Das «Rote Haus» gehört zu den ältesten und renommiertesten Gaststätten der Prophetenstadt Brugg und prägt das Stadtbild. Bereits 1448 wurde es als Rast- und Gasthaus in der Chronik erwähnt. Innerhalb dieser Mauern soll laut der im Oktober 2013 gegründeten Stiftung Rotes Haus wieder viel Leben pulsieren. Sie will sich ausserdem dafür einsetzen, dass die Liegenschaft für die Zukunft gerüstet ist.

Seit Anfang 2015 sind Hotel, Restaurant, Heilbar und einige Nebenräume im Besitz der Stiftung. Die Hotel Rotes Haus Brugg AG hat ab diesem Datum die Führung des Hotels übernommen. Nichts geändert hat sich an der italienischen Trattoria im Erdgeschoss. Pächter Vittorio Timpano führt das Restaurant seit Jahren erfolgreich.

Das mittelfristige Ziel der Stiftung ist ein sanfter Umbau und die Modernisierung von verschiedenen Einrichtungen, die in die Jahre gekommen sind. Noch hat die grosse Liegenschaft mehrere Eigentümer. Um die erwähnten Pläne zu realisieren, muss die Stiftung also zuerst alle restlichen Räumlichkeiten erwerben. Dazu gehört auch der Saal im ersten Stock, der aktuell von der Freikirche International Christian Fellowship (ICF) als Celebrationhall genutzt wird. Um die Liegenschaft komplett zu kaufen, ist die Stiftung auf der Suche nach weiteren Investoren.

Arbeitsplätze zur Wiederintegration

Das «Rote Haus» soll laut Stiftung wieder seine ursprüngliche Bedeutung erhalten und ein Ort werden, «wo Brugger und Bruggerinnen, ihre Firmen, Vereine, Einzelpersonen und Gäste gerne Zeit verbringen und sich wohl fühlen». Das Gesamtkonzept sieht neben dem Betrieb des Hotels verschiedenste Angebote im Dienste des Menschen vor. So sollen etwa Arbeitsplätze für schwächere Menschen geschaffen und Praktikumsplätze zur Wiederintegration angeboten werden.

Um die Vision zu erläutern, lädt die Stiftung in einer Woche zu einem Infoabend ein. Mit von der Partie ist dann auch Stadtammann Daniel Moser. Das «Rote Haus» hat laut Moser eine integrale Wirkung für die Stadt Brugg. «Als der Treffpunkt der Stadt in der Vergangenheit hat dieses ehrenwerte Haus in den letzten Jahren ein Wechselbad durchgemacht», so Moser weiter. Dank innovativen Menschen wie denen, die hinter der Stiftung stehen, und natürlich dem jetzigen Wirt Vittorio Timpano mit seiner Crew wurde Essenzielles geleistet und erreicht.

Saal füllt eine Lücke

Die Stadt Brugg wünscht sich für das Haus eine Mischnutzung. «Restaurant, Hotellerie und Saal sind ideal gelegen und aus meiner Sicht sehr wichtig», fährt der Stadtammann fort. «Vor allem der Saal mit all seinen Möglichkeiten und seiner idealen Grösse füllt eine Lücke für Vereine und Privatanlässe. Auch bei der Hotellerie im Allgemeinen sind wir in der Stadt sowie in der Region nicht übermässig bestückt.» Deshalb sei die Stadt froh um dieses Angebot. Eine Beteiligung vonseiten der Stadt Brugg am «Roten Haus» sei allerdings nicht vorgesehen, sagt Daniel Moser.

Vom Informationsanlass erwartet der Stadtammann, dass sich die Bürger und Interessierten ein gutes, transparentes Bild davon machen können, was im «Roten Haus» passiert, «wer die engagierten Treiber dieses Projekts sind, was angeboten wird und wie man dieses Projekt mit sozialer Zielsetzung unterstützen kann». Die Stiftung Rotes Haus hingegen war nicht bereit, auf zusätzliche Fragen der Aargauer Zeitung einzugehen.