Kein Stein bleibt auf dem anderen in der Strombranche: Liberalisierung oder Regulierung, erneuerbare Energien oder Atomkraftwerke lauten die Stichworte. Die IBB mit Sitz in Brugg, die mehrere Gemeinden mit Strom, Erdgas und Wasser versorgt, sei gut positioniert am Markt, sagten Verwaltungsratspräsident Martin Sacher und CEO Eugen Pfiffner bei der Präsentation des Geschäftsergebnisses.

Das im Jahr 2013 erwirtschaftete Resultat sei sehr erfreulich – auch wenn der Betriebsertrag sowie der Jahresgewinn leicht gesunken sind (siehe Box). In Zukunft gelte es, beweglich zu sein in einem dynamischen Umfeld, um den kommenden Anforderungen gewachsen und den Kunden ein zuverlässiger Partner zu sein.

Neukunden gewonnen

Der Stromabsatz erhöhte sich 2013 um 1,5 Prozent. Dank attraktiven Preisen hätten die IBB mit fast allen Kunden, die im freien Markt die Möglichkeiten zu einem Wechsel gehabt hätten, wieder Strom-Lieferverträge abschliessen können, stellte Verwaltungsratspräsident Sacher fest. Mehr noch: Es konnten sogar Neukunden gewonnen werden. Als positiv bezeichnete er die Tatsache, dass die verkaufte Menge an Strom aus erneuerbaren Quellen fast verdoppelt werden konnte.

CEO Pfiffner wies auf das Strom-Überangebot in Europa hin, darauf, dass der Energiepreis – der für die Kunden tiefer werde – nicht mehr in der Schweiz alleine gemacht werde und dass dadurch neue Kunden-Lieferanten-Beziehungen entstehen. In diesem Bereich habe sich die IBB fit gemacht. Will heissen: Verfolgt werde neu eine Mehrlieferanten-Strategie, um allfällige Bezugsrisiken ausschalten zu können.

Vollständig übernommen hat die IBB im Jahr 2013 das Stromnetz der Elektra Elfingen. Weiter wurden bei der öffentlichen Beleuchtung zahlreiche Kandelaber erneuert und Quecksilberdampflampen wurden durch moderne LED-Leuchten ersetzt. In Betrieb genommen hat die IBB auch drei eigene Photovoltaikanlagen. Überdies engagiert sich das Unternehmen bei anderen Anlagen zur Produktion erneuerbaren Energien.

Bei Erdgas und Biogas stieg der Absatz wegen des langen und kalten Winters um 5 Prozent. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sind die Preise für Erdgas im zweiten Halbjahr 2013 gesenkt worden. Dadurch ging der Umsatz etwas zurück. Wie beim Strommarkt sei auch beim Erdgas eine Liberalisierung im Gang, sagte CEO Pfiffner. Bei den Wärmeverbünden – Fehlmannmatte, Kunzareal, Schulhaus Hallwyler, Mülimatt/Feuerwehrgebäude – setzt die IBB auf verschiedene Energieträger: Holzschnitzel, Grundwasser, Erdgas.

Investiert hat das Unternehmen daneben in ihr Wassernetz: Rund 1500 Meter Leitungen wurden saniert, rund 450 Hydranten kontrolliert sowie Grundreinigungen in den fünf Reservoirs ausgeführt.

Laufend ausgebaut wurde nicht zuletzt das digitale TV-Angebot. Die Partnerschaft zwischen der IBB und der UPC Cablecom besteht seit sieben Jahren, über 4000 Kunden nutzen Kabelfernsehen, Internet oder Telefonie.

Nur noch eine Ansprechperson

Bei den Netzen sieht sich die IBB mit zunehmenden technischen Herausforderungen konfrontiert. Aus diesem Grund werden gemäss Verwaltungsratspräsident Sacher die Mitarbeitenden ihre Kompetenzen in Bau und Betrieb von Netzen erweitern.

Attraktive Produkte seien das Eine, schlanke Strukturen das Andere, fuhr der Verwaltungsratspräsident fort. Die IBB hat deshalb ihre interne Organisation angepasst. Das gesamte Personal – die Rede ist von rund 70 Mitarbeitenden, davon 3 Lernende – ist in die Betriebsgesellschaft IBB Energie AG übergetreten. Daneben bestehen vier reine Netzgesellschaften unter den Namen IBB Strom AG, IBB Erdgas AG, IBB Wasser AG sowie IBB ComNet AG. Der Vorteil liegt laut Sacher darin, dass ein umfassendes Paket aus einer Hand angeboten werde – die IBB am Markt also mit nur einer Ansprechperson auftreten könne.