Ausstellung spricht. Der nachfolgende Teil des Rundgangs veranschaulicht den internationalen Ausbau und wagt einen Ausblick in die Zukunft der Technik der biegsamen Wellen.

Nachdem sich Vater Otto H. und Sohn Jürg Suhner per Videobotschaft verabschiedet haben, verlasse ich die Ausstellung. Ich blicke zurück zum Steinhaufen, jemand hat den «Stein des Weisen» umgedreht liegen gelassen und offenbart das Geheimnis des unternehmerischen Handelns: «Do it!»

Hier finden Sie mehr Infos zur Ausstellung und zum 100-Jahr-Jubiläum der Suhner AG.

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