Egal, ob Probleme mit Alkohol, Cannabis, Heroin, Kokain oder Partydrogen, ob stoffungebundene Abhängigkeiten wie Essstörungen, Spiel-, Internet- sowie Kaufsucht: Die Suchtberatung ags ist ein niederschwelliges und kostenloses Angebot für Betroffene und Angehörige. Im Bezirk Brugg kümmern sich drei erfahrene Fachpersonen in den Räumlichkeiten an der Annerstrasse 18 in der Stadt Brugg um die Ratsuchenden.

Derzeit ist im Kanton Aargau eine Reorganisation am Laufen. Denn: Ab 2018 entsteht mit der Integrierten Versorgung ein wohnortnahes, multidisziplinäres und professionelles Suchthilfesystem. Dabei setzen das Beratungszentrum Bezirk Baden, die Klinik im Hasel AG, die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) und die Suchthilfe ags den Versorgungsauftrag «Integrierte Suchtbehandlung Aargau» des Departements Gesundheit und Soziales gemeinsam um, wie die vier Institutionen in einer Mitteilung schreiben.

Sparpotenzial von 1 Mio. Franken

Grund dafür sind unter anderem auch die Sparbemühungen des Kantons Aargau. Die «Integrierte Suchtbehandlung Aargau» soll ab 2018 nämlich neu auf einen jährlichen Staatsbeitrag von 3,5 Mio. Franken reduziert werden. Mit anderen Worten: Das sind 1 Mio. Franken weniger gegenüber dem diesjährigen Staatsbeitrag von insgesamt 4,5 Mio. Franken.

«Künftig können Behandlungen und Beratungen aus einer Hand an verschiedenen Standorten angeboten werden», heisst es in der Mitteilung weiter. Die vier Kooperationspartner erbringen Dienstleistungen in den Bereichen Suchtberatung und Suchtmedizin. Sie informieren, begleiten, beraten und bieten Therapie an. Damit werde sowohl die Niederschwelligkeit als auch die dezentrale Leistungserbringung sichergestellt. «Der Zugang zum Angebot ist rasch und unkompliziert», betonen die Institutionen. Das bedeute, dass es Menschen mit einer Substanz- oder Verhaltensstörung und Angehörigen leicht fällt, sich anzumelden und einen Behandlungstermin wahrzunehmen.

Standortentscheid Ende Sommer

Die Dienstleistungen der Suchtmedizin sowie die delegierten Leistungen der Fachpsychologen werden von den PDAG und der Klinik im Hasel AG gemäss Krankenversicherungsgesetz abgerechnet und finanziert. Die Dienstleistungen der Suchtberatung werden vom Beratungszentrum Bezirk Baden und von der Suchtberatung ags erbracht und über Staatsbeiträge mitfinanziert. In Brugg werde es weiterhin eine Suchtberatungsstelle ags geben, ob an der Annerstrasse oder an einem anderen Ort, werde sich im Spätsommer zeigen, sagt Renate Gautschy, Stiftungsratspräsidentin Suchthilfe ags, auf Nachfrage.